jedermann
Form & Grammatik
- Stichwort
- jedermann
- Worttrennung
- je·der·mann
- Gebrauch
- Unbestimmtes Pronomen im Singular. Nominativ, Dativ und Akkusativ jedermann; Genitiv jedermanns. Keine Steigerung.
Das Wort meint im allgemeinen Gebrauch jede Person, nicht nur Männer. Alle verlangt im Unterschied zu jedermann ein Verb im Plural.
Jedermann bedeutet jeder oder jede Person. Das unbestimmte Pronomen wird zusammengeschrieben und endet auf zwei n.
Bedeutung und Gebrauch
„Die Übersicht ist für jedermann zugänglich“ meint, dass sie allen offensteht. Das Wort bezeichnet im allgemeinen Gebrauch keine ausschließlich männliche Gruppe. Es klingt heute häufig formell oder etwas gehoben. Jeder Mensch oder alle sind oft direktere Alternativen.
Jedermann wird im Satzinneren kleingeschrieben. Der Wortbestandteil Mann wird nicht als selbstständiges Nomen großgesetzt. Die Schreibung „jederman“ mit nur einem Schluss-n ist nicht die deutsche Standardschreibung.
Synonyme für jedermann: passend zum Zusammenhang
Jedermann meint im allgemeinen Gebrauch jede Person und klingt häufig formeller als eine direkte Ansprache. Die Alternative kann den umfassenden Bezug erhalten oder die tatsächliche Zielgruppe genauer benennen. Wichtig ist der Satzbau: Das Pronomen steht grammatisch im Singular, obwohl inhaltlich viele Personen gemeint sein können.
| Alternative | Passend bei | Unterschied |
|---|---|---|
| alle | Umfassender Bezug auf eine Gruppe | Direkt und geläufig; das Verb steht im Plural. |
| jeder Mensch | Betonung jedes einzelnen Menschen | Erhält den Singular und vermeidet den formellen Klang des Ausgangsworts. |
| jede Person | Sachlich umfassende Personenbezeichnung | Besonders in klaren Zugangsbeschreibungen geeignet; Einschränkungen müssen gegebenenfalls ergänzt werden. |
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterung.
Erstes Satzpaar
Ausgangssatz: „Jedermann kann die Übersicht ohne Anmeldung öffnen.“
Alternative: „Alle können die Übersicht ohne Anmeldung öffnen.“
Alle macht die Aussage direkter und verlangt können statt kann. Die fehlende Anmeldung beschreibt einen konkreten Zugang; tatsächliche Verständlichkeit ist damit noch nicht garantiert.
Zweites Satzpaar
Ausgangssatz: „Die Veranstaltung steht jedermann offen.“
Alternative: „Die Veranstaltung steht jeder Person offen.“
Jeder Person übernimmt die Dativfunktion. Die Formulierung bleibt umfassend und sollte nur verwendet werden, wenn keine relevante Teilnahmebeschränkung verschwiegen wird.
Grenze des Austauschs: Jeder Mann wäre zu eng, weil jedermann im allgemeinen Gebrauch nicht ausschließlich Männer bezeichnet. Jemand wäre dagegen weniger umfassend und würde die Aussage über alle Personen auf wenigstens eine unbestimmte Person reduzieren.
Auch Verneinungen brauchen Aufmerksamkeit: Nicht jedermanns Sache bedeutet nicht für alle passend und nicht für niemanden passend. Beim Ersatz kann deshalb nicht allen liegen sinnvoll sein. Für Anleitungen ist eine konkrete Zielgruppe oft hilfreicher als ein universelles Versprechen, besonders wenn bestimmte Kenntnisse oder Voraussetzungen benötigt werden.
Schreibweise und Grammatik
Jedermann in den vier Fällen
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | jedermann |
| Genitiv | jedermanns |
| Dativ | jedermann |
| Akkusativ | jedermann |
| Form | Erklärung |
|---|---|
| jedermann | unbestimmtes Pronomen, zusammen und klein |
| jedermanns | Genitiv: jedermanns Sache |
| für jedermann | Akkusativ; Form bleibt gleich |
| jedermann helfen | Dativ; ebenfalls ohne zusätzliche Endung |
Eigene Beispiele mit Erklärung
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Die Hinweise sind für jedermann verständlich formuliert.
Gemeint ist ein allgemein zugänglicher Text. Ob er tatsächlich verständlich ist, muss sich an seiner Erklärung zeigen.
Lautes Vorlesen ist nicht jedermanns Sache.
Jedermanns ist der Genitiv. Die Wendung bedeutet, dass nicht alle dieselbe Vorliebe haben.
Alle können die Übersicht ohne Anmeldung benutzen.
Diese Alternative beschreibt die Zugangsmöglichkeit unmittelbar und vermeidet den gehobenen Ton.
Passend formulieren
Das Verb steht bei jedermann im Singular: „Jedermann kann teilnehmen.“ Bei alle lautet es dagegen „Alle können teilnehmen.“ Die gleiche inhaltliche Reichweite führt also nicht automatisch zur gleichen Verbform.
Die Aussage „für jedermann“ kann sehr weitreichend sein. Bei Anleitungen ist eine konkrete Zielgruppe oft hilfreicher: „für Lernende ab der achten Klasse“ oder „für alle, die eine Bewerbung schreiben“. Die Wortwahl sollte keine universelle Verständlichkeit versprechen, wenn Fachwissen vorausgesetzt wird.
