jener
Form & Grammatik
- Stichwort
- jener
- Worttrennung
- je·ner
- Form
- Demonstrativpronomen; jener, jene, jenes
Gebrauch: Gehoben, besonders schriftsprachlich; begleitend und selbstständig. Verweist auf räumlich Entferntes oder Bekanntes.
Definition · kurz erklärt
Jener weist auf eine bestimmte Person oder Sache hin, die räumlich weiter entfernt, früher erwähnt oder aus dem Zusammenhang bekannt ist. Die weiteren Formen lauten jene und jenes.
Bedeutungen
Bei einem räumlichen Gegensatz kann dieser das Nähere und jener das Weiterentfernte bezeichnen: dieses Haus hier und jenes Haus dort. Der Unterschied ergibt sich aus dem Standpunkt des Sprechers. Eine feste Entfernung in Metern ist damit nicht verbunden.
In schriftlichen Texten verweist jener häufig auf etwas bereits Bekanntes oder auf einen früheren Zeitpunkt. „In jenen Tagen“ lenkt den Blick auf einen vergangenen Abschnitt, den der Text genauer bestimmen kann. Der Ausdruck wirkt meist gehobener als „damals“.
Jener kann ein Substantiv begleiten oder selbstständig stehen. Bei „jenes Buch“ steht das Bezugswort unmittelbar daneben. In „Dieses Buch ist neu, jenes ist älter“ ersetzt jenes die wiederholte Nennung. Für Leser muss klar bleiben, auf welches Buch verwiesen wird.
jener: Synonyme und andere Wörter
Auf etwas dort verweisen
der dort · die dort · das dort
Die Umschreibung mit dort macht einen räumlichen Bezug anschaulich. Sie passt besonders in Gesprächen, in denen man zeigen kann. In einem schriftlichen Text ohne sichtbare Umgebung sollte das Bezugswort genannt werden.
„Jenes Fenster ist offen.“ → „Das Fenster dort ist offen.“ Beide Fassungen weisen auf ein bestimmtes Fenster hin.
Auf Bekanntes zurückkommen
der erwähnte · die betreffende · das damalige
Erwähnt verweist auf eine frühere Nennung, betreffend auf den gerade wichtigen Gegenstand. Damalig hebt den zeitlichen Zusammenhang hervor. Welcher Ersatz passt, hängt davon ab, was jener im Satz aufgreift.
„Jene Entscheidung veränderte alles.“ → „Die damalige Entscheidung veränderte alles.“ Das passt, wenn der zeitliche Rückblick im Mittelpunkt steht.
Verwendung und Beispiele
„Die Lehrerin legte zwei Hefte nebeneinander: Dieses enthielt die Notizen, jenes die fertige Geschichte.“
Die Demonstrativpronomen vermeiden eine unmittelbare Wiederholung des Wortes Heft. Ohne eine erkennbare Zuordnung kann eine solche Formulierung jedoch unübersichtlich werden. Im Zweifelsfall ist „das erste Heft“ und „das zweite Heft“ klarer.
„Noch Jahre später erinnerte sich Karim an jenen Nachmittag im Garten.“
Der Ausdruck hebt einen bestimmten früheren Nachmittag hervor. Welche Bedeutung er für Karim hat, muss die Erzählung noch zeigen. Das Pronomen selbst liefert keine Bewertung des Erlebnisses.
Grammatik
Jener wird nach Fall, grammatischem Geschlecht und Zahl gebeugt. Begleitet es ein Substantiv, stimmen beide in diesen Merkmalen überein: mit jenem Kind, wegen jener Frage. Im Plural gibt es keine getrennten Formen nach Genus. Auch selbstständig bleibt das Pronomen klein, außer am Satzanfang.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | jener | jene | jenes | jene |
| Genitiv | jenes | jener | jenes | jener |
| Dativ | jenem | jener | jenem | jenen |
| Akkusativ | jenen | jene | jenes | jene |
Dies und jenes
Dies und jenes oder dieses und jenes bedeutet Verschiedenes, ohne die einzelnen Dinge aufzuzählen: „Wir sprachen über dies und jenes.“ Die Wendung ist bewusst unbestimmt. In einem sachlichen Bericht sind konkrete Themen oft hilfreicher.
