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längst

Form & Grammatik

Adverb
Stichwort
längst
Worttrennung
längst
Form
unveränderlich

Gebrauch: Unveränderliches Adverb: zeitlich schon lange; besonders mit Verneinung auch verstärkend bei Weitem.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Längst bedeutet häufig schon lange. In Verbindungen wie längst nicht kann es außerdem bei Weitem nicht heißen. Der Zusammenhang entscheidet zwischen einer zeitlichen und einer verstärkenden Lesart.

Bedeutungen

Schon lange

In Der Zug ist längst angekommen liegt die Ankunft bereits deutlich zurück. Welcher Zeitraum dafür genügt, hängt von der Situation ab. Das Wort nennt keine feste Zahl von Minuten, Stunden oder Jahren.

Bei Weitem nicht

Das sind längst nicht alle Gründe heißt, dass noch deutlich mehr Gründe vorhanden sind. Dabei steht nicht notwendig die verstrichene Zeit im Vordergrund. Die Formulierung verstärkt den Unterschied zwischen der genannten Menge und der Gesamtheit.

Besonders bei Verneinungen ist die genaue Aussage wichtig. Noch nicht fertig sagt zunächst nur, dass etwas bisher nicht fertig ist. Längst nicht fertig kann zusätzlich hervorheben, wie viel noch fehlt. Ein unbedachter Ersatz kann diese Verstärkung abschwächen.

längst: Synonyme und andere Wörter

Auf etwas länger Zurückliegendes verweisen

schon lange · seit Längerem

Diese Umschreibungen passen zu zeitlichen Aussagen. Schon allein kann auch eine erst kurze Zeitspanne meinen und ist deshalb weniger nachdrücklich.

„Die Antwort liegt längst vor.“ → „Die Antwort liegt schon lange vor.“

Beide Sätze heben hervor, dass das Vorliegen nicht erst eben begonnen hat. Der genaue Zeitpunkt bleibt ungenannt.

Einen Abstand verstärken

bei Weitem · lange nicht

In der passenden verneinten Wendung geht es um einen deutlichen Unterschied. Ein bloßes nicht nimmt diese Verstärkung zurück. Längst ist deshalb nicht in jedem Satz einfach mit seit Langem ersetzbar.

„Das ist längst nicht die ganze Geschichte.“ → „Das ist bei Weitem nicht die ganze Geschichte.“

Hier wird die Unvollständigkeit betont. Es geht nicht darum, seit wann eine Geschichte existiert.

Verwendung und Beispiele

„Als Nora nach dem Paket fragte, war es längst abgeholt worden.“

Die Abholung liegt vor dem Zeitpunkt der Frage und aus Sicht der Aussage schon eine Weile zurück. Eine genaue Uhrzeit wird nicht behauptet.

„Die drei Beispiele erklären längst nicht jede mögliche Verwendung des Wortes.“

Längst verstärkt hier die Begrenzung. Der Satz macht keine Aussage darüber, wie alt die Beispiele sind.

Grammatik

Längst ist ein unveränderliches Adverb. Es bekommt keine Deklinationsendungen und wird in diesem Gebrauch nicht zu Formen wie längster gebeugt. Das einsilbige Wort hat keine Trennstelle.

In längst nicht bleiben beide Wörter getrennt. Die passende Wortstellung ergibt sich aus dem Satz: Er weiß es längst, er weiß längst nicht alles. Der Unterschied betrifft zugleich die Aussage, nicht nur die Position.