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lange

Form & Grammatik

Adverb
Stichwort
lange
Worttrennung
lan·ge
Komparativ
länger
Superlativ
am längsten
Form
Unveränderliches Adverb; Steigerung nach der Dauer.

Gebrauch: Dauerangabe; vor nicht auch verstärkend. Auch die adverbiale Form lang ist belegt. Gleich geschriebenes Adjektiv lange im Satz gesondert erklären.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Lange bezeichnet eine im Verhältnis zum Zusammenhang große Zeitdauer. Vor nicht kann es außerdem einen deutlichen Abstand ausdrücken: lange nicht genug heißt bei Weitem nicht genug.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Viel Zeit in Anspruch nehmen

Lange kann sagen, dass eine Handlung viel Zeit benötigt oder dass ein Zustand über einen größeren Zeitraum besteht. Welcher Zeitraum als groß gilt, hängt von der Situation ab: Bei einer Antwort können fünf Minuten lange wirken, bei einer Ausbildung mehrere Jahre.

Das Wort selbst nennt weder eine genaue Dauer noch einen Grund für die Verzögerung. Wer eine Wartezeit verständlich dokumentieren möchte, ergänzt deshalb nach Möglichkeit Minuten, Stunden oder ein Anfangs- und Enddatum.

„Die Gruppe wartete lange auf den Schlüssel; erst nach einer halben Stunde wurde der Raum geöffnet.“

Der zweite Satzteil macht die zunächst unbestimmte Wartezeit genauer. Dass absichtlich niemand geöffnet hätte, wird nicht behauptet.

Bedeutung 2: Mit nicht einen Abstand verstärken

In Verbindungen wie lange nicht so deutlich oder lange nicht genug geht es nicht notwendig um verstrichene Zeit. Lange hebt hervor, dass ein Maß, eine Voraussetzung oder ein Vergleichswert deutlich verfehlt wird.

Die Verbindung noch lange nicht kann zugleich eine Entwicklung offenlassen. Sie sagt jedoch nicht voraus, dass das angestrebte Ergebnis später sicher erreicht wird.

„Eine lesbare Überschrift ist wichtig, aber noch lange nicht der ganze Aufsatz.“

Hier wird der Unterschied zwischen einem Teil und dem Ganzen betont. Es wird keine Wartezeit für das Schreiben festgelegt.

Synonyme: andere Wörter für lange

Eine Zeitdauer beschreiben

lange Zeit · über längere Zeit · lang

Über längere Zeit klingt in sachlichen Berichten oft genauer, sobald der Zeitraum zusätzlich genannt wird. Lang ist auch als kürzere adverbiale Form möglich. Ewig übertreibt häufig und kann Ungeduld ausdrücken.

„Sie hat lange an der Lösung gearbeitet.“ → „Sie hat über längere Zeit an der Lösung gearbeitet.“ Beide Fassungen betreffen die Dauer. „Sie hat ununterbrochen gearbeitet“ würde zusätzlich eine Aussage über Pausen machen.

Eine Verneinung verstärken

bei Weitem nicht · längst nicht

Diese Alternativen passen zur verstärkenden Verwendung vor nicht. Sie ersetzen das Zeitadverb nicht in jedem Satz. Wir warteten bei Weitem ist beispielsweise keine passende Umschreibung für eine lange Wartezeit.

„Die Zeichnung ist lange nicht so einfach, wie sie aussieht.“ → „Die Zeichnung ist bei Weitem nicht so einfach, wie sie aussieht.“ Der Vergleich bleibt erhalten; eine bestimmte Bearbeitungsdauer wird nicht genannt.

Beispiele und Verwendung

Nicht lange oder lange nicht?

„Die Probe dauerte nicht lange.“ – „Die Probe war lange nicht so anstrengend wie die Aufführung.“

Der erste Satz verneint eine große Dauer. Im zweiten verstärkt lange den Unterschied im Vergleich. Die Stellung von nicht hilft hier, die unterschiedlichen Aussagen zu erkennen.

Länger braucht einen Maßstab

„Heute wartete sie länger als gestern.“

Der Komparativ vergleicht zwei Wartezeiten. Beide können trotzdem kurz gewesen sein. Länger allein bedeutet deshalb nicht automatisch sehr lange.

Adverb und Adjektiv unterscheiden

„Die lange Pause endete; danach blieb die Gruppe noch lange im Raum.“

Vor Pause gehört lange zum Adjektiv lang und erhält eine Beugungsendung. Beim Bleiben beschreibt das Adverb die Dauer. Gleiche Schreibung bedeutet hier nicht dieselbe grammatische Aufgabe.

Grammatik und Beugung

Lange ist als Dauerangabe ein Adverb. Es wird nicht nach Geschlecht, Fall oder Zahl gebeugt. Seine Worttrennung lautet lan·ge; die kürzere adverbiale Form lang ist ebenfalls belegt.

Die Steigerung lautet lange – länger – am längsten. Das ist ein Vergleich der Dauer. Eine Deklinationstabelle mit Artikeln wäre für das Adverb unpassend; die Übersicht zeigt stattdessen die tatsächlich verwendeten Vergleichsformen.

In eine lange Pause ist lange dagegen eine gebeugte Form des Adjektivs lang. Die Unterscheidung ergibt sich aus dem Satz: Welches Wort beschreibt eine Sache, und welches beschreibt die Dauer einer Handlung?

Steigerung von lange
StufeWortform
Grundformlange
Komparativlänger
Superlativam längsten