mithin
Form & Grammatik
- Stichwort
- mithin
- Worttrennung
- mit·hin
- Form
- unveränderlich
Gebrauch: Unveränderliches Adverb; gehoben. Kennzeichnet eine Folgerung, nicht bloß den nächsten Zeitpunkt.
Definition · kurz erklärt
Mithin bedeutet etwa folglich, somit oder also. Das gehobene Wort zeigt, dass eine Aussage als Schlussfolgerung aus dem zuvor Gesagten verstanden werden soll.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine Folgerung kennzeichnen
„Für zwölf Personen sind zehn Plätze vorbereitet; mithin fehlen zwei Plätze“ verbindet zwei Angaben mit einem daraus gewonnenen Ergebnis. Das Wort verweist auf den gedanklichen Zusammenhang.
Eine zeitliche Reihenfolge reicht dafür nicht. „Danach begann die Probe“ sagt, wann die Probe begann. „Mithin begann die Probe“ würde einen nachvollziehbaren Grund oder Schluss aus dem vorherigen Text erwarten lassen.
Gehoben, aber nicht automatisch genauer
Mithin begegnet besonders in anspruchsvolleren schriftlichen Erklärungen und Argumentationen. In einer kurzen Nachricht ist also oft die verständlichere Wahl. Das gehobene Wort macht eine Aussage nicht von selbst genauer.
Auch eine falsche Folgerung lässt sich mit mithin formulieren. „Sie antwortet spät; mithin ist sie unzuverlässig“ verallgemeinert eine einzelne Beobachtung. Für die Charaktereigenschaft wären weitere Belege und mögliche andere Erklärungen zu prüfen.
„Von acht benötigten Stühlen stehen sechs bereit; mithin fehlen noch zwei.“
Die Folgerung ergibt sich aus den genannten Zahlen. Mithin stellt einen gedanklichen Zusammenhang her, keine bloße zeitliche Abfolge.
mithin: Synonyme und andere Wörter
Den Schluss deutlich machen
folglich · somit · demnach
Diese Wörter passen, wenn eine Aussage als Ergebnis einer Überlegung erscheint. Folglich und somit können einen Schluss ausdrücklich markieren; demnach verweist oft auf die zuvor genannten Informationen.
„Die beiden Entwürfe widersprechen einander; mithin können nicht beide unverändert umgesetzt werden.“ → „Die beiden Entwürfe widersprechen einander; folglich können nicht beide unverändert umgesetzt werden.“ Die Schlussbeziehung bleibt erhalten.
Einfacher oder zugespitzter formulieren
also · daraus folgt · ergo
Also ist im Alltag meist unauffälliger. Daraus folgt legt den Gedankenschritt ausdrücklich offen und braucht einen angepassten Satzbau. Ergo kann gelehrt oder bewusst pointiert wirken.
„Die Kiste enthält zehn Hefte, mithin reichen sie für zehn Personen mit jeweils einem Heft.“ → „Die Kiste enthält zehn Hefte; also reichen sie für zehn Personen mit jeweils einem Heft.“ Die Rechnung bleibt dieselbe, der Ton wird alltäglicher.
Beispiele und Verwendung
„Alle erforderlichen Belege fehlen; mithin lässt sich die Behauptung mit dem vorliegenden Material nicht prüfen.“
Die Folgerung ist auf das vorhandene Material begrenzt. Dass die Behauptung falsch ist, folgt daraus noch nicht.
„Vier der sechs Rollen sind vergeben; mithin bleiben zwei Rollen zu besetzen.“
Die Schlussfolgerung ergibt sich aus den genannten Zahlen. Sie sagt nicht, wie schnell die übrigen Rollen besetzt werden können.
„Die Figur lehnt das Angebot ab, mithin kennt sie den Plan nicht.“
Dieses Beispiel zeigt eine ungesicherte Folgerung: Die Ablehnung kann andere Gründe haben. Für eine Analyse müsste der Text zusätzlich zeigen, was die Figur weiß.
Grammatik und Beugung
Mithin ist ein Adverb und bleibt unverändert. Es besitzt keine Deklinationsformen. Die Worttrennung lautet mit·hin; geschrieben wird das Wort klein und zusammen.
Steht mithin am Anfang eines Aussagesatzes, folgt das finite Verb: Mithin fehlt ein Beleg. Im Satzinneren heißt es beispielsweise: Ein Beleg fehlt mithin weiterhin.
Mithin eröffnet keinen Nebensatz wie weil. In Wir müssen neu planen, weil zwei Personen fehlen wird ein Grund genannt. Zwei Personen fehlen; mithin müssen wir neu planen stellt die Folgerung nach vorn.
Ein Komma wird nicht allein wegen des Wortes mithin gesetzt. Die Zeichensetzung richtet sich nach dem Satzbau. Zwei eng verbundene selbstständige Sätze lassen sich etwa mit einem Semikolon trennen.
