nebenbei
Form & Grammatik
- Stichwort
- nebenbei
- Worttrennung
- ne·ben·bei
- Form
- unveränderliches Adverb
Gebrauch: Zusätzliche Tätigkeit oder beiläufige Äußerung; keine Deklination und keine eigene Steigerungsreihe.
Definition · kurz erklärt
Nebenbei bedeutet zusätzlich zu einer anderen Tätigkeit oder ohne besonderen Nachdruck erwähnt. Das Wort kann also beschreiben, was jemand außerdem tut, und ebenso, wie jemand etwas sagt.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Zusätzlich zu einer anderen Tätigkeit
Wer studiert und nebenbei im Kino arbeitet, verbindet zwei Tätigkeiten. Sie müssen nicht in derselben Minute stattfinden. Haupt- und Nebentätigkeit werden vielmehr im Lebens- oder Arbeitszusammenhang aufeinander bezogen.
Während einer anderen Handlung: „Sie sortiert die Fotos und hört nebenbei Musik“ kann tatsächliche Gleichzeitigkeit ausdrücken. Welche Tätigkeit als hauptsächliche erscheint, hängt von der Formulierung und dem Zusammenhang ab.
„Sie studiert und arbeitet nebenbei im Museum.“
Die Tätigkeiten gehören zum selben Lebensabschnitt. Sie müssen nicht in derselben Minute ausgeführt werden.
Bedeutung 2: Ohne besonderen Nachdruck erwähnen
Wird etwas nebenbei gesagt, erhält es im Gespräch keinen besonderen Nachdruck. Die Information selbst kann trotzdem wichtig sein. Die Art des Sagens und die Bedeutung des Inhalts sind zwei verschiedene Fragen.
„Nebenbei erwähnte er den bereits gebuchten Termin.“
Die Bemerkung wirkt beiläufig. Die Information kann trotzdem wichtig sein.
Synonyme: andere Wörter für nebenbei
Zusätzlich passt zur weiteren Tätigkeit, beiläufig zur Art einer Bemerkung.
Etwas zusätzlich tun
zusätzlich · außerdem · nebenher
Zusätzlich benennt die Ergänzung besonders deutlich. Gleichzeitig passt nur, wenn die Handlungen tatsächlich zeitlich zusammenfallen. Nebenberuflich ist enger und setzt einen beruflichen Zusammenhang voraus.
„Während der Ausbildung arbeitet sie nebenbei in einem Laden.“ → „Während der Ausbildung arbeitet sie zusätzlich in einem Laden.“ Eine Tätigkeit am gleichen Ort oder zur gleichen Uhrzeit wird nicht behauptet.
Etwas ohne Nachdruck sagen
beiläufig · am Rande · ohne besondere Betonung
Diese Ausdrücke passen zur Gesprächsführung. Zufällig ist nicht immer gleichbedeutend: Eine beiläufige Bemerkung kann sehr bewusst gesetzt sein.
„Er erwähnte nebenbei, dass die Sitzung früher beginnt.“ → „Er erwähnte am Rande, dass die Sitzung früher beginnt.“ Die Mitteilung kann für die Zuhörenden trotzdem entscheidend sein.
Beispiele und Verwendung
Gleichzeitige Tätigkeiten beschreiben
„Beim Zeichnen hörte Lea nebenbei das Hörspiel weiter.“
Beide Tätigkeiten finden hier gleichzeitig statt; das Zeichnen bildet den beschriebenen Handlungsmittelpunkt.
Ton und Wichtigkeit unterscheiden
„Er sagte nur nebenbei, dass der Zug ausfällt. Für unsere Planung war das jedoch die wichtigste Nachricht.“
Die beiläufige Darstellung wird ausdrücklich von der großen Bedeutung der Information unterschieden.
Grammatik und Beugung
Nebenbei wird zusammengeschrieben. Die Worttrennung lautet ne·ben·bei. Das Adverb bleibt unverändert: „Sie lernt nebenbei“, „Wir lernen nebenbei“.
Es kann im Vorfeld stehen: „Nebenbei erzählt sie von der Reise.“ Danach folgt im Aussagesatz das finite Verb. Eine Beugungstabelle ist für dieses unveränderliche Wort nicht erforderlich.
Was bedeutet „nebenbei bemerkt“?
Mit nebenbei bemerkt wird eine zusätzliche Bemerkung eingeführt. Sie wird als Einschub oder Randinformation präsentiert, muss inhaltlich aber nicht unwichtig sein.
Einen ergänzenden Hinweis einfügen
„Die Ausstellung ist, nebenbei bemerkt, auch am Montag geöffnet.“
Die Wendung markiert die Öffnungszeit als ergänzenden Hinweis. Die Kommas grenzen hier den Einschub ab.
In einem Bericht ist häufig hilfreicher, wichtige Informationen direkt zu nennen. Eine beiläufige Einleitung sollte nicht verschleiern, dass eine Angabe für das Verständnis entscheidend ist.
