überall
Form & Grammatik
- Stichwort
- überall
- Worttrennung
- über·all
Der gemeinte räumliche oder sachliche Rahmen folgt aus dem Satz und seinem Zusammenhang.
Gebrauch: Unveränderliches Adverb; keine Deklination oder Konjugation.
Definition · kurz erklärt
Überall bedeutet an allen Orten, an jeder Stelle oder in jedem gemeinten Bereich. Es kann außerdem bei jeder Gelegenheit heißen. Welcher räumliche oder sachliche Rahmen gilt, ergibt sich aus dem Zusammenhang; nicht jeder Satz meint buchstäblich die ganze Welt.
Bedeutungen
Bedeutung 1: An allen gemeinten Orten oder Stellen
Überall bezieht sich auf alle Stellen eines erkennbaren Bereichs. Dieser Bereich kann ein Zimmer, eine Stadt, die Welt oder auch ein Themengebiet sein. Eine Ergänzung macht den Umfang oft deutlicher.
Nach dem Basteln liegen überall im Zimmer kleine Papierschnipsel.
Im Zimmer begrenzt die Aussage. Der Satz behauptet nicht, dass Papierschnipsel an jedem Ort außerhalb dieses Raums liegen.
Bedeutung 2: Bei jeder Gelegenheit
Überall kann auch bedeuten, dass jemand jede passende Gelegenheit zu einem Verhalten nutzt oder dass etwas bei allen entsprechenden Anlässen vorkommt. Dabei ist nicht allein ein räumlicher Ort gemeint.
Die Figur versucht überall, das Gespräch auf ihr neues Buch zu lenken.
Gemeint sind die Gelegenheiten im dargestellten gesellschaftlichen Umfeld. Der Satz muss keine vollständige Liste von Orten enthalten.
überall: Synonyme und andere Wörter
Orte und Bereiche ausdrücken
allerorts · allerorten · an allen Stellen
An allen Stellen ist eine gut verständliche Umschreibung. Allerorts und allerorten können besonders in schriftlichen Texten passen. Auf der ganzen Welt ist nur passend, wenn tatsächlich dieser große Bezugsrahmen gemeint ist.
„Überall im Haus ist es ruhig“ bedeutet nicht dasselbe wie „Auf der ganzen Welt ist es ruhig“. Die zweite Fassung vergrößert den Geltungsbereich.
Gelegenheiten und Gegenbegriffe
bei jeder Gelegenheit · nirgends
Bei jeder Gelegenheit erklärt den anlassbezogenen Gebrauch. Nirgends ist im räumlichen Zusammenhang ein Gegenbegriff, kein Synonym. Überallhin beschreibt dagegen eine Richtung und kann nicht in jedem Satz überall ersetzen.
„Sie sucht überall“ nennt die durchsuchten Orte. „Sie fährt überallhin“ beschreibt Ziele von Bewegungen.
Beispiele und Verwendung
Eine pauschale Aussage eingrenzen
Im Aufsatz steht zunächst, das Motiv finde sich überall; im nächsten Satz werden die drei Kapitel genannt, auf die sich die Beobachtung bezieht.
Die Präzisierung macht die Aussage nachprüfbar. Ohne einen Rahmen könnte überall wie eine unbelegte Übertreibung wirken.
Vorne im Satz
Überall im Flur hängen die Bilder der Klasse.
Die Ortsangabe steht hier vor dem finiten Verb hängen. Das verändert die Wortart und die Schreibung von überall nicht.
Grammatik und Beugung
Überall ist ein Adverb und wird über·all getrennt. Es bleibt unverändert: Es erhält weder Kasusendungen eines Nomens noch Personenendungen eines Verbs. Deshalb ist hier eine Erklärung sinnvoller als eine Beugungstabelle.
Das Wort wird gewöhnlich kleingeschrieben; am Satzanfang steht Überall. Der Ausdruck kann durch Ergänzungen wie im Garten, in diesem Buch oder bei uns eingegrenzt werden. Überallhin und überallher sind verwandte Richtungswörter, aber nicht bloß andere Beugungsformen.
