weislich
Form & Grammatik
- Stichwort
- weislich
- Worttrennung
- weis·lich
Gebrauch: Veraltet; unveränderlich. Wohlweislich: mit Bedacht oder aus gutem Grund. Der konkrete Beweggrund ergibt sich aus dem Zusammenhang.
Definition · kurz erklärt
Weislich ist ein veraltetes Wort für wohlweislich. Es ordnet eine Handlung als überlegt oder aus gutem Grund geschehen ein. Das Adverb bleibt unverändert.
Bedeutungen
1 Aus gutem Grund handeln
Wer etwas weislich tut oder unterlässt, handelt der Darstellung nach mit Bedacht. Der Grund kann ausdrücklich genannt sein oder sich aus dem Zusammenhang ergeben. Die Wortwahl allein beweist nicht, dass die Entscheidung tatsächlich richtig war.
„Im altertümlich gefärbten Bühnenbericht befestigt der Techniker die lose Kabelschlaufe weislich außerhalb des Laufwegs, damit die Darsteller beim Rückwärtsschreiten nicht daran hängen bleiben.“
Der Bericht nennt den Grund für die überlegte Anordnung. Die Vorsorge bezieht sich auf eine konkrete Gefahr in dieser Szene. Ob alle anderen Wege frei sind, wird dadurch nicht behauptet.
Synonyme: andere Wörter für weislich
Weislich oder wohlweislich?
wohlweislich · mit Bedacht · aus gutem Grund
Wohlweislich erklärt die veraltete Wortwahl. Mit Bedacht hebt die Überlegung hervor; aus gutem Grund stellt die begründete Entscheidung in den Vordergrund. Die Alternativen bewahren nicht alle den altertümlichen Ton.
„Er befestigt die Schlaufe weislich außerhalb des Laufwegs“ lässt sich hier mit „aus gutem Grund außerhalb des Laufwegs“ erläutern.
Der anschließende Zwecksatz macht den Grund konkret, statt ihn nur durch das Adverb anzudeuten.
Nicht bloß eine Absicht nennen
absichtlich · bewusst
Absichtlich sagt zunächst, dass eine Handlung gewollt ist. Weislich fügt die Einordnung als überlegt oder begründet hinzu. Bewusst kann außerdem Wahrnehmung oder Wissen bezeichnen und ist deshalb nicht in jedem Satz austauschbar.
„Der Techniker hat die Schlaufe absichtlich dort befestigt“ nennt eine gewollte Platzierung. „Er hat sie weislich dort befestigt, damit niemand hängen bleibt“ erläutert zusätzlich die Vorsicht.
Aus einer gewollten Handlung folgt noch nicht, dass sie einem guten Grund entspricht.
Beispiele und Verwendung
Die Entscheidung am Ablauf prüfen
„Weislich lässt der Techniker den schmalen Durchgang frei; erst später wird dort eine große Kulisse vorbeigetragen.“
Der spätere Transport macht den Nutzen seiner vorherigen Entscheidung verständlich. Die Wortwahl bezeichnet keine besondere Eigenschaft des Durchgangs.
Einen Grund nicht als Tatsache unterstellen
„Der Erzähler schreibt, die Helferin habe den Platz weislich gemieden, nennt aber keinen Beweggrund.“
Die Formulierung legt eine überlegte Entscheidung nahe. Eine Analyse kann diese Einordnung benennen, sollte daraus aber keinen konkreten ungenannten Plan erfinden.
Grammatik und Beugung
Weislich ist ein unveränderliches Adverb und wird heute als veraltet eingeordnet. Es hat keine Formen nach Fall, Geschlecht, Zahl oder Person.
Es kann im Satzinneren stehen: Er befestigt die Schlaufe weislich dort. Am Satzanfang folgt im Aussagesatz die gebeugte Verbform: Weislich befestigt er die Schlaufe dort.
Anders als ein Adjektiv vor einem Nomen erhält weislich keine Endung. Eine Wendung wie eine überlegte Entscheidung erläutert einen verwandten Gedanken, besitzt aber einen anderen grammatischen Aufbau.
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet weis·lich. Das Adverb wird im Satzinneren kleingeschrieben. Die Schreibweise enthält ei; sie wird nicht an das Nomen Weise oder eine andere Wortform angeglichen.
