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zufleiß

Form & Grammatik

Adverb
Stichwort
zufleiß
Worttrennung
zu·fleiß

Gebrauch: Unveränderlich; bayrisch, österreichisch veraltet. Absichtlich, bewusst. Jemandem zufleiß: um die im Dativ genannte Person zu ärgern.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Zufleiß bedeutet absichtlich oder bewusst. Das regionale Adverb ist mit bayrisch, österreichisch veraltet eingeordnet. In der festen Verbindung jemandem zufleiß geht es genauer um das Ärgern einer Person.

Bedeutungen

1 Etwas mit Absicht tun

Zufleiß kann ausdrücken, dass eine Handlung gewollt und nicht versehentlich erfolgt. Welche Absicht dahintersteht, muss der Zusammenhang zeigen. Ohne die entsprechende Ergänzung ist damit nicht automatisch ein Ärgern oder Schädigen gemeint.

„Im älteren österreichischen Dialog legt Lina den dunklen Stoff zufleiß unter die hellen Knöpfe, damit man deren Umrisse besser erkennt.“

Der genannte Zweck erläutert die bewusste Anordnung. Lina soll damit die Betrachtung erleichtern. Die Szene enthält deshalb keinen Vorwurf, sie wolle eine andere Person ärgern.

Synonyme: andere Wörter für zufleiß

Zufleiß oder absichtlich?

absichtlich · mit Absicht · bewusst

Absichtlich oder mit Absicht macht die Aussage für ein breiteres Publikum verständlich. Die regionale und ältere Färbung des Ausgangsworts bleibt dabei nicht erhalten. Bewusst kann auch Wissen oder Wahrnehmung bezeichnen; hier wird es nur im Sinn des Gewollten verglichen.

„Lina legt den Stoff zufleiß unter die Knöpfe“ lässt sich in der Szene mit „Lina legt den Stoff absichtlich unter die Knöpfe“ erläutern.

Die Handlung und ihr erklärter Zweck bleiben dieselben, während die Wortwahl ihren regionalen Ton verliert.

Absicht und ärgernden Zweck trennen

gewollt · um jemanden zu ärgern

Die ausführliche Zweckangabe passt zur festen Verbindung jemandem zufleiß. Die bloße Absicht ist weiter: Eine gewollte Handlung kann hilfreich, gleichgültig oder störend sein.

„Sie ordnet die Knöpfe mit Absicht so an“ nennt das Gewollte. „Sie ordnet sie so an, um ihn zu ärgern“ würde einen anderen Zweck behaupten.

Für diesen zusätzlichen Zweck braucht es eine entsprechende Angabe im Zusammenhang.

Beispiele und Verwendung

Eine Textstelle verständlich wiedergeben

„Die Erläuterung zum alten Dialog ersetzt zufleiß durch mit Absicht und nennt Linas Zweck anschließend ausdrücklich.“

Die Umschreibung erklärt das seltenere regionale Wort. Sie fügt keinen neuen Beweggrund hinzu.

Eine Wirkung nicht mit der Absicht verwechseln

„Lina legt den dunklen Stoff zufleiß bereit; dass später jemand darüber stolpert, hatte sie in der Szene nicht beabsichtigt.“

Die gewollte Vorbereitung und die unerwünschte spätere Folge sind getrennt. Die Folge allein würde noch nicht beweisen, dass gerade sie angestrebt war.

Grammatik und Beugung

Zufleiß ist ein unveränderliches Adverb. Es besitzt keine Kasus-, Personen- oder Adjektivformen. Die gebeugten Wörter im Satz ändern ihre Form, zufleiß bleibt gleich.

In jemandem zufleiß steht die Person im Dativ: mir zufleiß oder dem Bruder zufleiß. Diese Ergänzung grenzt den ärgernden Zweck ein.

Das Nomen Fleiß ist eine andere Wortart. Die Bedeutung des Adverbs wird nicht dadurch erklärt, dass eine Handlung besonders sorgfältig ausgeführt wird.

Schreibweise und Worttrennung

Die Worttrennung lautet zu·fleiß. Das Adverb wird zusammengeschrieben und enthält ß. Es wird im Satzinneren kleingeschrieben.

Jemandem zufleiß

Die feste Verbindung bezeichnet eine Handlung mit dem Zweck, die genannte Person zu ärgern. Die regionale Gebrauchseinordnung des Adverbs bleibt zu beachten.

„»Den Schlüssel hat er mir zufleiß auf den hohen Schrank gelegt«, schimpft die Schwester im alten Dialog.“

Die Schwester unterstellt ihrem Bruder einen ärgernden Zweck. Der hohe Ablageort allein beweist diesen Beweggrund noch nicht; die Aussage bleibt zunächst ihre Deutung.