Affäre
Form & Grammatik
- Lemma
- die Affäre
- Wortart
- Substantiv, feminin
- Worttrennung
- Af·fä·re
- Genitiv
- der Affäre
- Plural
- die Affären
- Gebrauch
- unangenehme Angelegenheit oder Liebesbeziehung; umgangssprachlich auch eine Sache mit bestimmtem Aufwand
Affäre kann eine unangenehme oder öffentlich umstrittene Angelegenheit und eine Liebesbeziehung bezeichnen. Umgangssprachlich steht es außerdem für eine Sache oder Unternehmung, deren Aufwand beschrieben wird.
Bedeutungen
Eine unangenehme oder umstrittene Angelegenheit
Eine Affäre kann Vorwürfe, Unklarheiten oder öffentliche Empörung auslösen. Das Wort bewertet die Angelegenheit als belastend, beweist aber weder die Vorwürfe noch eine Straftat.
„Die Affäre um die verschwundenen Unterlagen beschäftigt den Verein seit Wochen.“
Der Satz bezeichnet eine problematische Angelegenheit. Er sagt noch nicht, wer die Unterlagen entfernt hat oder ob überhaupt ein absichtliches Handeln vorlag.
Eine Liebesbeziehung
Bei Beziehungen bezeichnet Affäre häufig eine kürzere, weniger verbindliche oder heimliche Verbindung. Dass mindestens eine Person verheiratet ist, gehört nicht zwingend zur Bedeutung.
„Die beiden Romanfiguren beginnen während der Reise eine Affäre.“
Eine Liebesbeziehung wird benannt. Ob sie außerehelich ist oder später dauerhaft wird, muss der weitere Text zeigen.
Umgangssprachlich: eine Sache oder Unternehmung
In Wendungen über Dauer oder Kosten kann Affäre auch allgemein Angelegenheit heißen. Der Zusammenhang legt dann fest, welcher Aufwand gemeint ist.
„Die Reparatur ist laut Werkstatt eine Affäre von einer halben Stunde.“
Gemeint ist hier ein kurzer Arbeitsvorgang. Weder ein Skandal noch eine Liebesbeziehung ist angesprochen; für einen nüchternen Bericht passt Reparaturarbeit besser.
Affäre: Synonyme und andere Wörter
Bei einem problematischen Vorgang
Angelegenheit · Vorfall · Skandal
Angelegenheit ist neutraler. Vorfall bezeichnet eher ein Geschehen; Affäre kann auch dessen weitere Folgen einschließen. Skandal hebt die öffentliche Empörung und schwere Bewertung stärker hervor.
‚Die Zeitung berichtet über die Affäre um die Akten.‘ → ‚Die Zeitung berichtet über die umstrittene Angelegenheit um die Akten.‘ Die zweite Fassung vermeidet eine zusätzliche Verschärfung zum Skandal.
Bei einer Liebesbeziehung
Liebschaft · Verhältnis · Liaison
Liebschaft und Liaison passen zur Liebesbeziehung. Verhältnis ist ohne Kontext vieldeutig. Außereheliche Beziehung fügt einen Umstand hinzu, den Affäre allein nicht in jedem Fall enthält.
‚Die Figuren beginnen eine Affäre.‘ → ‚Die Figuren beginnen eine Liebschaft.‘ ‚Eine außereheliche Beziehung‘ wäre nur dann passend, wenn die Ehebindung tatsächlich bekannt ist.
Beispiele und Verwendung
„Im ersten Absatz ist von einer lästigen Affäre die Rede; später wird deutlich, dass damit ein Streit um ein Gemälde gemeint ist.“
In einer Zusammenfassung hilft die genauere Angabe die umstrittene Angelegenheit um das Gemälde. Ohne sie könnten Leser eine Liebesbeziehung vermuten.
„Sie hatte eine Affäre mit einem Kollegen; der Text nennt keine weitere Beziehung.“
Eine Charakterisierung darf eine Ehe oder einen Betrug nicht ohne Textgrundlage ergänzen. Bei Aussagen über reale Personen müssen außerdem bloße Behauptungen von gesicherten Angaben unterschieden werden.
Grammatik und Beugung
Das Wort ist feminin: die Affäre. Es wird mit zwei f und einem ä geschrieben. Der Plural lautet Affären. Im Deutschen steht am Ende kein Akzentzeichen. Bei der Beugung bleibt die Singularform gleich; Artikel und Begleiter zeigen den Fall.
Die Singularform bleibt in allen vier Fällen gleich. Der Plural lautet Affären.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Affäre | die Affären |
| Genitiv | der Affäre | der Affären |
| Dativ | der Affäre | den Affären |
| Akkusativ | die Affäre | die Affären |
Gebräuchlich sind „eine Affäre um die Vergabe“, „eine Affäre mit jemandem“ und „in eine Affäre verwickelt sein“. Um steht hier mit Akkusativ, mit mit Dativ. Die Präposition allein entscheidet noch nicht über alle Einzelheiten; lies immer die gesamte Wortgruppe. Weitere Nomen findest du im Substantivwörterbuch.
Herkunft
Affäre wurde aus französisch affaire übernommen. Das französische Wort bezeichnet eine Sache oder Angelegenheit und geht auf die Verbindung à faire zurück: etwas zu tun. Die allgemeinere Bedeutung ist in der umgangssprachlichen deutschen Verwendung noch erkennbar; im heutigen Gebrauch fallen besonders die problematische Angelegenheit und die Liebesbeziehung auf.
Sich aus der Affäre ziehen
Wer sich aus der Affäre zieht, findet einen geschickten Ausweg aus einer unangenehmen Lage oder entgeht ihren Folgen. Die Wendung ist umgangssprachlich.
„Auf die unangenehme Nachfrage antwortete er mit einem Scherz und zog sich so aus der Affäre.“
Der Scherz ermöglicht hier ein Ausweichen. Je nach Zusammenhang kann die Wendung Geschick loben oder mangelnde Verantwortungsübernahme kritisieren. Sie bedeutet nicht von selbst, eine Liebesbeziehung zu beenden.
