Affekt
Form & Grammatik
- Stichwort
- Affekt
- Worttrennung
- Af·fekt
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Affekts oder des Affektes
- Plural
- die Affekte
Gebrauch: Für heftige Gefühlsregungen sind Singular und Plural möglich. Die bildungssprachliche Bedeutung Leidenschaften wird nur im Plural verwendet.
Definition · kurz erklärt
Ein Affekt ist eine heftige Gefühlsregung oder ein Zustand starker innerer Erregung. Bildungssprachlich bezeichnet die Mehrzahl Affekte auch Leidenschaften.
Bedeutungen
1. Eine heftige Gefühlsregung
Ein Affekt ist eine starke Gemütsbewegung, die einen Menschen heftig erregt oder innerlich anspannt. Das Wort beschreibt beispielsweise einen Zustand großer Wut, Angst oder Freude. Dabei steht die Stärke der Gefühlsregung im Vordergrund.
„Im ersten Affekt warf Mira die Einladung weg; später wollte sie den Streit klären.“
Das Wegwerfen geschieht in der ersten Erregung. Später überlegt Mira, wie sie den Streit beilegen kann.
2. Leidenschaften: Affekte
Bildungssprachlich kann Affekte Leidenschaften oder starke innere Regungen bezeichnen. Diese Bedeutung steht nur im Plural. In einer Analyse kann damit das emotionale Kräftefeld einer Figur gemeint sein.
„Die Rede soll die Affekte der Zuhörenden ansprechen.“
Die Rede soll starke Gefühle wecken. Welche Leidenschaften sie anspricht, lässt sich an ihrer Wortwahl und ihren Themen erkennen.
Affekt: Synonyme und Unterschiede
Erregung und Gefühlsausbruch
Heftige Erregung erklärt die erste Bedeutung. Ein Gefühlsausbruch hebt stärker das sichtbare oder hörbare Hervortreten hervor: „Sie brach in Tränen aus.“ Ein Affekt muss dagegen nicht als lauter Ausbruch nach außen treten. Gefühl ist weiter und kann auch eine ruhige, länger anhaltende Empfindung meinen.
Leidenschaft
Für die zweite Bedeutung passt Leidenschaften. „Der Text zeigt widersprüchliche Leidenschaften“ ist häufig verständlicher als „Der Text zeigt widersprüchliche Affekte“.
Beispiele und Verwendung
Was heißt im Affekt handeln?
Im Affekt handeln heißt, unter dem unmittelbaren Einfluss heftiger Erregung zu handeln.
„Er sagte die verletzenden Worte im Affekt.“
Die Worte fallen unter dem Einfluss heftiger Erregung. Die Wendung erklärt, in welchem Zustand der Sprecher handelt.
„Die Erzählung zeigt den Wechsel von Überlegung und Affekt.“
Für eine Textanalyse sollte erklärt werden, welche Äußerungen oder Handlungen die starke Erregung erkennen lassen. Das bloße Wort ersetzt keinen Beleg.
Wortfamilie
Affektiv bedeutet gefühlsbetont oder auf einen Affekt bezogen: „eine affektive Reaktion“. Das Adjektiv beschreibt einen Bezug zum Gefühl. Affektiert ist davon zu unterscheiden: Es bedeutet gekünstelt und ist kein allgemeines Synonym für stark erregt.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Affekt. Beide Genitivformen sind möglich: des Affekts und des Affektes. Der Plural lautet die Affekte, im Dativ den Affekten. Die Worttrennung lautet Af·fekt.
Die Tabelle zeigt das Formenangebot. Die Bedeutung „Leidenschaften“ verwendet davon ausschließlich die Pluralspalte. Der Singular gehört zur Bedeutung der heftigen Gefühlsregung.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Affekt | die Affekte |
| Genitiv | des Affekts oder des Affektes | der Affekte |
| Dativ | dem Affekt | den Affekten |
| Akkusativ | den Affekt | die Affekte |
Herkunft
Affekt geht auf lateinisch affectus zurück. Dazu gehört afficere, „in eine Stimmung versetzen“. Die Herkunft verweist auf den Gefühlszustand, den das Wort heute bezeichnet.
Weitere Begriffe findest du im Fremdwörterbuch.
