Amateurin
Form & Grammatik
- Stichwort
- Amateurin
- Worttrennung
- Ama·teu·rin
- Artikel
- die Amateurin
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Amateurin
- Plural
- die Amateurinnen
Amateurin ist eine Frau, die eine Tätigkeit aus Interesse oder als Hobby und nicht berufsmäßig betreibt. Abwertend kann das Wort auch eine Frau bezeichnen, die eine Aufgabe ohne ausreichende Kenntnisse angeht. Nichtberufliche Tätigkeit und mangelndes Können sind jedoch verschiedene Dinge.
Eine Rolle, nicht automatisch ein Leistungsurteil
Eine Amateurin im Theater kann viele Jahre Bühnenerfahrung sammeln. Eine Amateurfotografin kann sich intensiv mit Licht und Bildgestaltung beschäftigen. Die Tätigkeit bleibt nichtberuflich, obwohl sie fachkundig ausgeführt wird. Das Wort sagt außerdem nicht, dass die Person Anfängerin wäre oder nur selten übe.
In einem Vorwurf wie „Sie ist doch nur eine Amateurin“ kann dagegen eine Abwertung der Fähigkeiten liegen. Das kleine Wort nur verstärkt diesen Ton. Eine sachliche Beschreibung sollte angeben, welche Kenntnisse für die konkrete Aufgabe fehlen, statt aus dem Status auf die gesamte Person zu schließen.
Bei sportlichen Wettbewerben kann Amateurin Teil einer bestimmten Einteilung sein. Ob eine Teilnahme in der jeweiligen Kategorie möglich ist, ergibt sich aus den geltenden Regeln. Die allgemeine Bedeutung allein entscheidet beispielsweise nicht, welche Einnahmen mit einem bestimmten Status vereinbar sind.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| Hobbysportlerin | Sport nicht berufsmäßig betreiben | Benennt die Freizeitperspektive, ohne automatisch geringe Leistung zu behaupten. |
| Freizeitmusikerin | Musik außerhalb des Berufs ausüben | Präzise für den musikalischen Bereich; keine Alternative für jede Amateurin. |
| Laiin | Nicht als ausgebildete Fachperson auftreten | Bezieht sich auf Fachkenntnis oder Fachzuständigkeit; eine Amateurin kann trotzdem viel Erfahrung besitzen. |
| Anfängerin | Erst mit einer Tätigkeit begonnen haben | Nennt den Erfahrungsstand, nicht den beruflichen Status. Nur mit entsprechendem Kontext passend. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Eine sorgfältige Freizeitbeschäftigung
Ausgangssatz: Die Amateurin dokumentiert seit zwölf Jahren die Vogelarten am See.
Alternative: Die Hobbybeobachterin dokumentiert seit zwölf Jahren die Vogelarten am See.
Die Alternative betont das persönliche Interesse. Die lange Beschäftigung lässt Erfahrung erkennen, sagt aber noch nichts über eine bestimmte Ausbildung. Anfängerin würde eine andere Aussage über den Erfahrungsstand machen.
Beispielpaar 2: Eine pauschale Kritik auflösen
Ausgangssatz: Der Kursleiter nennt sie wegen der misslungenen Aufnahme eine Amateurin.
Alternative: Der Kursleiter kritisiert ihre fehlende Erfahrung mit der Belichtung.
Die zweite Fassung ist nur passend, wenn gerade die Belichtung das Problem war. Sie erklärt einen konkreten Mangel und vermeidet ein Urteil über alle Fähigkeiten. Ohne diese Zusatzinformation wäre sie keine bloße Wortersetzung, sondern eine inhaltliche Ergänzung.
Die Amateurin und die Amateurinnen
Amateurin ist ein feminines Substantiv. Die Einzahl bleibt im Wortkörper in allen vier Fällen gleich; der Artikel zeigt den Fall. Die Mehrzahl lautet Amateurinnen, mit doppeltem n in der Endung -innen.
Deklination von Amateurin
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Amateurin | die Amateurinnen |
| Genitiv | der Amateurin | der Amateurinnen |
| Dativ | der Amateurin | den Amateurinnen |
| Akkusativ | die Amateurin | die Amateurinnen |
„Ich spreche mit einer Amateurin“ steht im Dativ. Bei mehreren Frauen heißt es „mit den Amateurinnen“. Ein zusätzliches -n wird dann nicht angehängt. Die männliche Bezeichnung Amateur hat andere Formen, etwa des Amateurs und den Amateuren; diese Endungen gehören nicht zur weiblichen Form.
Den Wortkern erhalten
Amateurin enthält wie Amateur die Buchstabenfolge -eur-. Die Aussprache verleitet manchmal zu einer Schreibung mit ö; in der Standardschreibung bleibt jedoch Amateurin. Als Nomen wird das Wort großgeschrieben. Für die Tätigkeit können Zusammensetzungen wie Amateurtheater verwendet werden; das Adjektiv amateurhaft bleibt klein.
Was soll der Leser über die Person erfahren?
Wenn die berufliche Einordnung unwichtig ist, kann eine konkrete Rollenbezeichnung hilfreicher sein: Fotografin, Sängerin oder Spielerin. Soll gerade die nichtberufliche Tätigkeit erläutert werden, lässt sich dies ergänzen: „Sie singt neben ihrem Beruf in einem Chor.“ Eine Amateurin kann dabei professionell arbeiten, also vorbereitet und fachkundig handeln. Das ist kein Widerspruch, weil die Wörter unterschiedliche Ebenen beschreiben können.
Weitere Bezeichnungen für Menschen und Tätigkeiten findest du im Wörterbuch der Substantive.
