Angebeteter
Form & Grammatik
- Stichwort
- Angebeteter
- Worttrennung
- An·ge·be·te·ter
- Artikel
- der Angebetete / ein Angebeteter
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Angebeteten / eines Angebeteten
- Plural
- die Angebeteten; ohne Artikel: Angebetete
- Gebrauch
- Substantiviertes Adjektiv: Die Endung hängt von Artikel und Fall ab.
Ein Angebeteter ist ein Mann, den jemand besonders liebt oder verehrt. Die Bezeichnung wirkt häufig gehoben oder scherzhaft übertreibend. Sie beschreibt ihn aus der Perspektive einer bewundernden Person; eine bestehende oder erwiderte Liebesbeziehung ist damit nicht automatisch gemeint.
Der Mann, auf den sich die Verehrung richtet
„Ihr Angebeteter betritt den Raum“ lenkt den Blick auf die Bedeutung dieses Mannes für sie. Die Aussage kann einen Partner betreffen, ebenso aber eine Person, für die sie heimlich schwärmt. Was er selbst empfindet, bleibt offen.
Die Wortwahl kann echte Zuneigung zeigen oder eine übersteigerte Bewunderung ironisch kommentieren. In einem Erzähltext ist daher entscheidend, ob eine Figur selbst so spricht oder ob die Erzählinstanz ihre Sicht aufgreift. Der Ausdruck gibt keine objektive Auskunft über besondere Vorzüge des Mannes.
Ein Angebeteter ist der Verehrte, ein Verehrer der Verehrende. Diese Rollenverteilung hilft beim richtigen Ersatzwort. „Ihr Verehrer“ würde bedeuten, dass er sie bewundert; „ihr Angebeteter“ richtet die Bewunderung von ihr auf ihn.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| Liebster | Ein besonders geliebter Mann | Klingt innig und kann vertraute Nähe stärker nahelegen. |
| verehrter Mann | Den Gegenstand der Bewunderung beschreiben | Erklärt die Beziehung der Wörter, ohne Gegenseitigkeit zu behaupten. |
| Geliebter | Ein geliebter Mann | Kann zusätzlich einen Partner in einer heimlichen oder außerehelichen Beziehung meinen. |
| Mann ihres Herzens | Romantische Zuneigung bildhaft ausdrücken | Ähnlich gefühlsbetont, aber ausdrücklich an die genannte Perspektive gebunden. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Eine heimliche Schwärmerei
Ausgangssatz: In der erfundenen Szene erkennt Liv ihren Angebeteten am Fenster.
Alternative: In der erfundenen Szene erkennt Liv den von ihr verehrten Mann am Fenster.
Beide Fassungen richten die Zuneigung von Liv auf den Mann. Sie verraten nicht, ob er von ihren Gefühlen weiß. „Ihren Freund“ würde eine zusätzliche Beziehung behaupten.
Beispielpaar 2: Der spielerische Ton
Ausgangssatz: Sie begrüßt ihren langjährigen Partner lachend als ihren Angebeteten.
Alternative: Sie begrüßt ihren langjährigen Partner liebevoll als ihren Liebsten.
Die bekannte Partnerschaft erlaubt hier die vertraute Alternative. Der scherzhaft erhöhte Ton der ersten Formulierung wird in der zweiten weniger deutlich.
Ein Angebeteter, aber der Angebetete
Das Wort ist ein substantiviertes Partizip mit adjektivischer Beugung. Seine Endung hängt vom Begleitwort und vom Fall ab. Die Wörterbuchform Angebeteter entspricht deshalb nicht jeder Singularform.
Die Tabellen trennen den Gebrauch ohne Artikel, mit bestimmtem Artikel und mit ein oder eine beziehungsweise im Plural keine.
Stark: ohne ArtikelDeklination von Angebeteter
| Fall | Maskulinum, Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | Angebeteter | Angebetete |
| Genitiv | Angebeteten | Angebeteter |
| Dativ | Angebetetem | Angebeteten |
| Akkusativ | Angebeteten | Angebetete |
Schwach: mit bestimmtem ArtikelDeklination von Angebeteter
| Fall | Maskulinum, Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Angebetete | die Angebeteten |
| Genitiv | des Angebeteten | der Angebeteten |
| Dativ | dem Angebeteten | den Angebeteten |
| Akkusativ | den Angebeteten | die Angebeteten |
Gemischt: ein oder eine; im Plural keineDeklination von Angebeteter
| Fall | Maskulinum, Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | ein Angebeteter | keine Angebeteten |
| Genitiv | eines Angebeteten | keiner Angebeteten |
| Dativ | einem Angebeteten | keinen Angebeteten |
| Akkusativ | einen Angebeteten | keine Angebeteten |
Mit einem Possessivbegleiter heißt es im Nominativ ihr Angebeteter, im Akkusativ ihren Angebeteten. Im Plural sind die Angebeteten oder ohne Artikel Angebetete möglich. „Der Angebetete“ ist also eine korrekte männliche Form und nicht automatisch die weibliche Personenbezeichnung Angebetete.
Großschreibung bei der Personenbezeichnung
Man schreibt Angebeteter groß, wenn das Wort selbst die Person bezeichnet. Vor einem Nomen bleibt es klein: „ein angebeteter Musiker“. Die Bildung gehört zu angebetet, dem Partizip von anbeten. Die alltägliche Liebesbezeichnung setzt keine religiöse Handlung voraus.
Die Perspektive mitlesen
In einer Charakterisierung ist besonders auf die Richtung der Gefühle zu achten. Dass jemand verliebt ist, bedeutet nicht, dass der Angebetete diese Gefühle erwidert. Das Wort sagt auch nichts darüber aus, ob der Verehrte freundlich, treu oder besonders begabt ist.
Für eine überzeugende Analyse kann man zeigen, wie die Wortwahl eine Figur idealisiert: Welche Eigenschaften hebt die bewundernde Person hervor, welche Widersprüche übersieht sie? Solche Aussagen brauchen weitere Hinweise aus dem Text. Weitere Nomen findest du bei den Substantiven.
