Anmut
Form & Grammatik
- Stichwort
- Anmut
- Worttrennung
- An·mut
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Anmut
- Plural
- kein üblicher Plural
Anmutig ist eine Ableitung, keine Beugungsform.
Definition · kurz erklärt
Anmut ist eine als harmonisch und reizvoll empfundene Eleganz, besonders in Bewegung und Erscheinung.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Harmonische Eleganz
Anmut beschreibt eine Wirkung, bei der Erscheinung oder Bewegung als harmonisch, leicht und reizvoll empfunden wird. Das Wort bezieht sich häufig auf Menschen, Gesten, Tanz oder eine Landschaft.
„In ihren leichten Schritten zeigte die Tänzerin eine natürliche Anmut.“
Der Satz beschreibt eine ästhetische Wirkung, keinen Beweis für Güte, Klugheit oder Charakter.
Bedeutung 2: Übertragene Lieblichkeit
Übertragen kann Anmut eine als lieblich oder angenehm empfundene Wirkung in der Natur oder einer Darstellung bezeichnen. Die Übertragung bleibt an Harmonie und Reiz gebunden.
„Die niedrigen Steinmauern gaben dem Garten eine zurückhaltende Anmut.“
Anmut, Grazie und Eleganz
Grazie liegt besonders bei leichten, fein abgestimmten Bewegungen nahe. Eleganz kann auch einen kultivierten Stil oder eine geschickte Lösung meinen. Anziehungskraft ist weiter und sagt nicht zwingend etwas über Harmonie oder Leichtigkeit.
„Ihre anmutige Bewegung wirkte leicht.“ → „Ihre elegante Bewegung wirkte stilvoll.“
Die erste Fassung betont den harmonischen Reiz, die zweite stärker die gepflegte oder geschickte Ausführung. Das Adjektiv anmutig bezeichnet etwas, das Anmut ausstrahlt.
Beispiele und Verwendung
Eine Bewegung beschreiben
„Beim Verbeugen bewahrte die Tänzerin eine ruhige Anmut.“
Gemeint ist die Wirkung von Haltung und Bewegung, kein messbares körperliches Merkmal.
Auf eine Landschaft bezogen
„Der alte Garten gewann durch die schmalen Wege eine besondere Anmut.“
Der Ausdruck bewertet den Gesamteindruck; er ersetzt keine konkrete Beschreibung der Wege.
Grammatik und Beugung
Anmut ist feminin: die Anmut. Im gewöhnlichen Gebrauch wird es ohne Plural verwendet. Das Substantiv selbst bleibt in den Kasusformen gleich; der Artikel zeigt den Kasus an.
| Kasus | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Anmut |
| Genitiv | der Anmut |
| Dativ | der Anmut |
| Akkusativ | die Anmut |
Die Worttrennung lautet An·mut.
Wortfamilie und Herkunft
Das Adjektiv anmutig ist die gebräuchliche Ableitung. Historisch geht Anmut auf mittelhochdeutsch anemuot zurück, damals mit der Bedeutung „Vergnügen, Lust“. Diese Herkunft erklärt nicht die heutige Bedeutung von Mut im Sinn von Tapferkeit.
