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Bedächtigkeit

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Bedächtigkeit
Worttrennung
Be·däch·tig·keit
Artikel
die Bedächtigkeit
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Bedächtigkeit
Plural
im üblichen Eigenschaftsgebrauch ohne Plural

Formen und Verwendung im Detail

Bedächtigkeit bezeichnet eine ruhige, wenig hastige Art zu handeln oder zu sprechen. Je nach Zusammenhang steht das gemessene Tempo oder das überlegte Vorgehen im Vordergrund. Langsames Verhalten allein beweist noch keine besonders gründliche Überlegung.

Ruhe im Tempo und im Überlegen

Bedächtigkeit bezeichnet eine Art des Handelns, die wenig hastig wirkt. Bewegungen oder Worte können langsam und gemessen erfolgen. In einem weiteren Zusammenhang gehört dazu, vor einer Entscheidung ruhig nachzudenken und Folgen einzubeziehen.

Diese beiden Seiten müssen nicht immer zusammenfallen. Eine Person kann einen Gegenstand langsam abstellen, ohne dabei eine schwierige Entscheidung abzuwägen. Umgekehrt kann eine gut überlegte Reaktion rasch erfolgen. Der Zusammenhang zeigt, ob hauptsächlich das Tempo oder die überlegte Haltung gemeint ist.

Bedächtigkeit kann als Stärke erscheinen, wenn eine unüberlegte Reaktion vermieden wird. In einer eiligen Situation kann dasselbe Verhalten aber zu langsam wirken. Das Nomen ist deshalb kein pauschaler Beweis für Klugheit oder für mangelnde Entschlusskraft.

Das zugehörige Adjektiv bedächtig beschreibt unmittelbar eine Handlung oder Person. Das Nomen fasst diese Art abstrakt zusammen: aus bedächtigen Bewegungen wird die Bedächtigkeit der Bewegungen.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
RuheBedächtigkeit beim HandelnWeiter; kann auch die Abwesenheit von Lärm oder Bewegung meinen.
GemessenheitBedächtigkeit einer BewegungBetont das ruhige, gleichmäßige Tempo.
BesonnenheitBedächtigkeit vor einer EntscheidungBetont besonders das überlegte Vorgehen.
LangsamkeitBedächtigkeit als beobachtbares TempoNeutraler und enger; enthält noch keine Aussage über das Nachdenken.

Eigene Beispiele: eine Bewegung beschreiben

Ausgangssatz: Mit auffälliger Bedächtigkeit legte Mira die beiden Karten nebeneinander.

Alternative: Auffällig langsam und ruhig legte Mira die beiden Karten nebeneinander.

Die eigene Alternative beschreibt das sichtbare Tempo. Beide Sätze lassen offen, ob Mira zögert, sorgfältig vergleicht oder die Wirkung ihrer Bewegung bewusst gestaltet. Eine Deutung braucht weitere Anhaltspunkte.

Eigene Beispiele: eine Entscheidung vorbereiten

Ausgangssatz: Die Bedächtigkeit ihrer Antwort zeigte sich darin, dass sie erst zwei Folgen des Vorschlags abwog.

Alternative: Die Besonnenheit ihrer Antwort zeigte sich darin, dass sie erst zwei Folgen des Vorschlags abwog.

Hier passt die Alternative, weil ausdrücklich ein Abwägen beschrieben wird. Ein bloßes Schweigen wäre weniger eindeutig: Es könnte auch Unsicherheit oder Ablenkung ausdrücken.

Die Bedächtigkeit

Bedächtigkeit ist ein feminines Substantiv. Es bezeichnet gewöhnlich eine nicht gezählte Eigenschaft und wird im normalen Gebrauch im Singular verwendet.

Deklination von Bedächtigkeit
Die vier Fälle im Singular. Im üblichen Eigenschaftsgebrauch ohne Plural.
FallSingular
Nominativdie Bedächtigkeit
Genitivder Bedächtigkeit
Dativder Bedächtigkeit
Akkusativdie Bedächtigkeit

Mehrere konkrete Handlungen beschreibt man besser als bedächtige Bewegungen, Antworten oder Entscheidungen. Das Nomen selbst verändert seine Endung beim Fallwechsel nicht. In mit großer Bedächtigkeit verlangt mit den Dativ.

Bedächtig plus -keit

Das Wort behält ä und cht aus bedächtig. Die Endung lautet -keit: Bedächtigkeit. Als Nomen beginnt es groß. Das Adjektiv bleibt im gewöhnlichen Satz klein, etwa in eine bedächtige Antwort.

In einer Charakterisierung genauer werden

Besonnen hebt das überlegte Reagieren hervor. Wer Bedächtigkeit damit gleichsetzt, sollte im Text mehr als ein langsames Tempo nachweisen.

Ein eigener Analyseabsatz könnte lauten: „Die Figur antwortet erst, nachdem sie die beiden Möglichkeiten und ihre Folgen geprüft hat. Ihre Bedächtigkeit erscheint hier als bewusste Zurückhaltung gegenüber einer vorschnellen Entscheidung.“ Der zweite Satz deutet die zuvor genannte Beobachtung. Er erklärt nicht die ganze Persönlichkeit aus einer einzigen Situation. Weitere Eigenschaftsnomen stehen im Substantivwörterbuch.