Bedürftigkeit
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Bedürftigkeit
- Worttrennung
- Be·dürf·tig·keit
- Artikel
- die Bedürftigkeit
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Bedürftigkeit
- Plural
- die Bedürftigkeiten
Bedürftigkeit bezeichnet das Angewiesensein auf Hilfe oder fehlende notwendige Mittel. Häufig ist eine materielle Notlage gemeint. Der Ausdruck kann je nach Zusammenhang auch einen anderen Unterstützungsbedarf benennen und ist keine Bewertung des persönlichen Werts.
Wenn notwendige Mittel oder Unterstützung fehlen
Bedürftigkeit bezeichnet einen Zustand, in dem jemand auf Hilfe oder zusätzliche Mittel angewiesen ist. Häufig steht die materielle Lage im Vordergrund: Vorhandene Mittel reichen für notwendige Ausgaben nicht aus. Das Wort beschreibt die Situation, nicht den persönlichen Wert eines Menschen.
Je nach Zusammenhang kann Bedürftigkeit auch allgemeiner einen Bedarf an Unterstützung ausdrücken. Dann sollte genannt werden, welche Hilfe erforderlich ist. Ohne Ergänzung kann unklar bleiben, ob es um Geld, Versorgung, Begleitung oder eine andere Form der Unterstützung geht.
Bedürftigkeit und Bedürfnis sind nicht dasselbe. Ein Bedürfnis nach Ruhe oder Zugehörigkeit bedeutet nicht automatisch materielle Bedürftigkeit. Ebenso lässt sich aus einem einzelnen Wunsch nicht ableiten, dass jemand grundsätzlich unselbstständig sei.
In amtlichen Zusammenhängen kann Bedürftigkeit nach besonderen Regeln beurteilt werden. Dieser Artikel erklärt den Sprachgebrauch. Aus der allgemeinen Wortbedeutung lässt sich kein bestimmter Leistungsanspruch oder fester Prüfmaßstab ableiten.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| Hilfebedarf | Unterstützung wird benötigt | Betont die notwendige Hilfe; Art und Umfang sollten benannt werden. |
| Mittellosigkeit | materielle Bedürftigkeit | Enger und häufig stärker: fehlende Mittel stehen im Mittelpunkt. |
| Armut | eine schwierige materielle Lebenslage | Verwandt, aber nicht in jedem Fachkontext deckungsgleich. |
| Unterstützungsbedarf | eine konkrete Hilfe ist erforderlich | Sachliche Umschreibung, die sich gut näher bestimmen lässt. |
Eigene Beispiele: die materielle Lage beschreiben
Ausgangssatz: Die Geschichte zeigt die Bedürftigkeit der Familie daran, dass notwendige Ausgaben nicht gedeckt werden können.
Alternative: Die Geschichte zeigt den materiellen Hilfebedarf der Familie daran, dass notwendige Ausgaben nicht gedeckt werden können.
Die eigenen Sätze benennen eine Lage und ihren Anhaltspunkt. Sie behaupten weder Faulheit noch eine persönliche Schuld. Solche Wertungen dürften nicht durch die Wahl eines Ersatzwortes eingeschoben werden.
Eigene Beispiele: die Hilfe konkretisieren
Ausgangssatz: Die Bedürftigkeit der Figur wird zunächst nur allgemein erwähnt.
Alternative: Der Unterstützungsbedarf der Figur wird zunächst nur allgemein erwähnt.
Die Alternative ist sachlicher, bleibt aber ebenso ungenau. Für eine informative Darstellung müsste erklärt werden, welche Unterstützung fehlt. Das bloße Nomen ersetzt diese Information nicht.
Die Bedürftigkeit, die Bedürftigkeiten
Bedürftigkeit ist ein feminines Substantiv. Der Singular bezeichnet häufig den allgemeinen Zustand. Der mögliche Plural Bedürftigkeiten unterscheidet verschiedene Arten oder Erscheinungsformen des Bedarfs; in Alltagstexten ist eine konkrete Umschreibung oft leichter verständlich.
Deklination von Bedürftigkeit
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Bedürftigkeit | die Bedürftigkeiten |
| Genitiv | der Bedürftigkeit | der Bedürftigkeiten |
| Dativ | der Bedürftigkeit | den Bedürftigkeiten |
| Akkusativ | die Bedürftigkeit | die Bedürftigkeiten |
Das Nomen behält im Singular seine Endung. „Wegen der Bedürftigkeit“ enthält den Genitiv, „bei festgestellter Bedürftigkeit“ den Dativ. Die Formulierung benennt jeweils einen Zusammenhang, noch keine vollständige Begründung einer Entscheidung.
Bedürftig plus -keit
Die Schreibung lautet Bedürftigkeit mit ü und ft. Das zugehörige Adjektiv bedürftig beginnt gewöhnlich klein. Dürftigkeit ist ein anderes Nomen und kann etwa die Unzulänglichkeit einer Erklärung bezeichnen.
Die Person nicht auf den Mangel reduzieren
Bedarf nennt das, was gebraucht wird. Ein genauer Text beschreibt diesen Bedarf und die vorhandenen Möglichkeiten, statt die ganze Person über eine Notlage zu definieren.
In einer Figurenanalyse sollten materielle Lage und Verhalten getrennt werden. Eine Figur kann Unterstützung benötigen und zugleich eigenständig handeln, anderen helfen oder klare Entscheidungen treffen. Bedürftigkeit ist daher keine automatische Charakterbewertung. Weitere Nomen stehen im Substantivwörterbuch.
