Beschimpfung
Form & Grammatik
- Stichwort
- Beschimpfung
- Worttrennung
- Be·schimp·fung
- Artikel
- die Beschimpfung
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Beschimpfung
- Plural
- die Beschimpfungen
Beschimpfung: Das Herabsetzen einer Person mit Worten oder eine einzelne dazu verwendete Äußerung; von sachlicher Kritik zu unterscheiden.
Eine herabsetzende Äußerung oder das Beschimpfen
Beschimpfung bezeichnet sowohl das Herabsetzen einer Person mit Worten als auch eine einzelne Äußerung, die dazu dient. Im ersten Fall steht der Vorgang im Mittelpunkt, im zweiten das Gesagte. Eine Beschimpfung kann aus einem einzelnen Wort oder einem längeren Satz bestehen.
Der Ausdruck ist von sachlicher Kritik zu unterscheiden. Kritik kann eine Handlung oder Aussage begründet beanstanden. Eine Beschimpfung greift die angesprochene Person herabsetzend an. Lautstärke allein entscheidet darüber nicht: Auch ein leise ausgesprochener Satz kann beschimpfen.
In einer Textanalyse sollte erkennbar werden, was gesagt wird und welche Wirkung die Wortwahl im Gespräch hat. Die bloße Feststellung „Es kommt zu Beschimpfungen“ lässt offen, wer wen angreift und wie sich das Gespräch dadurch verändert. Die sprachliche Beschreibung ist außerdem nicht automatisch eine rechtliche Einordnung.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| Beleidigung | eine herabsetzende oder kränkende Äußerung | Im Alltag nahe, kann aber auch andere Formen der Kränkung bezeichnen. |
| Schimpfwort | ein einzelner herabsetzender Ausdruck | Bezeichnet das Wort, nicht immer den gesamten Vorgang. |
| Schmähung | stark abwertender Angriff | Wirkt gehobener und hebt die Herabsetzung deutlich hervor. |
| Kritik | Beanstandung einer Handlung oder Aussage | Kein allgemeines Synonym: Sie kann sachlich und respektvoll formuliert sein. |
Kritik oder persönlicher Angriff?
Eigener Beispielsatz: „Lina nennt die Erklärung unverständlich.“
Zum Vergleich: „Lina beschimpft den Erklärenden als unfähig.“
Die eigenen Sätze unterscheiden ihren Gegenstand. Im ersten wird eine Erklärung bewertet, im zweiten eine Person herabgesetzt. Aus einer negativen Bewertung der Erklärung folgt nicht automatisch eine Beschimpfung.
Eigener Beispielsatz: „Er antwortet auf die Frage mit einer Beschimpfung.“
Zum Vergleich: „Er antwortet auf die Frage mit einem Schimpfwort.“
Die zweite Fassung legt eine einzelne sprachliche Einheit nahe. Eine Beschimpfung könnte auch ein ganzer herabsetzender Satz sein. Der Austausch ist daher nur passend, wenn die Form der Antwort bekannt ist.
Die Gesprächswirkung erklären
In einer erfundenen Szene könnte eine Figur nach einem persönlichen Angriff das Gespräch abbrechen. Eine Analyse sollte dann zeigen, dass die Antwort von der Sachebene auf die Person zielt und dadurch eine Klärung erschwert. Ein einzelner Ausbruch genügt dennoch nicht, um die gesamte Persönlichkeit zu erklären.
Das derbe Verb bescheißen kann einen scharf formulierten Vorwurf ausdrücken. Ob eine konkrete Äußerung als Beschimpfung verwendet wird, hängt weiterhin vom Zusammenhang ab.
Wortbildung und Formen
Das feminine Substantiv gehört zum Verb beschimpfen. Der Plural lautet Beschimpfungen. Mit gegen lässt sich das Ziel ausdrücklich nennen: Beschimpfungen gegen eine Person. Bei „die Beschimpfung der Zuschauer“ kann dagegen unklar bleiben, ob die Zuschauer beschimpfen oder beschimpft werden; eine Umformulierung beseitigt diese Mehrdeutigkeit.
Deklination von Beschimpfung
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Beschimpfung | die Beschimpfungen |
| Genitiv | der Beschimpfung | der Beschimpfungen |
| Dativ | der Beschimpfung | den Beschimpfungen |
| Akkusativ | die Beschimpfung | die Beschimpfungen |
