Boykott
Form & Grammatik
- Lemma
- Boykott
- Wortart
- Substantiv, maskulin
- Artikel
- der Boykott
- Worttrennung
- Boy·kott
- Genitiv Singular
- des Boykotts / des Boykottes
- Plural
- die Boykotts / die Boykotte; Dativ: den Boykotts / den Boykotten
- Gebrauch
- gezielte Verweigerung von Käufen, Zusammenarbeit oder Teilnahme, meist als Protest oder Druckmittel
Boykott ist eine bewusste Verweigerung von Käufen, Zusammenarbeit oder Teilnahme, mit der Menschen protestieren oder Druck ausüben wollen. Nicht jedes Fernbleiben und nicht jeder unterlassene Kauf ist deshalb ein Boykott.
Bedeutungen
Käufe oder Zusammenarbeit gezielt verweigern
Ein Boykott kann sich gegen eine Person, ein Unternehmen, eine Organisation oder ein Land richten. Die Beteiligten verweigern etwa Käufe oder Kontakte, um eine Veränderung zu erreichen. Der Begriff benennt die Handlungsform, noch nicht ihre Berechtigung oder ihren Erfolg.
„Die Gruppe rief zum Boykott des Anbieters auf und kündigte an, bis zu einer Änderung der Bedingungen dort nichts mehr zu kaufen.“
Die Verweigerung hat ein ausdrücklich genanntes Ziel. Ob andere dem Aufruf folgen und ob er etwas bewirkt, bleibt eine gesonderte Frage.
Eine Teilnahme aus Protest verweigern
Auch das gezielte Fernbleiben von einer Veranstaltung oder Abstimmung kann ein Boykott sein. Für diese Einordnung ist der erklärte Zusammenhang entscheidend; ein Terminkonflikt oder bloßes Desinteresse genügt nicht.
„Drei Vereine kündigten wegen ungleicher Teilnahmebedingungen einen Boykott des Turniers an.“
Die Vereine begründen ihre Nichtteilnahme als Protest. Aus der Ankündigung folgt noch nicht, dass das gesamte Turnier ausfällt.
Boykott: Synonyme und andere Wörter
Bei gezielter Verweigerung
Verweigerung · Kaufverzicht · Nichtzusammenarbeit
Verweigerung ist der weitere Begriff. Kaufverzicht benennt die wirtschaftliche Handlung, kann aber auch aus Geldmangel oder persönlichen Vorlieben entstehen. Boykott hebt den gezielten Protest oder Druck hervor.
‚Sie beteiligen sich am Boykott.‘ → ‚Sie verweigern aus Protest weitere Käufe.‘ ‚Sie kaufen nichts‘ lässt das Motiv offen.
Bei Veranstaltungen
Fernbleiben · Teilnahmeverweigerung · Protest
Fernbleiben beschreibt zunächst nur die Abwesenheit. Protest kann auch durch eine Rede, einen Brief oder eine Demonstration erfolgen. Streik ist ebenfalls keine pauschale Ersetzung: Er bezeichnet besonders die gemeinsame Arbeitsniederlegung.
‚Die Gruppe kündigt einen Boykott der Preisverleihung an.‘ ist genauer als ‚Die Gruppe kündigt ihr Fernbleiben an‘, wenn der Protestcharakter entscheidend ist.
Beispiele und Verwendung
„Der Boykott richtete sich gegen die Geschäftsbedingungen.“
Die Alternative Der Protest richtete sich gegen die Geschäftsbedingungen nennt denselben Anlass, lässt aber die konkrete Handlungsform offen.
„Wegen einer Zugverspätung fehlten mehrere Gäste; von einem Boykott konnte deshalb keine Rede sein.“
Absicht und Umstände unterscheiden ein gezieltes Fernbleiben von einem ungewollten Ausfall.
Ein Boykottaufruf ist die Aufforderung zur Teilnahme. Er darf in einem Bericht nicht schon als Nachweis eines tatsächlich durchgeführten oder erfolgreichen Boykotts behandelt werden.
Grammatik und Beugung
Die Schreibung lautet Boykott, mit y und doppeltem t. Das Verb heißt boykottieren. Als Plural sind Boykotte und Boykotts gebräuchlich.
Deklination von Boykott
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Boykott | die Boykotts / die Boykotte |
| Genitiv | des Boykotts / des Boykottes | der Boykotts / der Boykotte |
| Dativ | dem Boykott | den Boykotts / den Boykotten |
| Akkusativ | den Boykott | die Boykotts / die Boykotte |
Herkunft
Boykott geht auf den Familiennamen des englischen Gutsverwalters Charles Cunningham Boycott in Irland zurück. Gegen ihn richtete sich 1880 eine organisierte Verweigerung wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Sein Name wurde zur Bezeichnung dieser Form des Widerstands. Im Deutschen lautet die Schreibung Boykott; das zugehörige Verb ist boykottieren.
Sachlich über einen Boykott schreiben
Erfundenes Beispiel: Mehrere Vereine erklären, wegen ungleicher Teilnahmebedingungen nicht zu einem Turnier zu kommen. Eine sachliche Formulierung benennt die Vereine, die Entscheidung und den von ihnen genannten Grund. Sie behauptet nicht ohne weitere Angaben, das gesamte Turnier werde dadurch scheitern.
Trenne in deiner Darstellung Absicht, Beteiligung und Wirkung. Ein gewünschtes Ergebnis ist noch kein eingetretenes Ergebnis. Diese Unterscheidung macht einen Bericht verlässlicher, ohne den Protest zu befürworten oder abzuwerten.
