Credo
Form & Grammatik
- Lemma
- das Credo
- Wortart
- Substantiv, neutrum
- Worttrennung
- Cre·do
- Genitiv
- des Credos
- Plural und Gebrauch
- die Credos
Credo bezeichnet ein christliches Glaubensbekenntnis. Übertragen meint es eine grundlegende Überzeugung oder einen leitenden Grundsatz.
Bedeutungen
Christliches Glaubensbekenntnis
Im kirchlichen Zusammenhang bezeichnet Credo ein Glaubensbekenntnis und kann auch den entsprechenden Teil der Messe meinen. Welche Bekenntnisfassung oder musikalische Vertonung angesprochen wird, muss aus dem Zusammenhang hervorgehen.
„Im Gottesdienst wird das Credo gesprochen.“
Der Satz benennt das Glaubensbekenntnis. Er legt dessen genaue Textfassung noch nicht fest.
Leitende Überzeugung
Außerhalb religiöser Zusammenhänge steht Credo bildungssprachlich für eine Überzeugung, an der jemand sein Handeln ausrichten möchte. Es ist mehr als eine beiläufige Meinung. Ob die Person tatsächlich danach handelt, zeigt jedoch erst ihr Verhalten.
„Ihr Credo lautet: erst prüfen, dann veröffentlichen.“
Gemeint ist ein leitender Grundsatz. Die Formulierung enthält kein religiöses Bekenntnis und beweist noch keine konsequente Umsetzung.
Credo: Synonyme und andere Wörter
Im religiösen Zusammenhang
Glaubensbekenntnis
Glaubensbekenntnis ist die passende Erklärung für den religiösen Gebrauch. Ein persönliches Arbeitsmotto muss dagegen keine religiöse Aussage enthalten.
Die Gemeinde spricht das Credo. → Die Gemeinde spricht das Glaubensbekenntnis.
Bei einer Grundhaltung
Leitsatz · Grundüberzeugung · Motto
Leitsatz betont die knappe sprachliche Form. Eine Grundüberzeugung muss nicht als einzelner Satz formuliert sein. Motto kann lockerer oder vorübergehender wirken als Credo.
Gründlichkeit ist ihr Credo. → Gründlichkeit ist ihre leitende Überzeugung.
Beispiele und Verwendung
„Der Verein erklärt offenen Austausch zu seinem Credo, muss ihn aber auch bei schwierigen Themen ermöglichen.“
Das Beispiel trennt Selbstaussage und tatsächliches Handeln. Ein Credo benennt die Orientierung; konkrete Entscheidungen zeigen, wie verbindlich sie ist.
Eine religiöse Aussage und ein persönlicher Leitgedanke sollten im Text erkennbar bleiben. Besonders in Überschriften kann eine kurze Ergänzung wie künstlerisches Credo den übertragenen Zusammenhang klären.
Grammatik und Beugung
Es heißt das Credo, des Credos und die Credos. Im Dativ Plural bleibt es bei den Credos. Das deutsche Nomen wird großgeschrieben. Daneben ist die Schreibvariante Kredo belegt; innerhalb eines Textes sollte die Schreibweise einheitlich bleiben.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Credo | die Credos |
| Genitiv | des Credos | der Credos |
| Dativ | dem Credo | den Credos |
| Akkusativ | das Credo | die Credos |
Herkunft
Das lateinische credo bedeutet ich glaube. Mit diesem Wort beginnt die lateinische Fassung des Glaubensbekenntnisses. Daraus wurde die Bezeichnung für das Bekenntnis und schließlich auch für eine leitende persönliche Überzeugung.
