Defizit
Form & Grammatik
- Lemma
- das Defizit
- Wortart
- Substantiv, neutrum
- Worttrennung
- De·fi·zit
- Genitiv
- des Defizits; auch des Defizites
- Plural und Gebrauch
- die Defizite; Dativ Plural: den Defiziten
Ein Defizit ist ein Fehlbetrag oder ein Mangel gegenüber einem bestimmten Bedarf oder Maßstab. Das Wort kann Geldbeträge, aber auch fehlende Kenntnisse oder andere Lücken betreffen.
Bedeutungen
Finanzieller Fehlbetrag
Bei einer Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben kann ein Defizit den fehlenden Betrag bezeichnen. Der betrachtete Zeitraum und die Rechnung müssen erkennbar sein. Das Wort erklärt noch nicht, wie die Lücke finanziert oder ausgeglichen wird.
„Im Beispiel stehen 800 Euro Einnahmen 950 Euro Ausgaben gegenüber; das Defizit beträgt 150 Euro.“
Die Differenz ist ausdrücklich auf diese Rechnung bezogen. Sie ist nicht automatisch mit sämtlichen bestehenden Schulden gleichzusetzen.
Mangel oder unzureichender Stand
Außerhalb des Geldbereichs bezeichnet Defizit etwas Fehlendes oder Unzureichendes. Der Bereich und der Maßstab sollten genannt werden. Ein Informationsdefizit betrifft fehlende Informationen; eine pauschale Aussage über Defizite bleibt ohne solchen Bezug unklar.
„Der Bericht hat ein Defizit bei der Datengrundlage: Angaben zu den kleineren Orten fehlen.“
Die Ergänzung benennt die Lücke. Fehlende Angaben sind von nachweislich falschen Angaben zu unterscheiden.
Defizit: Synonyme und andere Wörter
Bei Geldbeträgen
Fehlbetrag beschreibt die finanzielle Lücke. Schulden bezeichnen dagegen Verpflichtungen gegenüber anderen. Sie können mit einem Defizit zusammenhängen, sind aber nicht dieselbe Angabe.
Der Verein weist ein Defizit von 150 Euro aus. → In der betrachteten Rechnung fehlen dem Verein 150 Euro.
Bei fehlenden Voraussetzungen
Mangel kann Menge oder Qualität betreffen. Lücke hebt einen fehlenden Teil hervor. Fehler besagt dagegen, dass etwas falsch ist; der Austausch würde die Aussage verändern.
Die Planung hat ein Defizit. → In der Planung fehlen Zeitpuffer für Lieferverzögerungen.
Beispiele und Verwendung
„Beim Bruchrechnen fehlen noch sichere Grundkenntnisse.“
Diese Beschreibung nennt die konkrete Schwierigkeit. Ein Defizit in einem begrenzten Aufgabenbereich ist kein Urteil über den Wert eines Menschen. In hilfreichen Rückmeldungen wird erklärt, was fehlt und wie der nächste Lernschritt aussehen kann.
Gebräuchlich sind Verbindungen wie ein Defizit ausgleichen oder Defizite erkennen. Sie brauchen einen nachvollziehbaren Bezug: Was wird ausgeglichen, und woran wird der Mangel gemessen?
Bei einer Qualitätsbewertung kann auch mangelhaft passen. Das Adjektiv braucht ebenso einen nachvollziehbaren Maßstab.
Grammatik und Beugung
Es heißt das Defizit, des Defizits, auch des Defizites. Die Mehrzahl lautet die Defizite; im Dativ kommt n hinzu: den Defiziten. Geschrieben wird das Wort mit einem f und einem z. Das Substantiv bleibt auch in ein Defizit an Informationen großgeschrieben.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Defizit | die Defizite |
| Genitiv | des Defizits / des Defizites | der Defizite |
| Dativ | dem Defizit | den Defiziten |
| Akkusativ | das Defizit | die Defizite |
Herkunft
Defizit kam über französisch déficit aus dem Lateinischen. Die lateinische Form deficit bedeutet es fehlt und gehört zu deficere, fehlen oder abnehmen. Die Bedeutung als Fehlbetrag oder Mangel ist darin gut erkennbar.
