Desaster
Form & Grammatik
- Lemma
- das Desaster
- Wortart
- Substantiv, Neutrum
- Worttrennung
- De·sas·ter
- Genitiv / Plural
- des Desasters / die Desaster; Dativ Plural: den Desastern
- Gebrauch
- Starke negative Bewertung; im Alltag auch übertreibend für ein misslungenes Vorhaben.
Desaster bezeichnet ein schweres Unglück oder ein besonders schlimmes Scheitern. Im Alltag kann das Wort auch übertreibend für eine misslungene Unternehmung stehen und ist dann deutlich stärker als eine neutrale Bezeichnung wie Problem.
Bedeutungen
Ein schwerwiegendes Unglück oder Scheitern
Desaster fasst ein Ereignis oder Ergebnis als besonders schlimm zusammen. Ob große Schäden, ein Zusammenbruch oder das Scheitern eines Vorhabens gemeint sind, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
„Der Ausfall der gesamten Bühnentechnik machte die Premiere zum Desaster.“
Der Satz nennt einen konkreten Grund für das Urteil. Wie schwer die Folgen waren, muss die weitere Darstellung erklären.
Das Wort wird auch übertreibend oder scherzhaft gebraucht: Nach einem verschütteten Glas kann jemand vom Desaster des Abends sprechen. Das ist keine eigene sachliche Größenklasse des Unglücks, sondern eine Frage des Tons und der Perspektive.
Desaster: Synonyme und andere Wörter
Wenn ein Vorhaben misslingt
Fiasko · Fehlschlag
Fiasko betont besonders das klägliche Scheitern, gegebenenfalls auch die Blamage. Fehlschlag ist meist weniger stark und kann die ursprüngliche Bewertung abschwächen.
„Die Buchpremiere wurde zum Desaster.“ – „Die Buchpremiere wurde zum Fiasko.“ Beide Fassungen beurteilen ein geplantes Ereignis stark negativ; die zweite hebt den misslungenen Auftritt hervor.
Bei schweren Schäden oder Ausfällen
Katastrophe · Zusammenbruch
Katastrophe kann eine ähnliche Stärke haben und ebenfalls übertreibend verwendet werden. Zusammenbruch bezeichnet einen bestimmten Vorgang: Ein System, eine Versorgung oder eine Ordnung funktioniert nicht mehr.
„Die Organisation der Reise endete in einem Desaster.“ – „Die Organisation der Reise brach zusammen.“ Die zweite Fassung benennt den Ausfall einer Organisation deutlicher, erfasst aber nicht jedes mögliche Unglück.
Beispiele und Verwendung
„Nach dem verlorenen Übungsspiel sprach Ben von einem Desaster.“ Wird stattdessen Fehlschlag geschrieben, klingt die Aussage weniger dramatisch. Soll Bens heftige Reaktion dargestellt werden, darf diese Tonänderung nicht unbemerkt bleiben.
„Das Vorhaben endete in einem finanziellen Desaster.“ Der Zusatz benennt den betroffenen Bereich. Eine genaue Erklärung sollte anschließend etwa die entstandenen Verluste oder ausgefallenen Einnahmen nennen.
Grammatik und Beugung
Das Nomen ist sächlich: das Desaster. Der Genitiv Singular erhält -s: des Desasters. Im Plural bleibt die Grundform zunächst unverändert; nur im Dativ steht den Desastern.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Desaster | die Desaster |
| Genitiv | des Desasters | der Desaster |
| Dativ | dem Desaster | den Desastern |
| Akkusativ | das Desaster | die Desaster |
Herkunft
Desaster wurde aus französisch désastre übernommen. Das französische Wort geht auf italienisch disastro zurück, wörtlich etwa Unstern. Die Herkunft verweist damit auf die ältere Vorstellung eines ungünstigen Sterns oder Geschicks; im heutigen Gebrauch bezeichnet das Wort ein schlimmes Ergebnis, ohne diese Vorstellung vorauszusetzen.
Bewertung und Beobachtung trennen
Für eine sachliche Rückmeldung ist „Desaster“ allein wenig brauchbar. „Drei Szenen mussten wegen fehlender Requisiten ausfallen“ benennt dagegen eine konkrete Schwierigkeit. Soll zusätzlich ein Gesamturteil stehen, lässt es sich daran anschließen und begründen. In einer Figurenrede kann gerade das pauschale Extremurteil aufschlussreich sein: Es zeigt möglicherweise Verärgerung, Enttäuschung oder bewusste Dramatisierung. Welche Deutung trägt, entscheidet der weitere Text, nicht das einzelne starke Wort.
Gebräuchliche Verbindungen
Zu einem Desaster werden
Die Verbindung beschreibt, dass sich etwas zu einem sehr schlechten Ergebnis entwickelt. „Die zunächst einfache Lieferung wurde durch mehrere Ausfälle zu einem Desaster.“ Das Beispiel bewertet den Verlauf; erst die genannten Ausfälle machen das Urteil nachvollziehbar.
Verwandte Wörter
Das Adjektiv desaströs übernimmt die starke negative Bewertung: Aus Die Probe war ein Desaster kann Die Probe verlief desaströs werden. Die zweite Fassung bezieht das Urteil ausdrücklich auf den Verlauf.
