Deutlerin
Form & Grammatik
- Stichwort
- Deutlerin
- Worttrennung
- Deut·le·rin
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Deutlerin
- Plural
- die Deutlerinnen
Bezeichnet eine Frau, die etwas spitzfindig auslegt; nicht jede sachlich genaue Auslegung ist damit gemeint.
Definition · kurz erklärt
Eine Deutlerin ist eine Frau, die etwas spitzfindig auslegt. Die Bezeichnung hebt eine als übertrieben kleinlich oder gewunden beurteilte Auslegung hervor und ist kein allgemeines Wort für jede Frau, die etwas erklärt.
Bedeutungen
Etwas spitzfindig auslegen
Deutlerin bezeichnet eine Frau mit Blick auf ihre spitzfindige Auslegung. Dabei werden feine Unterschiede so gewichtet, dass die Deutung aus Sicht der wertenden Person kleinlich oder unangemessen erscheint. Nicht jede sorgfältige Unterscheidung rechtfertigt dieses Urteil.
„In der Komödie nennt Liv eine andere Figur eine Deutlerin: Sie legt »keine Schuhe auf den Polstern« so aus, dass ein einzelner Schuh auf dem Sitzkissen erlaubt sei.“
Die Figur beruft sich auf den Unterschied zwischen einem Schuh und mehreren Schuhen und macht daraus eine Ausnahme. Liv hält diese enge Lesart für spitzfindig. Der Satz gibt Livs Bewertung wieder und erklärt zugleich ihren konkreten Anlass.
Deutlerin: Synonyme und andere Wörter
Die Art der Auslegung benennen
spitzfindig auslegende Frau · eine Frau, die kleinlich deutelt
Die Umschreibung mit spitzfindig nennt den entscheidenden Vorwurf ausdrücklich. Eine Auslegerin oder Interpretin kann dagegen auch sachgerecht und überzeugend deuten. Diese allgemeineren Wörter enthalten die Kritik nicht schon mit.
„Liv nennt die Figur eine Deutlerin“ bewertet die Person über ihre Art des Auslegens. „Liv kritisiert ihre spitzfindige Auslegung des Schuhverbots“ grenzt das Urteil auf die konkrete Deutung ein.
Genauigkeit von Kleinlichkeit unterscheiden
genau auslegende Frau · sorgfältige Interpretin
Wer eine Formulierung genau prüft, ist deshalb noch keine Deutlerin. Die Bezeichnung legt nahe, dass die Feinheit übertrieben oder die Lesart gewunden ist. Ob die Unterscheidung sachlich nötig ist, muss der Zusammenhang zeigen.
„Die Gutachterin unterscheidet zwei ausdrücklich getrennte Aufgabenbereiche“ beschreibt zunächst Genauigkeit. Wird sie deswegen eine Deutlerin genannt, muss zusätzlich erklärt werden, weshalb diese Abgrenzung als überzogen gelten soll.
Beispiele und Verwendung
Eine Charakterisierung konkret begründen
„Die Besprechung nennt die Romanfigur eine Deutlerin und verweist auf ihre Auslegung des Schuhverbots.“
Die Personenbezeichnung wird hier mit einer bestimmten Handlung verbunden. Eine Analyse kann daran prüfen, was die Figur mit ihrer engen Deutung erreichen will und ob der Vorwurf im Text gestützt wird.
Die Person und ihre Erklärung trennen
„Liv nennt ihre Gegenspielerin eine Deutlerin; der Erzähler lässt deren Erklärung zunächst unkommentiert.“
Figurenrede und Erzählerhaltung fallen nicht automatisch zusammen. Die Bezeichnung zeigt in diesem Satz zunächst Livs Urteil. Eine eigene Analyse sollte es nicht ungeprüft zur neutralen Beschreibung machen.
Grammatik und Beugung
Deutlerin ist ein feminines Substantiv. Es heißt die Deutlerin, im Genitiv der Deutlerin. Die Singularform bleibt in allen vier Fällen gleich. Die Mehrzahl lautet die Deutlerinnen; im Dativ Plural steht den Deutlerinnen. Der vorhandene Pluralausgang erhält kein weiteres n.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Deutlerin | die Deutlerinnen |
| Genitiv | der Deutlerin | der Deutlerinnen |
| Dativ | der Deutlerin | den Deutlerinnen |
| Akkusativ | die Deutlerin | die Deutlerinnen |
Die Worttrennung lautet Deut·le·rin. Das Nomen wird großgeschrieben. Die Bezeichnung betrifft eine Person; die von ihr vorgetragene Auslegung ist ein anderer Gegenstand. Die Form der Deutlerin kann je nach Satz Genitiv oder Dativ Singular sein: Die Erklärung der Deutlerin enthält einen Genitiv, die Antwort gilt der Deutlerin einen Dativ.
