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Diabolus

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Diabolus
Worttrennung
Di·a·bo·lus
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Diabolus
Plural
im behandelten Gebrauch ohne gewöhnlichen Plural

Bildungssprachliche Bezeichnung des Teufels. Nicht mit dem Jongliergerät Diabolo gleichsetzen.

Formen und Verwendung im Detail

Diabolus ist eine seltene, gehobene Bezeichnung für den Teufel. Das Wort begegnet vor allem in religiösen, gelehrten oder literarischen Zusammenhängen und trägt einen deutlich anderen Ton als die geläufige Bezeichnung Teufel.

Eine Bezeichnung, verschiedene Textwelten

Wer Diabolus schreibt, kann einer Darstellung einen altertümlichen oder gelehrten Klang geben. Ob dabei eine religiöse Gestalt, eine literarische Figur oder eine scherzhafte Anspielung gemeint ist, muss der Text erkennen lassen. Das Wort allein erklärt weder das Aussehen noch die Eigenschaften einer bestimmten Figur.

Auch ist nicht jede böse Figur automatisch Diabolus. In einem Märchen kann ein grausamer König ein Mensch bleiben; in einer Fantasiegeschichte kann ein Dämon eine andere Gestalt als der Teufel sein. Eine passende Bezeichnung richtet sich nach der jeweiligen Erzählwelt. Für einen Sachtext ist Teufel meist verständlicher, sofern keine besondere Wortwahl untersucht wird.

Nahe Wörter und ihre Grenzen

AusdruckEinordnung
TeufelDie geläufige deutsche Entsprechung; wirkt weniger gelehrt.
der LeibhaftigeEine bildhafte Umschreibung mit erzählerischem oder scherzhaftem Ton.
WidersacherBetont eine gegnerische Rolle, kann aber jede Art von Gegenspieler bezeichnen.
DämonKein allgemeiner Ersatz: Je nach Tradition bezeichnet das Wort andere übernatürliche Wesen.

Zwei eigene Satzvergleiche

Erstes Satzpaar: „Im Märchen erscheint der Diabolus an der Brücke.“ – „Im Märchen erscheint der Teufel an der Brücke.“ Die bezeichnete Gestalt kann dieselbe sein. Die erste Fassung klingt gelehrter und auffälliger, die zweite unmittelbar verständlich. Der Austausch verändert vor allem die sprachliche Färbung.

Zweites Satzpaar: „Die Figur glaubt, dem Diabolus begegnet zu sein.“ – „Die Figur glaubt, einem Widersacher begegnet zu sein.“ Die zweite Fassung macht aus der religiös bestimmten Vorstellung eine allgemeinere gegnerische Begegnung. Gerade in einer Inhaltsangabe kann dadurch eine wichtige Textaussage verloren gehen.

Schreibung und Gebrauch

Deklination von DiabolusDie vier Fälle

Im behandelten Gebrauch bezeichnet Diabolus den Teufel und wird gewöhnlich nur im Singular verwendet.

Beugung von Diabolus
FallSingular
Nominativder Diabolus
Genitivdes Diabolus
Dativdem Diabolus
Akkusativden Diabolus

Das Nomen wird großgeschrieben: der Diabolus. Im hier behandelten Gebrauch ist der bestimmte Teufel gemeint; eine gewöhnliche Mehrzahl ist nicht gebräuchlich. Das Wort endet auf -us. Es ist nicht mit Diabolo, der Bezeichnung eines Jongliergeräts, gleichzusetzen.

In einer Analyse präzise bleiben

Wenn ein literarischer Text diese Bezeichnung verwendet, kann die Wortwahl selbst bemerkenswert sein. Eine Analyse sollte dann erklären, ob sie etwa einen gelehrten Sprecher kennzeichnet oder einen altertümlichen Ton erzeugt. Die bloße Feststellung „Diabolus bedeutet Teufel“ übersetzt das Wort, untersucht aber noch nicht seine Wirkung an der betreffenden Stelle.