Diktum
Form & Grammatik
- Stichwort
- Diktum
- Worttrennung
- Dik·tum
- Artikel
- das Diktum
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Diktums
- Plural
- die Dikta
Der Plural lautet Dikta; auch im Dativ heißt es den Dikta. Das lateinische -um wird im Plural ersetzt, nicht um eine deutsche Pluralendung ergänzt.
Diktum nennt man einen markanten Ausspruch, dem besondere Bedeutung oder gedankliche Schärfe zugeschrieben wird. Das Wort ist bildungssprachlich. Es bezeichnet nicht jedes beiläufige Gesagte und ist nicht mit Diktat gleichzusetzen.
Ein Satz mit besonderem Gewicht
Ein Diktum verdichtet einen Gedanken so, dass es sich aufgreifen und diskutieren lässt. Entscheidend ist weniger eine bestimmte Länge als der Anspruch, etwas Wesentliches auf den Punkt zu bringen. Wer einen Satz als Diktum bezeichnet, hebt ihn damit gegenüber dem übrigen Gespräch oder Text hervor.
Das Wort garantiert nicht, dass der Ausspruch wahr oder unangreifbar ist. Auch ein berühmtes Diktum kann verkürzen, übertreiben oder nur unter bestimmten Voraussetzungen gelten. In älteren Zusammenhängen kann Diktum außerdem eine maßgebliche Entscheidung oder Anordnung meinen. Der heutige häufige Bezug auf einen bedeutsamen Ausspruch sollte deshalb nicht gedankenlos in jeden historischen Satz eingesetzt werden.
Diktum, Ausspruch und Zitat
| Wort | Schwerpunkt | Abgrenzung |
|---|---|---|
| Ausspruch | Markante mündliche oder schriftliche Äußerung | Die allgemein verständliche Alternative. |
| Sentenz | Knapp formulierter allgemeiner Gedanke | Betont die lehrhafte oder allgemeingültige Form. |
| Leitsatz | Orientierung für Denken oder Handeln | Ein Diktum muss keine Handlungsregel sein. |
| Zitat | Wörtliche Übernahme einer Äußerung | Bezeichnet die Wiedergabe, nicht deren besondere Bedeutung. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Die Dozentin beginnt mit einem Diktum über Verantwortung.“ – „Die Dozentin beginnt mit einem Ausspruch über Verantwortung.“ Die zweite Fassung behält den Inhalt und klingt zugänglicher. Die erste hebt das gedankliche Gewicht stärker hervor.
„Der Text enthält drei Zitate.“ – „Der Text enthält drei Dikta.“ Das ist kein bloßer Stilwechsel. Drei Zitate können auch unauffällige Belegstellen sein. Drei Dikta sind nach der zweiten Aussage besonders markante Gedanken, unabhängig davon, ob sie fremde oder eigene Äußerungen wiedergeben.
Der richtige Plural
Das Substantiv ist sächlich: das Diktum, des Diktums. Der Plural lautet die Dikta; auch im Dativ heißt es den Dikta. Das Wort geht auf lateinisch dictum, das Gesagte, zurück. Im Satz schreibt man das deutsche Substantiv groß.
Der Plural lautet Dikta; auch im Dativ heißt es den Dikta. Das lateinische -um wird im Plural ersetzt, nicht um eine deutsche Pluralendung ergänzt.
Deklination von DiktumDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Diktum | die Dikta |
| Genitiv | des Diktums | der Dikta |
| Dativ | dem Diktum | den Dikta |
| Akkusativ | das Diktum | die Dikta |
Beim Interpretieren und Zitieren
Erkläre nicht nur, dass ein Diktum wichtig ist, sondern warum es im Text erscheint. Bestätigt die folgende Szene den Gedanken oder widerspricht sie ihm? Wird eine fremde Äußerung wörtlich übernommen, braucht die Wiedergabe außerdem eine verlässliche Zuordnung. Die Bezeichnung „Diktum“ ersetzt keinen Beleg und verleiht einem ungesicherten Spruch keine gesicherte Herkunft.
