Dirne
Form & Grammatik
- Stichwort
- Dirne
- Worttrennung
- Dir·ne
- Artikel
- die Dirne
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Dirne
- Plural
- die Dirnen
Das Wort ist feminin: die Dirne, der Dirne. Der Plural lautet die Dirnen; im Dativ Plural ebenfalls den Dirnen. Als Substantiv wird es großgeschrieben. Die Bedeutung lässt sich nicht an der Endung erkennen.
Dirne ist heute eine abwertende und altertümlich wirkende Bezeichnung für eine Prostituierte. In älteren Texten kann das Wort jedoch auch schlicht ein Mädchen oder eine junge Frau bezeichnen. Für das Verständnis sind Entstehungszeit und Zusammenhang deshalb entscheidend.
Die heutige Lesart nicht rückwirkend einsetzen
Ein historischer Satz mit „Dirne“ ist nicht automatisch eine Aussage über Prostitution. Wer die heutige Bedeutung ungeprüft übernimmt, kann eine Figur und eine ganze Szene falsch verstehen. Hinweise geben die beschriebene Tätigkeit, die Situation und die übrigen Bezeichnungen im Werk.
Umgekehrt darf der abwertende Gebrauch nicht beschönigt werden. Wenn eine Figur das Wort als Beschimpfung verwendet, bewertet sie die angesprochene Frau. Daraus folgt nicht, dass diese Bewertung zutrifft. Die sprachliche Abwertung gehört dann zur Sichtweise der sprechenden Figur und kann Machtverhältnisse oder Doppelmoral sichtbar machen.
Welche Umschreibung ist angemessen?
| Ausdruck | Passender Zusammenhang | Grenze |
|---|---|---|
| Prostituierte | Heutige berufsbezogene Bedeutung | Neutraler; übernimmt die Abwertung nicht. |
| Sexarbeiterin | Heutige Tätigkeit im entsprechenden Bereich | Ist ein weiterer Oberbegriff und kein historisch genauer Ersatz. |
| Mädchen / junge Frau | Ältere nicht sexuelle Bedeutung | Nur bei passendem historischen Zusammenhang. |
| abwertende Frauenbezeichnung | Analyse einer Beschimpfung | Beschreibt den Sprachgebrauch statt eine Tätigkeit zu behaupten. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„In der alten Erzählung hilft eine Dirne bei der Ernte.“ – „In der alten Erzählung hilft eine junge Frau bei der Ernte.“ Die zweite Fassung kann die ältere Bedeutung verständlich machen. Ob sie passt, muss am Text geprüft werden; die Arbeit bei der Ernte allein ist kein abschließender Beweis.
„Er beschimpft sie als Dirne.“ – „Sie ist eine Prostituierte.“ Der zweite Satz darf den ersten nicht ersetzen. Aus einer Beschimpfung wird sonst eine Tatsachenbehauptung über die betroffene Person.
Formen
Das Wort ist feminin: die Dirne, der Dirne. Der Plural lautet die Dirnen; im Dativ Plural ebenfalls den Dirnen. Als Substantiv wird es großgeschrieben. Die Bedeutung lässt sich nicht an der Endung erkennen.
Das Wort ist feminin: die Dirne, der Dirne. Der Plural lautet die Dirnen; im Dativ Plural ebenfalls den Dirnen. Als Substantiv wird es großgeschrieben. Die Bedeutung lässt sich nicht an der Endung erkennen.
Deklination von DirneDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Dirne | die Dirnen |
| Genitiv | der Dirne | der Dirnen |
| Dativ | der Dirne | den Dirnen |
| Akkusativ | die Dirne | die Dirnen |
In der Textanalyse
Eine hilfreiche Formulierung lautet: „Der Sprecher verwendet eine abwertende Bezeichnung und versucht damit, die Frau herabzusetzen.“ Wird dagegen die ältere Bedeutung erläutert, sollte sie ausdrücklich genannt werden. So trennt die Analyse Wortgeschichte, Figurenrede und eigene Beschreibung, statt Vorurteile aus dem Text ungeprüft zu wiederholen.
