Divination
Form & Grammatik
- Stichwort
- Divination
- Worttrennung
- Di·vi·na·ti·on
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Divination
- Plural
- die Divinationen
Bildungssprachlich. Der Singular kann die Praxis, der Plural einzelne divinatorische Vorgänge bezeichnen; die Benennung bestätigt keine Vorhersage.
Divination bezeichnet Praktiken, durch die Menschen verborgenes Wissen oder Auskunft über die Zukunft zu erhalten versuchen. Dazu können die Deutung von Zeichen und die Berufung auf besondere Eingebungen gehören. Das Wort beschreibt diesen Anspruch; es bestätigt nicht die Zuverlässigkeit einer Vorhersage.
Ein Begriff für Deutungspraktiken
In religions- und kulturwissenschaftlichen Zusammenhängen dient Divination als zusammenfassende Bezeichnung für unterschiedliche Verfahren. Wichtig ist, welche Zeichen als bedeutsam gelten, wer sie deutet und welche Entscheidung damit verbunden wird. Eine Beschreibung kann diese Vorstellungen nachvollziehen, ohne sie selbst zu übernehmen.
Für einen einfachen Alltagstext ist Wahrsagung häufig verständlicher. Allerdings richtet sich Divination nicht ausschließlich auf künftige Ereignisse: Auch eine verborgene Ursache oder die Bedeutung eines gegenwärtigen Geschehens kann Gegenstand sein. Eine gewöhnliche Vermutung oder eine überprüfbare Berechnung sollte deshalb nicht ohne Weiteres so bezeichnet werden.
Ähnliche Wörter unterscheiden
| Begriff | Nähe | Unterschied |
|---|---|---|
| Wahrsagung | Geläufige Erklärung | Betont häufig die Zukunft. |
| Mantik | Fachsprachliche Bezeichnung für Wahrsagekunst | Benötigt meist ebenfalls eine Erklärung. |
| Weissagung | Verkündete Voraussage | Kann stärker die Botschaft als das Verfahren meinen. |
| Vorahnung | Gefühl für etwas Kommendes | Setzt keine geregelte Deutungspraxis voraus. |
| Prognose | Aussage über eine Entwicklung | Kann auf überprüfbaren Daten und Modellen beruhen. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Die Figur betreibt Divination mit Zeichen.“ – „Die Figur versucht, aus Zeichen die Zukunft vorherzusagen.“ Die zweite Fassung passt, wenn sich die Zeichendeutung auf künftige Ereignisse richtet. Geht es dagegen um verborgenes gegenwärtiges Wissen, wäre die Umschreibung mit Zukunft zu eng. Das Verb „versucht“ lässt offen, ob die Erzählung der Vorhersage tatsächlich Gültigkeit zuschreibt.
„Seine Entscheidung beruht auf einer Divination.“ – „Seine Entscheidung beruht auf einer Berechnung.“ Hier ändert sich die behauptete Wissensgrundlage. Der zweite Satz darf nur stehen, wenn wirklich ein rechnerisches Verfahren gemeint ist; er macht die Aussage nicht bloß sprachlich einfacher.
Schreibung und Formen
Deklination von DivinationDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Divination | die Divinationen |
| Genitiv | der Divination | der Divinationen |
| Dativ | der Divination | den Divinationen |
| Akkusativ | die Divination | die Divinationen |
Es heißt die Divination, der Divination, die Divinationen. Der Singular kann die Praxis insgesamt bezeichnen; der Plural unterscheidet einzelne Vorgänge. Das zugehörige Adjektiv lautet divinatorisch. In einem allgemein verständlichen Text sollte der seltene Ausdruck beim ersten Auftreten kurz erklärt werden.
In einer literarischen Analyse
Trenne die Überzeugung einer Figur vom Wissen des Erzählers. „Sie deutet das Zeichen als Warnung“ ist genauer als „Das Zeichen beweist die Gefahr“. Anschließend lässt sich prüfen, ob die Deutung die Handlung lenkt, Erwartungen erzeugt oder sich später als Irrtum erweist. Entscheidend ist die Gestaltung im jeweiligen Text.
