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Donnerwetter

Form & Grammatik

Substantiv · InterjektionJugendwort
Stichwort
Donnerwetter
Worttrennung
Don·ner·wet·ter
Artikel
das Donnerwetter
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Donnerwetters
Plural
die Donnerwetter

Gewitterbedeutung veraltet; heftiger Tadel umgangssprachlich; Ausruf salopp.

Der Ton entscheidet, ob Bewunderung oder Zorn gemeint ist.

Gebrauch: Nomen deklinierbar, Dativ Plural den Donnerwettern. Als selbstständiger Ausruf unveränderlich.

Formen und Verwendung im Detail

Donnerwetter bezeichnet umgangssprachlich heftigen Tadel oder eine laute Auseinandersetzung. Als Ausruf kann es Bewunderung oder Zorn ausdrücken. Die wörtliche Bedeutung Gewitter ist veraltet.

Bedeutungen

1 Heftigen Tadel oder Streit bezeichnen

Ein Donnerwetter kann eine laute Zurechtweisung oder heftige Vorwürfe meinen. Das Bild überträgt die Wucht eines Gewitters auf eine zwischenmenschliche Szene.

„Wegen der zerbrochenen Vase gab es ein Donnerwetter.“

Der Satz meint eine heftige Reaktion auf den Schaden. Er legt nicht fest, ob nur eine Person schimpfte oder mehrere aneinandergerieten.

2 Bewundernd staunen

Als alleinstehender Ausruf kann Donnerwetter eine überraschende Leistung würdigen. Hier ist gerade keine Zurechtweisung gemeint.

„Donnerwetter, das hast du allein gebaut!“

Die Person staunt anerkennend über die selbstständige Arbeit. Der Ausruf ersetzt keine genaue technische Beurteilung.

3 Zorn oder Unwillen ausdrücken

Donnerwetter kann auch einen ärgerlichen Ausbruch begleiten. In dieser saloppen Verwendung signalisiert es den Zorn der sprechenden Person, liefert aber noch keine Begründung.

„Zum Donnerwetter, wer hat die Tür offen gelassen?“

Die Person ist verärgert und fragt nach dem Verantwortlichen. Die Frage allein beweist nicht, dass jemand absichtlich gehandelt hat.

4 Veraltet: ein Gewitter benennen

In älteren Texten kann Donnerwetter wörtlich ein Gewitter meinen. In heutigen sachlichen Wetterbeschreibungen ist Gewitter die klare Bezeichnung.

„Am Abend kam ein Donnerwetter.“

In einem älteren Wetterbericht kann das ein Naturereignis sein. In einer Erzählung über Streit muss dagegen der Zusammenhang geprüft werden.

Donnerwetter: Wörter nach Bedeutung

Tadel: Standpauke, Schelte und Zurechtweisung

Standpauke betont eine längere tadelnde Rede; Schelte wirkt eher gehoben oder erzählerisch. Zurechtweisung ist neutraler und muss nicht laut sein.

„Nach dem Zwischenfall gab es ein Donnerwetter.“ – „Nach dem Zwischenfall gab es eine Zurechtweisung.“ Die zweite Fassung klingt nüchterner. Sie lässt offen, ob der Tadel laut und heftig ausfiel oder in einem ruhigen Gespräch erfolgte.

Anerkennung: alle Achtung und wow

„Donnerwetter, das hast du allein gebaut!“ – „Alle Achtung, das hast du allein gebaut!“ Im bewundernden Zusammenhang passen beide Ausrufe. Alle Achtung legt die Anerkennung deutlicher fest. Auch wow kann eine beeindruckende Leistung begleiten.

Überraschung oder Ärger: caramba

Caramba kann ebenfalls verschiedene Reaktionen hörbar machen. „Caramba, das ging schnell!“ kann staunend klingen; die Stimme und der Folgesatz zeigen, ob die Überraschung erfreulich ist.

Beispiele und Verwendung

„Nach zwei heftigen Donnerwettern suchten sie endlich ein ruhiges Gespräch.“ Der Plural bezeichnet hier mehrere Auseinandersetzungen. Der Satz bewertet nicht, welche Seite recht hatte.

„Donnerwetter! Dein kleines Modell hält das ganze Gewicht.“ Der folgende Satz erklärt das Staunen. Ohne diesen Kontext könnte der Ausruf auch Ärger ausdrücken.

Prüfe, worauf der Ausruf reagiert und was anschließend gesagt wird. Eine gelungene Arbeit spricht für Anerkennung; eine ausführliche Beschwerde eher für Ärger. In einer Inhaltsangabe kann die jeweilige Handlung knapp benannt werden: Die Figur lobt, staunt oder weist jemanden zurecht. Dadurch bleibt die Bedeutung klar, ohne den bildlichen Ausdruck unbemerkt zu verflachen.

Grammatik und Beugung

Das Nomen ist sächlich: das Donnerwetter, des Donnerwetters, die Donnerwetter. Im Dativ Plural heißt es den Donnerwettern. Die Worttrennung lautet Don·ner·wet·ter.

Donnerwetter als Substantiv: Singular und Plural
FallSingularPlural
Nominativdas Donnerwetterdie Donnerwetter
Genitivdes Donnerwettersder Donnerwetter
Dativdem Donnerwetterden Donnerwettern
Akkusativdas Donnerwetterdie Donnerwetter

Als Interjektion steht das Wort selbstständig und kann mit einem Ausrufezeichen abgeschlossen werden. Folgt der Satz unmittelbar, ist auch ein abtrennendes Komma möglich. Der Ausruf hat keine eigene Mehrzahl und keine Steigerung. Die Tabelle gilt ausschließlich für das Nomen.

Zum Donnerwetter noch einmal!

Zum Donnerwetter! und zum Donnerwetter noch einmal! drücken Zorn oder Unwillen aus. „Zum Donnerwetter noch einmal, jetzt hört mir bitte zu!“ verbindet den Ausruf mit einer Aufforderung. Die Wendung ist salopp und kann schroff klingen; sie bezeichnet kein Wetterereignis.