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Dünkel

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Dünkel
Worttrennung
Dün·kel
Artikel
der Dünkel
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Dünkels
Plural
im üblichen Gebrauch ohne Plural

Es heißt der Dünkel, des Dünkels. Das Wort wird gewöhnlich ohne Plural gebraucht. Es ist nicht mit das Dunkel zu verwechseln: Der Umlaut und das grammatische Geschlecht unterscheiden die Wörter. Verwandte Bildungen wie dünkelhaft beschreiben eine entsprechende Haltung.

Formen und Verwendung im Detail

Dünkel ist eine unangemessen hohe Einschätzung der eigenen Bedeutung, Fähigkeiten oder gesellschaftlichen Stellung. Das Wort kritisiert eine Haltung der Überlegenheit, die häufig mit Geringschätzung anderer verbunden ist.

Mehr als Selbstvertrauen

Wer Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat, muss andere nicht abwerten. Dünkel bezeichnet dagegen gerade das überhöhte Selbstbild. Eine Person hält sich beispielsweise schon wegen ihrer Herkunft, ihres Berufs oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe für besser als andere.

Zusammensetzungen verdeutlichen den Bezug. Standesdünkel richtet sich auf eine gesellschaftliche Stellung, Bildungsdünkel auf eine vermeintliche Überlegenheit durch Wissen oder Bildung. Der Besitz von Wissen oder ein bestimmter sozialer Hintergrund ist dabei nicht selbst der Dünkel. Kritisiert wird die daraus abgeleitete Wertung anderer Menschen.

Ähnliche Haltungen unterscheiden

WortSchwerpunktUnterschied
ÜberheblichkeitSich über andere stellenSehr nahe und allgemein verständlich.
HochmutÜbersteigertes ÜberlegenheitsgefühlKann stärker moralisch oder literarisch klingen.
EingebildetheitÜberhöhte Meinung von sich selbstWirkt alltäglicher.
ArroganzHerablassende SelbstüberhöhungBetont häufig das sichtbare Auftreten.
StolzPositive Bewertung einer Leistung oder ZugehörigkeitMuss weder übertrieben noch abwertend sein.

Zwei Satzpaare mit Erklärung

„Sein Dünkel verhindert das Gespräch.“ – „Seine Überheblichkeit verhindert das Gespräch.“ Beide Fassungen kritisieren eine Haltung, die andere auf Abstand hält. Die zweite verwendet das heute leichter verständliche Wort.

„Sie ist stolz auf ihren Abschluss.“ – „Sie betrachtet andere aus Bildungsdünkel als minderwertig.“ Der zweite Satz enthält eine Abwertung, die im ersten fehlt. Freude über eine eigene Leistung darf deshalb nicht ohne weitere Belege als Dünkel bezeichnet werden.

Formen und Schreibung

Es heißt der Dünkel, des Dünkels. Das Wort wird gewöhnlich ohne Plural gebraucht. Es ist nicht mit das Dunkel zu verwechseln: Der Umlaut und das grammatische Geschlecht unterscheiden die Wörter. Verwandte Bildungen wie dünkelhaft beschreiben eine entsprechende Haltung.

Deklination von DünkelDie vier Fälle
Die vier Fälle im Singular. Im üblichen Gebrauch ohne Plural.
FallSingular
Nominativder Dünkel
Genitivdes Dünkels
Dativdem Dünkel
Akkusativden Dünkel

Das Urteil an Verhalten zeigen

In einer Figurenanalyse bieten sich konkrete Gesprächssituationen an. Eine Figur weist einen sachlich guten Vorschlag allein wegen der Herkunft der sprechenden Person zurück. Daran lässt sich ihr Dünkel nachvollziehbar erläutern. Ein selbstsicherer Auftritt allein reicht dagegen nicht aus; entscheidend ist die überhöhte Selbstbewertung im Verhältnis zu anderen.