Einbildung

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Einbildung
Worttrennung
Ein·bil·dung
Artikel
die Einbildung
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Einbildung
Plural
die Einbildungen

Das vom Verb einbilden abgeleitete Nomen wird großgeschrieben. Einbildungen bezeichnet einzelne Vorstellungen; für abstrakte Selbstüberschätzung wird kein Plural verwendet.

Formen und Verwendung im Detail

Einbildung bezeichnet eine im Denken entstandene Vorstellung, besonders wenn ihr keine entsprechende Wirklichkeit zugrunde liegt. Daneben kann das Wort eine überhöhte Einschätzung der eigenen Person meinen.

Bedeutung und wichtige Unterschiede

„Das ist nur Einbildung“ stellt infrage, ob eine Wahrnehmung oder Annahme tatsächlich auf einem äußeren Sachverhalt beruht. Die Aussage ist deshalb stärker als „Das ist noch unklar“. Sie sollte nicht ohne Begründung verwendet werden, um die Erfahrung eines anderen Menschen abzutun.

In der zweiten Bedeutung geht es um Selbstüberschätzung: Jemand hält sich für wichtiger oder besser, als die Situation rechtfertigt. Diese Lesart ist wertend und von der bloßen Fähigkeit, sich etwas vorzustellen, zu unterscheiden.

Synonyme im Gebrauch

AlternativeWann sie passtWas sich verändert
Vorstellungein geistig entworfenes Bild oder eine AnnahmeNeutraler; kann zutreffend, erfunden oder offen sein.
Täuschungein Eindruck stimmt nicht mit der Wirklichkeit übereinBenötigt nicht zwingend eine bewusste Vorstellung.
Wunschvorstellungein erwünschtes Bild ersetzt oder überlagert TatsachenLegt zusätzlich einen Wunsch als Hintergrund fest.
Selbstüberschätzungüberhöhtes Urteil über eigene Fähigkeiten oder BedeutungPasst zur personenbezogenen Wertung, nicht zu jeder Vorstellung.

Zwei eigene Beispiele im Vergleich

Unsicherheit ist noch kein Gegenbeweis

Ausgangssatz: Er hielt das leise Klopfen für Einbildung.

Alternative: Er war unsicher, ob er das leise Klopfen wirklich gehört hatte.

Die Alternative schwächt die Aussage. Der erste eigene Satz beschreibt bereits eine Deutung als inneren Eindruck; der zweite hält beide Möglichkeiten offen. In einer Erzählung kann gerade dieser Unterschied Spannung erzeugen.

Die andere Bedeutung

Ausgangssatz: Die Erzählerin kritisiert seine Einbildung.

Alternative: Die Erzählerin kritisiert seine Selbstüberschätzung.

Die Alternative benennt die gemeinte persönliche Bewertung genauer. Sie wäre unpassend, wenn Einbildung im Ausgangstext lediglich eine erfundene Vorstellung bezeichnete. Der Bezug auf seine Person reicht allein noch nicht aus, um die Lesart sicher festzulegen.

Schreibweise und Grammatik

FormWortform
Wortartfeminines Substantiv
Nominativdie Einbildung
Genitivder Einbildung
Plural für Vorstellungendie Einbildungen
Selbstüberschätzunggewöhnlich Singular

Einbildung ist vom Verb einbilden abgeleitet und wird großgeschrieben. Mehrere einzelne Vorstellungen können als Einbildungen bezeichnet werden. Für die abstrakte Eigenschaft der Selbstüberschätzung wird normalerweise kein Plural verwendet.

Einbildung ist vom Verb einbilden abgeleitet und wird großgeschrieben. Mehrere einzelne Vorstellungen können als Einbildungen bezeichnet werden. Für die abstrakte Eigenschaft der Selbstüberschätzung wird normalerweise kein Plural verwendet. Einbildungen bezeichnet einzelne Vorstellungen. Für die abstrakte Selbstüberschätzung wird kein Plural verwendet.

Deklination von EinbildungDie vier Fälle
Einbildung: Vorstellungen auch im Plural; Selbstüberschätzung im Singular
FallSingularPlural
Nominativdie Einbildungdie Einbildungen
Genitivder Einbildungder Einbildungen
Dativder Einbildungden Einbildungen
Akkusativdie Einbildungdie Einbildungen

Das Wort treffend verwenden

In einer Textanalyse sollte erkennbar sein, wessen Urteil wiedergegeben wird. „Die Figur nennt den Verdacht Einbildung“ berichtet ihre Sicht. „Der Verdacht ist Einbildung“ behauptet dagegen selbst seine Unbegründetheit. Diese Trennung schützt vor einer vorschnellen Übernahme der Figurenperspektive.