Fantasie
Form & Grammatik
- Stichwort
- Fantasie
- Worttrennung
- Fan·ta·sie
- Artikel
- die Fantasie
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Fantasie
- Plural
- die Fantasien
Auch Phantasie und Phantasien sind richtige Schreibungen. Das Vorstellungsvermögen steht häufig im Singular; einzelne Vorstellungen können im Plural stehen.
Fantasie ist die Fähigkeit, sich etwas vorzustellen und neue Bilder, Geschichten oder Möglichkeiten zu entwickeln. Das Wort kann außerdem eine einzelne Vorstellung und in der Musik eine frei gestaltete Komposition bezeichnen.
Vorstellungskraft und vorgestellte Bilder
Wer Fantasie besitzt, kann sich etwas ausmalen, das gerade nicht vor Augen steht oder noch gar nicht existiert. Dabei können bekannte Eindrücke neu verbunden werden: Ein leerer Karton wird im Spiel zum Raumschiff, aus einem seltsamen Geräusch entsteht der Anfang einer Geschichte.
Eine Fantasie kann auch das Ergebnis dieser Vorstellungskraft sein. „Das bleibt eine Fantasie“ grenzt eine Vorstellung von der Wirklichkeit ab. Die Aussage kann bedauernd, kritisch oder ganz neutral gemeint sein. In der Musik bezeichnet Fantasie zudem eine Komposition mit freierer Gestaltung. Diese fachliche Bedeutung ist nicht mit einem bloßen Wunschtraum gleichzusetzen.
Synonyme im Gebrauch
Vorstellungskraft ist eine nahe Entsprechung für die Fähigkeit. Einfallsreichtum betont, dass viele oder ungewöhnliche Ideen entstehen. Kreativität umfasst darüber hinaus das schöpferische Gestalten und Lösen von Aufgaben. Tagtraum passt zu einer bestimmten vorgestellten Szene. Wunschvorstellung hebt hervor, dass das Vorgestellte erwünscht ist; nicht jede Fantasie muss angenehm oder erwünscht sein.
„Mit viel Fantasie entwirft die Gruppe ein Bühnenbild.“
„Mit viel Einfallsreichtum entwirft die Gruppe ein Bühnenbild.“
Beide Sätze können die schöpferische Arbeit loben. Einfallsreichtum betont stärker die Ideen, während Fantasie auch die Fähigkeit meint, sich das fertige Bild innerlich vorzustellen.
„Die Reise durch eine fliegende Stadt bleibt eine Fantasie.“
„Die Reise durch eine fliegende Stadt bleibt eine Wunschvorstellung.“
Der zweite Satz ergänzt, dass jemand diese Reise möchte. Der erste kann ebenso eine frei erfundene Geschichte beschreiben. Das Wünschen darf deshalb nicht ohne passenden Zusammenhang hinzugefügt werden.
Fantasie oder Phantasie?
Beide Schreibweisen sind möglich: Fantasie und Phantasie. Das Wort ist feminin: die Fantasie, der Fantasie. Der Plural lautet die Fantasien. Für das Vorstellungsvermögen steht häufig der Singular, für einzelne vorgestellte Bilder der Plural. Verwandt ist das Verb fantasieren.
Auch Phantasie und Phantasien sind richtige Schreibungen. Das Vorstellungsvermögen steht häufig im Singular; einzelne Vorstellungen können im Plural stehen.
Deklination von FantasieDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Fantasie | die Fantasien |
| Genitiv | der Fantasie | der Fantasien |
| Dativ | der Fantasie | den Fantasien |
| Akkusativ | die Fantasie | die Fantasien |
Fantasie beim Schreiben einsetzen
Eine nützliche Schreibübung beginnt mit einem vertrauten Gegenstand und einer veränderten Eigenschaft: Was wäre, wenn eine Schultasche sprechen könnte? Danach sollten Regeln für die erfundene Welt festgelegt werden. Wann spricht sie, wer hört sie und was verändert das? Solche Entscheidungen machen aus einer einzelnen Idee eine nachvollziehbare Geschichte. Fantasie ersetzt also nicht den Aufbau, sondern liefert Stoff, der gestaltet werden kann.
