Fluss
Form & Grammatik
- Stichwort
- Fluss
- Worttrennung
- Fluss
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Flusses
- Plural
- die Flüsse; Dativ: den Flüssen
Gebrauch: Die Bedeutung stetiger Fortgang steht ohne Plural. Technische und physikalische Fachverwendungen aus dem Zusammenhang erschließen.
Definition · kurz erklärt
Ein Fluss ist ein größerer natürlicher Wasserlauf. Das Wort kann auch die fließende Bewegung oder den stetigen Fortgang eines Vorgangs bezeichnen. Daneben wird es in Technik und Physik mit besonderen Bedeutungen verwendet.
Bedeutungen
Ein größerer natürlicher Wasserlauf
Ein Fluss führt Wasser durch eine Landschaft. Er kann in einen anderen Fluss, einen See oder ins Meer münden. Die Bezeichnung unterscheidet ihn von einem stehenden Gewässer und gewöhnlich auch von einem kleineren Bach.
„Eine Brücke verbindet die beiden Stadtteile über den Fluss hinweg.“
Der Satz bezeichnet das Gewässer als räumliche Trennung. Wie schnell es fließt, wie tief es ist oder ob Schiffe darauf fahren können, bleibt offen.
Eine stetige Bewegung oder Entwicklung
Fluss kann einen ununterbrochenen oder zusammenhängenden Fortgang meinen, etwa bei einer Rede, einem Gespräch oder dem Verkehr. Das Bild überträgt die Bewegung des Wassers auf einen Ablauf.
„Eine Zwischenfrage unterbricht den Fluss ihrer Erklärung.“
Die Erklärung wird in ihrem Fortgang unterbrochen. Der Satz behauptet nicht, dass die Zwischenfrage unberechtigt ist oder die Erklärung danach nicht weitergehen kann.
Technisch: der flüssige Zustand eines Stoffes
In technischer Verwendung kann Fluss den flüssigen Zustand von Metallen, Gesteinen oder Mineralien bezeichnen. Diese Bedeutung gehört zum Schmelzen und ist vom natürlichen Wasserlauf zu unterscheiden.
„Die technische Beschreibung erläutert den Übergang des Metalls in den Fluss.“
Gemeint ist der flüssige Zustand des Materials. Eine genaue Temperatur oder ein bestimmtes Herstellungsverfahren ist damit noch nicht angegeben.
In Fachbegriffen: eine physikalische Flussgröße
In Verbindungen wie magnetischer Fluss bezeichnet Fluss eine bestimmte physikalische Größe. Beim magnetischen Fluss wird erfasst, wie ein Magnetfeld eine Fläche durchsetzt; magnetische Flussdichte, Größe der Fläche und ihre Ausrichtung spielen dabei eine Rolle.
„Die Aufgabe vergleicht den magnetischen Fluss durch zwei unterschiedlich ausgerichtete Flächen.“
Das Wort steht hier nicht für ein Gewässer und auch nicht allgemein für einen Energietransport pro Zeit. Die genaue Bedeutung richtet sich nach der benannten physikalischen Größe.
Synonyme: andere Wörter für Fluss
Bei Gewässern
Wasserlauf · Fließgewässer · Strom · Bach
Wasserlauf und Fließgewässer sind weitere Oberbegriffe. Strom bezeichnet häufig einen großen Fluss; Bach gewöhnlich ein kleineres fließendes Gewässer. Die Wörter liefern im Alltag keine überall gültige zahlenmäßige Größengrenze.
„Wir überqueren den Fluss.“ – „Wir überqueren den Wasserlauf.“
Der zweite Satz ist allgemeiner. Er lässt stärker offen, um welche Art und Größe eines fließenden Gewässers es geht.
Bei einem Ablauf
Fortgang · Verlauf · Bewegung
Fortgang betont, dass etwas weitergeht. Verlauf benennt die Art, wie es geschieht, auch mit Unterbrechungen. Fluss stellt die zusammenhängende Bewegung anschaulich heraus.
„Die Nachfrage unterbricht den Fluss der Rede.“ – „Die Nachfrage unterbricht den Fortgang der Rede.“
Beide Sätze können dieselbe Unterbrechung beschreiben. Die erste Formulierung nutzt stärker das Bild einer fließenden Bewegung.
Beispiele und Verwendung
Wasserbeschaffenheit eigens benennen
„An der Mündung vermischt sich das Flusswasser mit Meerwasser.“
Der Fluss ist der Wasserlauf, nicht die Bezeichnung einer bestimmten Wasserbeschaffenheit. Der Ausdruck brackig kann das Gemisch aus Süß- und Salzwasser genauer beschreiben.
Die Entwicklung bleibt offen
„Die Planung ist noch im Fluss; mehrere Einzelheiten können sich ändern.“
Die feste Verbindung sagt, dass der Stand noch nicht endgültig ist. Sie bedeutet nicht automatisch, dass die Planung ungeordnet oder erfolglos verläuft.
Grammatik und Beugung
Fluss ist maskulin. Sein Genitiv lautet des Flusses; ein Genitiv des Fluss ist keine reguläre Form. Im Dativ Singular steht dem Fluss, daneben ist dem Flusse belegt. Der Gewässerplural lautet Flüsse, im Dativ Flüssen. Die Bedeutung des stetigen Fortgangs hat keinen Plural: der Fluss der Rede. Die allgemeine Pluralreihe darf daher nicht mechanisch auf diese Lesart übertragen werden. Die Dativform dem Flusse ist heute selten; das Dativ-e begegnet vor allem in älteren oder literarischen Formulierungen und in festen Wendungen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Fluss | die Flüsse |
| Genitiv | des Flusses | der Flüsse |
| Dativ | dem Fluss; heute selten: dem Flusse | den Flüssen |
| Akkusativ | den Fluss | die Flüsse |
Für den stetigen Fortgang gelten die Singularformen; die Pluralspalte zählt hier Gewässer.
Schreibweise und Worttrennung
Fluss ist einsilbig. Der Plural wird Flüs·se getrennt. Die heutige Schreibung hat ss; Fluß ist die ältere Schreibweise. Auch die Genitivform behält ss: Flusses.
Redewendungen und feste Verbindungen
Etwas in Fluss bringen
Eine stockende Sache wird wieder in Gang gesetzt und kann weiterlaufen.
„Mit einer einfachen Einstiegsfrage bringt die Moderatorin das Gespräch wieder in Fluss.“
Die Wendung beschreibt den neu gewonnenen Fortgang. Sie sagt noch nichts darüber, ob das Gespräch zu einer Einigung führt.
Im Fluss sein
Etwas befindet sich noch in Bewegung oder Entwicklung und ist nicht abschließend festgelegt.
„Die Entwürfe sind noch im Fluss, deshalb werden sie gemeinsam überarbeitet.“
Der Ausdruck eignet sich für einen vorläufigen Stand. Er ist keine genaue Zeitangabe, wann die Arbeit abgeschlossen sein wird.
Wortfamilie und verwandte Wörter
Flussbett, Flussufer und Flussmündung bezeichnen Teile oder Bereiche eines Wasserlaufs. Redefluss verwendet dagegen die übertragene Ablaufbedeutung. Das zugrunde liegende Bild sollte beim Erklären einer Zusammensetzung jeweils mitgedacht werden.
