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Gardine

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Gardine
Worttrennung
Gar·di·ne
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Gardine
Plural
die Gardinen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Gardine ist ein dünner Behang am Fenster. Sie lässt Licht hindurch und erschwert den Blick von draußen in den Raum. Es heißt die Gardine, der Gardine und im Plural die Gardinen.

Bedeutungen

Ein dünner Behang am Fenster

Eine Gardine hängt vor einem Fenster. Ihr Stoff kann den Lichteinfall abschwächen und zugleich den Einblick in den Raum erschweren. Die Bezeichnung legt weder eine bestimmte Farbe noch ein einziges Material fest.

„Am Morgen zieht Elif die Gardine zur Seite und öffnet das Fenster.“

Gemeint ist der bewegliche Fensterbehang. Ob er vorher vollständigen Sichtschutz geboten hat, sagt der Satz nicht.

Synonyme: andere Wörter für Gardine

Gardine und Vorhang

Vorhang · Fensterbehang

Vorhang ist weiter gefasst: Er kann auch eine schwere Bahn vor einer Bühne oder eine räumliche Abtrennung meinen. Im passenden regionalen Gebrauch bezeichnet das Wort ebenfalls eine Gardine. Fensterbehang beschreibt die Anbringung, lässt aber die genaue Art offen.

„Die Gardine bewegt sich im Luftzug.“ → „Der Vorhang bewegt sich im Luftzug.“

Beide Sätze können denselben Gegenstand beschreiben. Der zweite legt dessen leichte oder lichtdurchlässige Beschaffenheit weniger deutlich nahe.

Wann passt Store?

Store · Gardine

Store bezeichnet in der passenden Lesart einen lichtdurchlässigen Vorhang über die ganze Fensterbreite. Das Wort hat daneben besonders in der Schweiz eine andere Verwendung für eine Markise; diese Bedeutung lässt sich nicht auf Gardine übertragen.

„Vor der breiten Scheibe hängt eine Gardine.“ → „Vor der breiten Scheibe hängt ein Store.“

Der Austausch passt, wenn der Behang die entsprechende Bauart hat. Eine ausfahrbare Markise vor dem Haus wird dadurch nicht zur Gardine.

Beispiele und Verwendung

Aufhängen und Abnehmen

„Zum Waschen nimmt Jonas die Gardinen im Wohnzimmer ab.“

Die Gardinen steht im Akkusativ Plural. Der Satz beschreibt mehrere Behänge, ohne eine besondere Stoffart zu nennen.

Eine Gardine näher beschreiben

„Die gemusterte Gardine lässt noch Licht in die Küche.“

Das Adjektiv ergänzt ein Muster. Aus der Bezeichnung allein folgt nicht, wie hell der Raum bleibt oder ob man bei eingeschaltetem Licht hineinsehen kann.

Den Dativ Plural erkennen

„An den Gardinen hängen kleine Stoffschlaufen.“

Den Gardinen ist Dativ Plural. Die Wortform Gardinen bleibt gegenüber Nominativ und Akkusativ Plural gleich; der Artikel zeigt hier den Fall.

Grammatik und Beugung

Gardine ist ein feminines Substantiv. Die Singularform bleibt in allen vier Fällen gleich; der Artikel unterscheidet die Fälle. Die Mehrzahl lautet Gardinen. Auch im Dativ Plural steht den Gardinen, ohne ein weiteres n anzufügen. Das grammatische Genus bezeichnet keinen Personenbezug.

Gardine: Singular und Plural
FallSingularPlural
Nominativdie Gardinedie Gardinen
Genitivder Gardineder Gardinen
Dativder Gardineden Gardinen
Akkusativdie Gardinedie Gardinen

Schreibweise und Worttrennung

Die Worttrennung lautet Gar·di·ne, im Plural Gar·di·nen. Die Trennpunkte zeigen die Silbengrenzen; sie gehören nicht zur normalen Schreibung.

Redewendungen und feste Verbindungen

Hinter schwedischen Gardinen sitzen; hinter schwedische Gardinen kommen

Im Gefängnis sein beziehungsweise dorthin kommen.

„Im alten Kriminalroman erfährt die Leserin, dass der Betrüger hinter schwedischen Gardinen sitzt.“

Die Wendung ist umgangssprachlich, scherzhaft und veraltend. Hinter schwedischen Gardinen nennt den Zustand, hinter schwedische Gardinen die Richtung. Gemeint sind bildlich Gefängnisgitter und keine tatsächlichen Stoffbehänge.

Wortfamilie und verwandte Wörter

Eine Gardinenstange dient zum Aufhängen, Gardinenstoff benennt den dafür verwendeten Stoff. Diese Zusammensetzungen sind eigene Wörter und keine Kasusformen von Gardine.