Meine Wörter

Gebot

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Gebot
Worttrennung
Ge·bot
Artikel
das Gebot
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Gebots / des Gebotes
Plural
die Gebote

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.

Formen und Verwendung im Detail

Ein Gebot ist eine verbindliche oder als verbindlich verstandene Aufforderung, etwas zu tun. Daneben bezeichnet das Wort bei einer Versteigerung den angebotenen Preis. Diese beiden Bedeutungsbereiche brauchen unterschiedliche Erklärungen.

Handlungsregel und Preisangebot

Als Handlungsregel kann ein Gebot aus religiösen, moralischen oder anderen Vorschriften hervorgehen. Es richtet das Verhalten auf etwas, das getan werden soll. Ein Verbot fordert demgegenüber, etwas zu unterlassen. Ob eine Regel rechtlich verbindlich ist, lässt sich nicht allein am Wort Gebot erkennen.

Bei einer Auktion ist ein Gebot ein Preisangebot für den versteigerten Gegenstand. Mehrere Personen können unterschiedliche Gebote abgeben. Aus dem bloßen Abgeben folgt noch nicht, dass die betreffende Person den Zuschlag erhält. Die Regeln und der weitere Ablauf der Auktion sind dafür entscheidend.

Die beiden Bereiche auseinanderhalten

  • Vorschrift passt zu festgelegtem Verhalten und kann organisatorischer oder sachlicher klingen.
  • Grundsatz betont eine leitende Orientierung. Er ist nicht immer so konkret wie ein einzelnes Gebot.
  • Preisangebot erklärt den Auktionsgebrauch. Es ist kein Ersatz für eine moralische Aufforderung.

„Für die Gruppe gilt das Gebot gegenseitiger Rücksicht.“
„Für die Gruppe gilt der Grundsatz gegenseitiger Rücksicht.“

Die zweite Fassung betont eine gemeinsame Orientierung. Gebot stellt stärker heraus, dass das entsprechende Verhalten erwartet wird.

„Ihr Gebot für das Bild liegt bei achtzig Euro.“
„Ihr Preisangebot für das Bild liegt bei achtzig Euro.“

Beide Sätze nennen einen angebotenen Betrag. Im Auktionszusammenhang ist Gebot der passendere Fachausdruck; außerhalb einer Versteigerung kann Preisangebot eindeutiger sein.

Großschreibung und Mehrzahl

Das Substantiv ist sächlich: das Gebot, des Gebots oder des Gebotes. Die Mehrzahl lautet Gebote. Die kleingeschriebene Form gebot kann dagegen zum Verb gebieten gehören: „Er gebot Ruhe.“ Großschreibung und Satzbau unterscheiden hier das Nomen von der Verbform.

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.

Deklination von GebotDie vier Fälle

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener. In festen Wendungen und je nach Textstil kann sie weiterhin passen.

Gebot: Formen in den vier Fällen
FallSingularPlural
Nominativdas Gebotdie Gebote
Genitivdes Gebots / des Gebotesder Gebote
Dativdem Gebot / dem Geboteden Geboten
Akkusativdas Gebotdie Gebote

Ein Gebot der Stunde

Ein Gebot der Stunde ist etwas, das in der gegenwärtigen Situation als dringend erforderlich gilt: „Zusammenarbeit ist jetzt ein Gebot der Stunde.“ Die Wendung ist eine begründungsbedürftige Bewertung. Ein guter Text erläutert anschließend, welche Umstände die geforderte Handlung gerade jetzt notwendig machen.