Gegenrede
Form & Grammatik
- Stichwort
- Gegenrede
- Worttrennung
- Ge·gen·re·de
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Gegenrede
- Plural
- die Gegenreden; beim allgemeinen Widersprechen meist Singular
Beim allgemeinen Widersprechen ohne Plural. Gegenreden bezeichnet einzelne widersprechende Redebeiträge.
Gegenrede: Eine Gegenrede ist eine Äußerung, die einer vorausgegangenen Aussage widerspricht. Sie kann eine kurze Erwiderung oder eine ausgearbeitete Rede sein. Entscheidend ist die Beziehung zum bereits Gesagten: Die andere Position wird nicht bloß wiederholt, sondern zurückgewiesen oder bestritten.
Bedeutung und Gebrauch
In einer Debatte beantwortet die Gegenrede Argumente der Gegenseite. Sie kann Einwände erklären, Voraussetzungen prüfen und eine andere Folgerung begründen. Im Alltag klingt „keine Gegenrede!“ dagegen nach einem Verbot des Widersprechens. Dort ist häufig gar keine förmliche Rede gemeint. Ein heftiger Ton allein macht eine Äußerung noch nicht zu einer guten Gegenrede: Wer lediglich die Person angreift, widerlegt damit nicht deren Argument. Für eine Analyse ist deshalb der Inhalt wichtiger als die Lautstärke.
Synonyme im Gebrauch
| Alternative | Wann sie passt – und was sich ändert |
|---|---|
| Widerspruch | Benannt wird allgemein das Nichtzustimmen; es muss keine längere oder vorbereitete Äußerung vorliegen. |
| Erwiderung | Kann auch zustimmen oder nur ergänzen. Erst der Inhalt macht eine Erwiderung zu einer ausdrücklich widersprechenden Antwort. |
| Gegenargument | Ist ein einzelner inhaltlicher Einwand. Eine Gegenrede kann mehrere Gegenargumente miteinander verbinden und ausführlich erklären. |
Beispiele im Vergleich
Eine Debatte beschreiben
„Auf den Vortrag folgte eine Gegenrede.“ – „Auf den Vortrag folgte eine Erwiderung.“
Die zweite Fassung lässt offen, ob die Antwort zustimmte oder widersprach. Der erste Satz benennt die Gegenposition bereits. Wer den Verlauf genau schildern will, sollte diese Information beim Ersetzen nicht verlieren.
Ein Verbot wiedergeben
„Ich dulde keine Gegenrede“, sagte die Figur. – „Ich dulde keinen Widerspruch“, sagte die Figur.
Im befehlenden Zusammenhang ist der Ersatz passend. Beide Fassungen können ein autoritäres Verhalten zeigen. Die Deutung sollte zusätzlich berücksichtigen, wem die Figur das Sprechen verbietet und ob andere Gesprächspartner zu Wort kommen.
Grammatik und Verwendung
Die Gegenrede ist weiblich; der Genitiv lautet „der Gegenrede“. Einzelne Redebeiträge können im Plural „Gegenreden“ heißen. Beim allgemeinen Widersprechen bleibt das Wort meist im Singular. Wer selbst eine Gegenrede schreibt, nennt zunächst die angegriffene Behauptung und begründet dann den Einwand. Ein zusätzlicher Beleg macht nachvollziehbar, warum die Schlussfolgerung der ersten Rede nicht zwingend ist.
Beim allgemeinen Widersprechen ohne Plural. Gegenreden bezeichnet einzelne widersprechende Redebeiträge.
Deklination von GegenredeDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Gegenrede | die Gegenreden |
| Genitiv | der Gegenrede | der Gegenreden |
| Dativ | der Gegenrede | den Gegenreden |
| Akkusativ | die Gegenrede | die Gegenreden |
