Genosse
Form & Grammatik
- Stichwort
- Genosse
- Worttrennung
- Ge·nos·se
- Artikel
- der Genosse
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Genossen
- Plural
- die Genossen
Maskulin: des, dem und den Genossen. Feminin: die Genossin, Genitiv der Genossin, Plural die Genossinnen. Genossen als Partizip von genießen wird kleingeschrieben.
Genosse: Genosse kann einen Menschen bezeichnen, der etwas mit anderen teilt oder sie in einem Lebensbereich begleitet. Besonders bekannt ist das Wort als politische Anrede und Mitgliederbezeichnung in sozialdemokratischen, sozialistischen oder kommunistischen Zusammenhängen. Die weibliche Form lautet Genossin.
Bedeutung und Gebrauch
Die Bedeutung hängt stark von der Umgebung ab. In „Leidensgenosse“ verbindet eine ähnliche schwierige Erfahrung die Menschen. „Parteigenosse“ nennt dagegen eine politische Zugehörigkeit. Wer jemanden „Genosse“ nennt, kann Verbundenheit ausdrücken oder eine übliche Organisationssprache verwenden. Nicht jede Verwendung belegt jedoch dieselbe politische Richtung oder dieselbe geschichtliche Situation. Für eine Textanalyse sind Sprecher, Adressat, Zeitpunkt und Organisation deshalb wichtiger als eine vorschnelle Zuordnung allein nach dem Wort.
Synonyme im Gebrauch
| Alternative | Wann sie passt – und was sich ändert |
|---|---|
| Gefährte | Passt zur allgemeinen Begleitung oder Verbundenheit und klingt häufig literarischer. Eine bestimmte Parteizugehörigkeit drückt es nicht aus. |
| Parteifreund | Kann eine politische Gemeinsamkeit benennen. Der Ausdruck trifft aber nicht automatisch jede organisationsinterne Anrede oder historische Verwendung. |
| Mitglied | Ist sachlicher und nennt die Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Das besondere Signal von Verbundenheit oder politischer Tradition tritt dabei zurück. |
Beispiele im Vergleich
Gemeinsame Erfahrung
„Die beiden wurden zu Leidensgenossen.“ – „Die beiden teilten eine ähnliche belastende Erfahrung.“
Die zweite Fassung löst das zusammengesetzte Wort auf. Eine politische Verbindung ist hier nicht gemeint. Wie eng die persönliche Beziehung wird, bleibt trotz der gemeinsamen Erfahrung offen.
Eine Anrede einordnen
„Die Rednerin begrüßte die Genossinnen und Genossen.“ – „Die Rednerin begrüßte die Parteimitglieder.“
Die zweite Fassung erklärt die mögliche Gruppe, verliert aber den besonderen Ton der Anrede. Sie passt nur, wenn tatsächlich Mitglieder einer Partei angesprochen werden; das muss die Situation erkennen lassen.
Grammatik und Verwendung
Das männliche Substantiv wird schwach gebeugt: „der Genosse“, aber „des Genossen“ und „dem Genossen“. Der weibliche Plural lautet „Genossinnen“. Großgeschrieben steht es für die Person. Die ähnliche Form „genossen“ kann dagegen ein Partizip von „genießen“ sein. „Sie haben den Abend genossen“ enthält deshalb keine politische Personenbezeichnung.
Maskulin: des, dem und den Genossen. Feminin: die Genossin, Genitiv der Genossin, Plural die Genossinnen. Genossen als Partizip von genießen wird kleingeschrieben.
Deklination von GenosseDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Genosse | die Genossen |
| Genitiv | des Genossen | der Genossen |
| Dativ | dem Genossen | den Genossen |
| Akkusativ | den Genossen | die Genossen |
