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Genugtuung

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Genugtuung
Worttrennung
Ge·nug·tu·ung
Artikel
die
Geschlecht
feminin
Genitiv
der Genugtuung
Plural
die Genugtuungen; Gefühl meist im Singular

Das Gefühl häufig im Singular. Genugtuungen kann mehrere entsprechende Erfahrungen oder Ausgleiche benennen.

Formen und Verwendung im Detail

Genugtuung: Genugtuung ist eine besondere Zufriedenheit, etwa weil sich die eigene Einschätzung bestätigt oder ein als richtig empfundenes Ergebnis einstellt. Das Wort kann auch einen Ausgleich für erlittenes Unrecht bezeichnen. Freude über fremdes Unglück ist damit nicht automatisch gemeint.

Bedeutung und Gebrauch

Wer nach langer Arbeit eine faire Anerkennung erhält, kann Genugtuung empfinden. Der Akzent liegt häufig darauf, dass etwas nun als angemessen oder gerecht erlebt wird. In einer konflikthaften Situation kann der Ausdruck dagegen auch triumphierend klingen. Welche Haltung gemeint ist, zeigen Anlass und Reaktion. Von „Schadenfreude“ sollte erst gesprochen werden, wenn gerade das Missgeschick eines anderen die Freude auslöst. Eine bloße Bestätigung der eigenen Arbeit reicht dafür nicht aus.

Synonyme im Gebrauch

AlternativeWann sie passt – und was sich ändert
ZufriedenheitIst weiter und neutraler. Sie kann auch ohne vorausgegangenen Streit, Zweifel oder Wunsch nach Anerkennung bestehen.
BefriedigungPasst zur Erfüllung eines Bedürfnisses oder Anspruchs. Je nach Kontext ist das Wort sachlicher, aber ebenfalls mehrdeutig.
WiedergutmachungPasst zum Ausgleich eines Unrechts. Sie bezeichnet eher eine Handlung oder Leistung als das dadurch ausgelöste Gefühl.

Beispiele im Vergleich

Den Anlass sichtbar machen

„Sie hörte das Urteil mit Genugtuung.“ – „Sie war zufrieden, weil ihre Darstellung endlich bestätigt wurde.“

Die zweite Fassung erklärt eine mögliche Ursache. Sie darf nur so stehen, wenn die Bestätigung im Zusammenhang erkennbar ist. Das Ausgangswort allein verrät noch nicht alle Gründe der Reaktion.

Gefühl und Handlung trennen

„Die Entschuldigung verschaffte ihm Genugtuung.“ – „Die Entschuldigung stellte für ihn eine Wiedergutmachung dar.“

Die zweite Fassung betont den wahrgenommenen Ausgleich stärker als das Gefühl. Ob die Entschuldigung das Unrecht tatsächlich vollständig ausgleicht, ist damit nicht unabhängig festgestellt.

Grammatik und Verwendung

Das weibliche Substantiv schreibt man mit „tu“ in der Mitte: „Genugtuung“. Der Plural „Genugtuungen“ ist möglich, das Gefühl wird jedoch oft im Singular beschrieben. Häufige Verbindungen sind „Genugtuung empfinden“ und „jemandem Genugtuung verschaffen“. In einer Charakterisierung sollte der Anlass genannt werden, damit berechtigte Erleichterung, Stolz und boshafter Triumph nicht vermischt werden.

Das Gefühl häufig im Singular. Genugtuungen kann mehrere entsprechende Erfahrungen oder Ausgleiche benennen.

Deklination von GenugtuungDie vier Fälle
Genugtuung: Formen in den vier Fällen
FallSingularPlural
Nominativdie Genugtuungdie Genugtuungen
Genitivder Genugtuungder Genugtuungen
Dativder Genugtuungden Genugtuungen
Akkusativdie Genugtuungdie Genugtuungen