Gnade
Form & Grammatik
- Stichwort
- Gnade
- Worttrennung
- Gna·de
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Gnade
- Plural
- die Gnaden, selten
Der Plural Gnaden ist selten und steht unter anderem in festen älteren Verbindungen.
Gnade: Gnade bezeichnet wohlwollende Zuwendung oder Nachsicht, besonders gegenüber jemandem, der abhängig ist oder eine Strafe erwartet. In religiöser Sprache hat das Wort eine eigene Bedeutung.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Bei einer mächtigeren Person kann Gnade eine gewährte Gunst meinen. Das Wort lässt dabei oft ein ungleiches Verhältnis erkennen: Die empfangende Person ist auf das Entgegenkommen angewiesen. Ein gleichberechtigt vereinbarter Anspruch wird gewöhnlich anders beschrieben.
Im Zusammenhang mit einer Strafe bedeutet Gnade Nachsicht oder einen Erlass. Für die sprachliche Bedeutung ist wichtig, dass damit nicht notwendig die Behauptung verbunden ist, es habe überhaupt keinen Fehler gegeben. Nachsicht und Feststellung der Unschuld sind unterschiedliche Aussagen.
In religiösen Texten kann Gnade die verzeihende Zuwendung Gottes bezeichnen. Diese Bedeutung wird aus der jeweiligen Glaubensvorstellung heraus verstanden. Ein sprachlicher Kommentar sollte sie erklären, ohne unterschiedliche religiöse Auffassungen zu einer einzigen Aussage zu verkürzen.
Für eine Figurenanalyse ist oft die Abhängigkeit bedeutsam. Wer um Gnade bittet, hofft auf die Entscheidung eines anderen. Das muss im Zusammenhang der Szene untersucht werden.
Synonyme im Zusammenhang vergleichen
| Alternative | Unterschied und Verwendung |
|---|---|
| Nachsicht | Bei milder Behandlung trotz eines Fehlers. |
| Gunst | Bei wohlwollender Bevorzugung oder Zuwendung. |
| Erbarmen | Betont das Mitgefühl mit einer belasteten Person. |
| Vergebung | Bei dem Verzeihen einer Schuld, nicht bei jeder gewährten Vergünstigung. |
„Sie bittet um Gnade.“ – „Sie beteuert ihre Unschuld.“
Die zweite Aussage bestreitet eine Schuld. Die erste kann gerade um Nachsicht trotz eines Fehlers bitten. Die Äußerungen sind daher nicht gleichbedeutend.
„Er lebt von ihrer Gnade.“ – „Er hat einen Anspruch auf Unterstützung.“
Die zweite Fassung beschreibt eine gesichertere Grundlage. Gnade betont eher die Abhängigkeit vom Wohlwollen. Dieser Unterschied kann das Verhältnis der Figuren prägen.
Grammatik und Verwendung
Das feminine Nomen lautet die Gnade, der Gnade. Der Plural Gnaden ist selten und steht unter anderem in festen älteren Verbindungen.
Der Plural Gnaden ist selten und steht unter anderem in festen älteren Verbindungen.
Deklination von GnadeDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Gnade | die Gnaden |
| Genitiv | der Gnade | der Gnaden |
| Dativ | der Gnade | den Gnaden |
| Akkusativ | die Gnade | die Gnaden |
Feste Verbindungen
Gnade vor Recht ergehen lassen bedeutet, nachsichtig zu sein und von einer Bestrafung abzusehen. Eigenes Beispiel: „Beim ersten Versehen lässt die Lehrerin Gnade vor Recht ergehen.“ Die Wendung beschreibt Milde, nicht die allgemeine Aufhebung einer Regel.
