Gras
Form & Grammatik
- Stichwort
- Gras
- Worttrennung
- Gras
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Grases
- Plural
- die Gräser (Pflanzen oder Arten)
Gebrauch: Pflanzendecke, Cannabisbezeichnung und bairische Kartenfarbe: ohne Plural. Dativ Grase heute selten.
Definition · kurz erklärt
Gras bezeichnet eine entsprechende Pflanze und zusammenfassend die Pflanzendecke aus vielen Gräsern. Der Plural Gräser meint einzelne Pflanzen oder Arten. Als Bezeichnung des Bewuchses bleibt Gras im Singular; weitere umgangssprachliche und regionale Lesarten sind gesondert zu unterscheiden.
Bedeutungen
Eine Pflanze oder Pflanzenart
Ein Gras ist eine Pflanze mit typischerweise schmalen Blättern und unscheinbaren Blüten. Der Ausdruck kann eine einzelne Pflanze oder eine Art bezeichnen; dafür ist der Plural Gräser möglich.
„Im Beet wachsen verschiedene hohe Gräser.“
Verschiedene legt hier mehrere Arten oder Formen nahe. Die Mehrzahl ist keine bloße Angabe einer großen Menge Rasen.
Eine Pflanzendecke
Gras bezeichnet zusammenfassend den Bewuchs aus Gräsern und ähnlichen Pflanzen. Man kann ihn mähen, betreten oder als Futter beschreiben. In dieser Bedeutung wird kein Plural verwendet.
„Nach dem Regen war das Gras auf der Wiese noch nass.“
Der Satz beschreibt die Pflanzendecke als Ganzes. Er zählt weder Halme noch Arten.
Umgangssprachlich: Cannabisprodukt
Im umgangssprachlichen Drogenjargon bezeichnet Gras ein berauschendes Cannabisprodukt, besonders Marihuana. Diese Bedeutung steht ohne Plural.
„Im Roman meint die Figur mit Gras Marihuana.“
Der Kontext legt die Jargonbedeutung fest. Das Beispiel erklärt den Ausdruck und nicht den Umgang mit der Substanz.
Bairisch: eine Kartenfarbe
Im bairischen Kartenspielgebrauch bezeichnet Gras eine Farbe des deutschen Blatts, die auch Grün oder Laub genannt wird. Farbe meint hier eine Kartenkategorie, keinen beliebigen Farbton.
„In der Spielrunde wird Gras als Kartenfarbe angesagt.“
Die regionalen Spielbegriffe bestimmen die Lesart. Der Plural Gräser gehört nicht zu dieser Bedeutung.
Synonyme: andere Wörter für Gras
Gras und Rasen
Rasen · Grasdecke
Rasen bezeichnet häufig eine dicht und kurz gehaltene Grasfläche. Gras ist weiter und kann auch hohen oder unregelmäßigen Bewuchs meinen.
„Die Kinder liegen im Gras.“ → „Die Kinder liegen auf dem Rasen.“
Der zweite Satz legt eine entsprechende Fläche nahe. Nicht jede mit Gras bewachsene Wiese wird dadurch zum gepflegten Rasen.
Gras und Wiese
Wiese · Grünfläche
Wiese und Grünfläche benennen Flächen, Gras dagegen die Pflanzen beziehungsweise den Bewuchs. Deshalb liegt der Unterschied auch in der Betrachtung des Gegenstands.
„Sie schneidet das Gras.“ → „Sie mäht die Wiese.“
Die Handlungen können zusammengehören. Der zweite Satz nennt die gesamte bearbeitete Fläche, der erste den geschnittenen Bewuchs.
Beispiele und Verwendung
Ein Vergleichsbild für eine Farbe
„Der Rucksack ist grasgrün.“
Grasgrün vergleicht die Farbe mit frischem grünen Gras. Der Rucksack besteht deshalb nicht aus Gras. Auch natürlicher Bewuchs kann je nach Zustand unterschiedlich aussehen.
Menge und Art unterscheiden
„Auf der Fläche wächst viel Gras, aber es wachsen dort nur wenige verschiedene Gräser.“
Viel Gras beschreibt den Bewuchs insgesamt. Wenige verschiedene Gräser richtet den Blick auf die Zahl der vertretenen Arten oder Formen.
Grammatik und Beugung
Gras ist neutral und hat den Genitiv des Grases. Für Pflanzen und Arten lautet die Mehrzahl Gräser, im Dativ Gräsern. Die kollektive Pflanzendecke und die beiden erläuterten Spezialverwendungen bleiben im Singular. „Dem Grase“ ist eine heute seltene Dativform.
| Fall | Singular | Plural: Pflanzen/Arten |
|---|---|---|
| Nominativ | das Gras | die Gräser |
| Genitiv | des Grases | der Gräser |
| Dativ | dem Gras; selten: dem Grase | den Gräsern |
| Akkusativ | das Gras | die Gräser |
Schreibweise und Worttrennung
Gras wird mit einfachem s geschrieben und ist einsilbig. Der Plural wird Grä·ser getrennt. Das Wort grün ist ein weiter gefasster Farbausdruck; nicht alles Grüne besteht aus Gras.
Redewendungen und feste Verbindungen
Das Gras wachsen hören
Umgangssprachlich und oft spöttisch: aus kleinsten oder eingebildeten Anzeichen weitreichende Schlüsse ziehen.
„Aus einer verschobenen Besprechung schloss er auf eine Fusion; seine Kollegin meinte, er höre das Gras wachsen.“
Die Wendung beurteilt die Schlussfolgerung skeptisch. Sie lobt nicht einfach ein besonders gutes Gehör.
Gras über etwas wachsen lassen
Eine unangenehme Sache mit der Zeit in den Hintergrund treten oder in Vergessenheit geraten lassen.
„Nach dem Streit wollten beide erst einmal Gras darüber wachsen lassen.“
Die Wendung betont den zeitlichen Abstand. Sie besagt nicht, dass der zugrunde liegende Konflikt bereits geklärt ist.
Ins Gras beißen
Salopp: sterben.
„Der Erzähler lässt seinen übermütigen Helden am Ende doch ins Gras beißen.“
Die Wendung klingt derb oder scherzhaft und kann gegenüber Betroffenen verletzend wirken. In einer sachlichen oder mitfühlenden Mitteilung ist sterben meist angemessener.
