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Gummi

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Gummi
Worttrennung
Gum·mi
Artikel
der oder das Gummi; Gebrauch nach Bedeutung
Geschlecht
maskulin oder neutrum, bedeutungs- und regionsabhängig
Genitiv
des Gummis; beim Material auch des Gummi belegt
Plural
Material: Gummi oder Gummis; Kondom/Radiergummi/Band: Gummis; Gummiarabikum ohne Plural

Gebrauch: Österreich Material/Kondom nur der. Radiergummi: der, auch das; Band: das, auch der. Gegenstandskurzformen umgangssprachlich. Gummiarabikum ohne Plural; keine Gegenstandsreihe darauf übertragen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Gummi bezeichnet einen elastischen Werkstoff aus natürlichem oder synthetischem Kautschuk. Umgangssprachlich kann das Wort ein Kondom, einen Radiergummi oder ein Gummiband meinen. Daneben ist es eine Kurzform für Gummiarabikum. Artikel und Plural müssen mit der jeweiligen Bedeutung gelesen werden.

Bedeutungen

Der elastische Werkstoff

Gummi bezeichnet ein durch Vulkanisation aus natürlichem oder synthetischem Kautschuk hergestelltes elastisches Produkt. Es heißt der oder das Gummi; in Österreich wird in dieser Bedeutung nur der Gummi verwendet.

„Die Materialbeschreibung nennt Gummi als Werkstoff der flexiblen Manschette.“

Die allgemeine Angabe nennt noch keine konkrete Mischung oder geprüfte Eignung für eine bestimmte Beanspruchung. Kautschuk als Ausgangsstoff und das verarbeitete Produkt sind nicht beliebig gleichzusetzen.

Umgangssprachlich: Kondom

Umgangssprachlich ist Gummi eine Bezeichnung für ein Kondom. Der Plural lautet Gummis. In Österreich gilt für diese Bedeutung nur der maskuline Artikel.

„Im Sprachlehrdialog wird die kurze Bezeichnung Gummi ausdrücklich als Kondom erklärt.“

Das Beispiel erläutert ein Wort. Es enthält keine Aussage über die Eigenschaften eines bestimmten Produkts. Ohne weiteren Zusammenhang könnte dieselbe Kurzform auch einen anderen Gegenstand meinen.

Umgangssprachlich: Radiergummi

Im Schreib- und Zeichenkontext kann Gummi kurz für Radiergummi stehen. Es heißt der, auch das Gummi; die Mehrzahl ist Gummis.

„Die Notiz zum Zeichenkasten vermerkt, dass zwei Gummis im kleinen Innenfach fehlen.“

Der ausdrücklich genannte Zeichenkasten erklärt die Radierbedeutung. Farbe, Größe und Eignung für eine bestimmte Schreibspur ergeben sich aus dem kurzen Wort allein nicht.

Umgangssprachlich: Gummiband oder Gummiring

Umgangssprachlich kann Gummi ein Gummiband oder einen entsprechenden Ring bezeichnen. In dieser Bedeutung heißt es das, auch der Gummi; der Plural lautet Gummis.

„Die Requisitenliste beschreibt ein Gummi, das die zusammengerollte Karte zusammenhält.“

Die Funktion grenzt den Band- beziehungsweise Ringgebrauch ab. Der Artikel allein reicht nicht, um die Gegenstandsbedeutung zu bestimmen.

Kurzform für Gummiarabikum

Gummi ist auch eine Kurzform für Gummiarabikum. Die Langform bezeichnet ein wasserlösliches Pflanzengummi: eine getrocknete Ausscheidung bestimmter Akazien, die aus deren Stämmen und Ästen gewonnen wird. Es wird unter anderem als Kleb- und Bindemittel verwendet. Diese Kurzform steht ohne Plural.

„Das historische Materialverzeichnis erläutert Gummi an dieser Stelle ausdrücklich als Gummiarabikum.“

Die Erklärung bestimmt den besonderen Stoffbezug. Die Gegenstandsmehrzahl Gummis gehört nicht zu dieser Bedeutung; auch der Kautschukwerkstoff ist damit nicht automatisch gemeint.

Synonyme: andere Wörter für Gummi

Werkstoff und Gegenstand unterscheiden

Kautschukprodukt · Kondom · Radiergummi · Gummiband

Kautschukprodukt erklärt den Werkstoffbezug. Kondom, Radiergummi und Gummiband lösen dagegen jeweils eine andere Kurzform auf.

„Im Zeichenkasten fehlt ein Gummi.“ → „Im Zeichenkasten fehlt ein Radiergummi.“

Der Schreibkontext ist die Voraussetzung für die Präzisierung. Die längere Form ist ohne gemeinsamen Zusammenhang eindeutiger.

Den Sprachstil mitbeachten

Radiergummi · Ratzefummel · Kondom · Lümmeltüte

Ratzefummel ist ein Schülerwort für Radiergummi. Lümmeltüte bezeichnet ein Kondom salopp, scherzhaft und heute eher veraltend. Solche Alternativen verändern neben der Länge auch den Ton.

„Die Worterklärung löst Gummi als Kondom auf.“ → „Die Worterklärung nennt dafür das sachliche Wort Kondom.“

Ein Austausch gegen ein scherzhaftes Wort wäre keine rein sachliche Verdeutlichung. Er würde einen zusätzlichen Sprachstil einführen.

Den besonderen Pflanzenstoff nennen

Gummiarabikum

Die ausgeschriebene Bezeichnung erklärt die entsprechende Kurzform eindeutig. Sie ist kein Ersatz für die Kautschuk-, Radier- oder Bandbedeutung.

„Der historische Text nennt Gummi als Bindemittel.“ → bei ausdrücklicher Zuordnung: „Der historische Text nennt Gummiarabikum als Bindemittel.“

Die Präzisierung braucht einen Beleg im jeweiligen Text. Aus dem bloßen Wort Gummi lässt sie sich nicht immer erschließen.

Beispiele und Verwendung

Den Artikel nicht allein entscheiden lassen

„Die Sprachübung stellt ‚der Gummi‘ und ‚das Gummi‘ als mögliche Grundformen nebeneinander.“

Mehrere Bedeutungen erlauben Artikelvarianten. Die österreichische Einschränkung beim Material- und Kondomgebrauch muss dabei eigens berücksichtigt werden.

Den Gegenstand konkret nennen

„Auf dem Materialzettel stehen drei Gummibänder für die Kartonmodelle.“

Die volle Gegenstandsbezeichnung vermeidet die Mehrdeutigkeit von drei Gummis. Gezählt werden Bänder und keine drei Portionen Gummiarabikum.

Den s-Plural unverändert lassen

„Mit den Gummis im Zeichenkasten lassen sich die vorgesehenen Bleistiftkorrekturen ausführen.“

Der Dativ Plural lautet den Gummis. An diese s-Mehrzahl wird kein zusätzliches n angehängt. Die tatsächliche Korrekturmöglichkeit hängt von den beschriebenen Spuren und Hilfsmitteln ab.

Grammatik und Beugung

Die Formen sind bedeutungsabhängig. Beim Material kommen der und das Gummi vor; in Österreich gilt dafür nur der. Der Genitiv Gummis ist belegt, beim Material auch Gummi. Für den Materialgebrauch sind die Plurale Gummi und Gummis belegt. Die umgangssprachlichen Gegenstandskurzformen für Kondom, Radiergummi und Band haben dagegen ausdrücklich Gummis. Bei Kondom gilt in Österreich nur der; beim Radiergummi lautet die Angabe der, auch das, beim Band das, auch der. Die dritte Tabelle zeigt diese Gegenstandsformen mit den genannten Einschränkungen. Die Kurzform für Gummiarabikum bleibt ohne Plural und erhält keine übertragene Gegenstandsmehrzahl.

Gummi als Werkstoff: maskuline Reihe
FallSingularPlural: Materialgebrauch
Nominativder Gummidie Gummi / die Gummis
Genitivdes Gummis / des Gummider Gummi / der Gummis
Dativdem Gummiden Gummi / den Gummis
Akkusativden Gummidie Gummi / die Gummis
Gummi als Werkstoff: neutrale Reihe, nicht österreichischer Gebrauch
FallSingularPlural: Materialgebrauch
Nominativdas Gummidie Gummi / die Gummis
Genitivdes Gummis / des Gummider Gummi / der Gummis
Dativdem Gummiden Gummi / den Gummis
Akkusativdas Gummidie Gummi / die Gummis
Umgangssprachliche Gegenstandskurzformen: Genus nach Bedeutung und Region, Plural Gummis
FallMaskulin SingularNeutrum Singular: Einschränkungen im TextPlural
Nominativder Gummidas Gummidie Gummis
Genitivdes Gummisdes Gummisder Gummis
Dativdem Gummidem Gummiden Gummis
Akkusativden Gummidas Gummidie Gummis

Schreibweise und Worttrennung

Die Worttrennung lautet Gum·mi; der ausgeschriebene s-Plural wird Gum·mis getrennt. Die beiden m bleiben erhalten. Das längere Wort Radiergummi und die besondere Stoffbezeichnung Gummiarabikum sind keine Beugungsformen des einfachen Worts.

Redewendungen und feste Verbindungen

Gummi geben

Die Wendung bedeutet, zu beschleunigen.

„Im Bericht über das fiktive Rennen gibt die Fahrerin nach der Kurve wieder Gummi.“

Der Rennzusammenhang macht das Beschleunigen verständlich. Es wird kein Material ausgeteilt oder ein bestimmter Reifenstoff bestimmt.

Wortfamilie und verwandte Wörter

Gummiband, Gummiring und Radiergummi machen Gegenstandsbezeichnungen genauer. Andere Zusammensetzungen wie Kaugummi dürfen nicht allein aufgrund ihres Wortbestandteils mit dem technischen Kautschukprodukt gleichgesetzt werden.