Hoffart
Form & Grammatik
- Stichwort
- Hoffart
- Worttrennung
- Hof·fart
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Hoffart
- Plural
- ohne Plural
Gehoben, abwertend und veraltend.
Hoffart: Hoffart ist ein gehobenes, heute veraltend wirkendes Wort für verletzenden Hochmut und anmaßendes Auftreten.
Bedeutung und Zusammenhang
Hoffart bewertet eine Haltung deutlich negativ: Jemand erhebt sich über andere, beansprucht besondere Bedeutung und zeigt dies auf eine verletzende Weise. Das Wort klingt stärker nach einem moralischen Vorwurf als nach einer sachlichen Beschreibung von Selbstsicherheit. Gerade in älterer Literatur kann dieser Ton zum Verständnis einer Figur oder einer Erzählerstimme beitragen.
Das Wort bezeichnet weder eine Fahrt zu einem Hof noch bloß ein vornehmes Aussehen. Auch wirtschaftlicher Erfolg ist für sich genommen keine Hoffart. Die Abwertung entsteht durch den Umgang mit anderen und den Anspruch, mehr zu gelten. In einer modernen Alltagserzählung wirkt die Bezeichnung bewusst altertümlich oder feierlich.
Synonyme im Gebrauch
Hochmut liegt sehr nahe und ist heute leichter verständlich. Überheblichkeit betont die überschätzte eigene Bedeutung und den abwertenden Blick auf andere. Dünkel passt besonders zum vermeintlichen Vorrang aufgrund von Herkunft, Rang oder Bildung.
Stolz ist kein gleichwertiger Ersatz: Er kann berechtigt und positiv sein. Anmaßung richtet den Blick stärker auf einen unberechtigten Anspruch oder eine Grenzüberschreitung. Hoffart fasst eine solche Haltung als verwerflichen Hochmut auf.
Wörter im Satz vergleichen
Vergleiche: „Der Erzähler verurteilt die Hoffart des reichen Erben.“
„Der Erzähler beschreibt den Stolz des reichen Erben.“
Im ersten Satz steht das negative Urteil bereits im Wort. Im zweiten bleibt offen, ob der Stolz angemessen, sympathisch oder übertrieben ist. Die moralische Bewertung darf beim Ersetzen nicht verloren gehen.
Vergleiche: „Aus Hoffart wies sie jede Hilfe schroff zurück.“
„Aus Selbstständigkeit erledigte sie die Aufgabe allein.“
Der erste Satz verbindet die Ablehnung mit herabsetzender Überlegenheit. Der zweite nennt einen Wunsch nach eigenem Handeln. Alleinarbeit beweist daher noch keine Hoffart.
Verwendung und Satzbau
In einer Charakterisierung ist die Bezeichnung besonders dann nachvollziehbar, wenn konkrete Äußerungen oder Handlungen vorausgehen. „Sie nennt die anderen ihrer unwürdig“ belegt ein Überlegenheitsgefühl genauer als eine elegante Kleidung oder ein aufrechter Gang. Auch die Frage, wer das Verhalten bewertet, gehört zur Analyse.
Für einen heutigen sachlichen Text sind Hochmut oder Überheblichkeit meist zugänglicher. Wer Hoffart in einer historischen Passage erläutert, kann den alten Ausdruck beibehalten und ihn einmal verständlich erklären. So bleibt der ursprüngliche Ton erkennbar, ohne das Wort als neutrale Alltagssprache auszugeben.
Grammatik und Wortformen
Gehoben, abwertend und veraltend.
Deklination von HoffartDie vier Fälle
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Hoffart |
| Genitiv | der Hoffart |
| Dativ | der Hoffart |
| Akkusativ | die Hoffart |
