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Holz

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Holz
Worttrennung
Holz
Artikel
das Holz
Geschlecht
neutrum
Genitiv
des Holzes
Plural
Stoff, Musik und Wald ohne Plural; Sorten und Gegenstände: Hölzer; beim Kegeln: Holz

Gebrauch: Material aus Stämmen und Ästen, Holzsorte oder Gegenstand; auch Kegel und Gesamtheit der Holzblasinstrumente. Wald: landschaftlich, sonst veraltet. Dativ dem Holz, seltener dem Holze.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Holz bezeichnet das feste Material aus Stämmen, Ästen und Zweigen von Bäumen und Sträuchern. Je nach Zusammenhang nennt das Wort eine Holzsorte, einen Gegenstand, einen Kegel, die Holzblasinstrumente eines Orchesters oder landschaftlich einen Wald. Die Mehrzahl hängt von der Bedeutung ab: Hölzer bei Sorten und Gegenständen, Holz beim Kegeln; als Stoffname steht das Wort ohne Plural.

Bedeutungen

Das Material aus Bäumen und Sträuchern

Als Stoffname bezeichnet Holz das feste Material der Stämme, Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern. Es kann beispielsweise zum Bauen, Herstellen von Gegenständen oder als Brennmaterial verwendet werden. Diese Stoffbedeutung steht ohne Plural.

„Die Restauratorin untersucht das Holz an der Rückseite des alten Rahmens.“

Das Material ist der Bezugspunkt. Die Bezeichnung nennt weder eine bestimmte Baumart noch den Zustand oder die Eignung für einen weiteren Verwendungszweck.

Eine Holzsorte

Eine einzelne Art beziehungsweise Sorte des Materials kann ebenfalls Holz heißen. In dieser zählbaren Bedeutung lautet die Mehrzahl Hölzer.

„Für den Vergleich ordnet die Werkstatt verschiedene Hölzer nach ihrer sichtbaren Maserung.“

Gemeint sind unterschiedliche Sorten. Die sichtbare Maserung ist hier der Vergleichsmaßstab; aus ihr allein folgt kein vollständiges Urteil über Qualität oder Eignung.

Ein Gegenstand oder Teil aus Holz

Holz kann einen Gegenstand aus dem Material oder einen hölzernen Teil eines Gegenstands bezeichnen. Der Plural lautet Hölzer. Im Golf heißt auch ein früher aus Holz gefertigter Schlägertyp Holz; die Benennung verlangt dort nicht, dass der heutige Schlägerkopf aus Holz besteht. Im veraltenden Ballspielgebrauch kann Holz einen hölzernen Torpfosten oder die Querleiste des Tores meinen.

„Die Helferin legt mehrere kurze Hölzer neben die Bühne.“

Die Szene nennt einzelne Gegenstände. Ihre genaue Form und Aufgabe bleiben zusätzliche Angaben. Der besondere Golfgebrauch braucht einen entsprechenden Sportzusammenhang.

Ein Kegel beim Kegeln

Beim Kegeln bezeichnet Holz einen einzelnen Kegel und wird auch zum Zählen des Ergebnisses verwendet. Die Mehrzahl lautet in diesem Gebrauch Holz.

„Nach dem Wurf liegt ein Holz quer vor den übrigen Kegeln.“

Gemeint ist ein Spielgegenstand. Die Sortenmehrzahl Hölzer ist nicht die hier zugrunde gelegte Kegelzählung. Ein Spielergebnis in Holz ist außerdem keine Mengenangabe zum Materialverbrauch.

Die Holzblasinstrumente im Orchester

In der Musik kann das Holz die Gesamtheit der Holzblasinstrumente bezeichnen. Das Wort ist in dieser Sammelbedeutung ohne Plural.

„Bei der Probe bittet die Dirigentin das Holz um eine deutlichere Begleitfigur.“

Angesprochen ist die Instrumentengruppe beziehungsweise ihr Spiel. Der Satz meint weder Brennmaterial noch eine einzelne Holzsorte.

Landschaftlich und sonst veraltet: ein Wald

Landschaftlich, sonst veraltet kann Holz einen Wald bezeichnen. Diese Verwendung steht ohne Plural. Ein Orts- oder Familienname gleichen Wortlauts ist davon zu unterscheiden.

„In der regional gefärbten Erzählung führt der Weg hinter dem Dorf ins Holz.“

Die Bewegung durch die Landschaft erklärt den Waldbezug. Ins Holz bezeichnet hier keinen Vorgang des Materialbearbeitens.

Synonyme: andere Wörter für Holz

Den Werkstoff oder seine Verwendung nennen

Werkstoff · Baumaterial · Brennholz

Werkstoff ist weiter und umfasst andere Materialien. Baumaterial nennt einen Verwendungszusammenhang. Brennholz grenzt Holz für den entsprechenden Zweck ein und ist kein allgemeiner Ersatz für jedes Holz.

„Der Rahmen besteht aus Holz.“ → „Der Rahmen besteht aus einem Werkstoff.“

Die zweite Fassung verliert die konkrete Materialangabe. Sie erklärt nicht, aus welchem Material der Rahmen besteht.

Sorten und Gegenstände unterscheiden

Holzsorte · Holzstück · Brett

Holzsorte erklärt die Art des Materials. Holzstück zählt einen Gegenstand; Brett nennt zusätzlich eine bestimmte Form. Diese Begriffe lösen verschiedene Hölzer-Verwendungen auf.

„Auf dem Tisch liegen verschiedene Hölzer.“ → je nach Befund: „Auf dem Tisch liegen verschiedene Holzsorten“ oder „mehrere Holzstücke“.

Ohne weiteren Zusammenhang darf nicht entschieden werden, ob Sorten oder einzelne Stücke gemeint sind. Ein beliebiges Holzstück ist auch nicht schon ein Brett.

Musik, Kegeln und Landschaft klar benennen

Holzblasinstrumente · Kegel · Wald

Die ausführlichen Wörter passen jeweils zu einer eigenen Bedeutung. Die musikalische Gruppe und der Wald werden mit dem Sammelwort Holz im Singular bezeichnet; beim Kegeln ist Holz zugleich die entsprechende Mehrzahl.

„Das Holz setzt ein.“ → im Orchester: „Die Holzblasinstrumente setzen ein.“

Die zweite Fassung zeigt den Gruppenbezug auch durch ein Pluralverb. Sie passt nicht zum Wald oder zu einem Materialstück.

Beispiele und Verwendung

Die Holzart genauer benennen

„Im Materialverzeichnis wird Kirsche als Holzart aufgeführt.“

Kirsche kann als Materialangabe Kirschbaumholz meinen. Die genaue Art wird eigens benannt; Holz allein enthält diese Information nicht.

Ein Stück ist keine Holzsorte

„Zwei Stücke stammen vom selben Brett und gehören deshalb im Beispiel zur selben Holzsorte.“

Die Stückzahl und die Zahl der Materialarten sind unterschiedliche Angaben. Der Plural Hölzer muss deshalb nach dem jeweiligen Sachzusammenhang gelesen werden.

Die Golfbenennung braucht ihren Kontext

„Im Golfbericht entscheidet sich die Spielerin für ein Holz aus ihrer Schlägertasche.“

Hier ist ein Golfschlägertyp gemeint. Die historische Benennung nach dem Material erklärt den Wortgebrauch, legt das Material eines heutigen einzelnen Schlägers aber nicht fest.

Grammatik und Beugung

Holz ist neutral; der Genitiv lautet des Holzes. Der gewöhnliche Dativ ist dem Holz, daneben ist die seltenere Form dem Holze belegt. Der Stoffname, die musikalische Sammelbezeichnung und der eingeschränkte Waldgebrauch haben keinen Plural. Für Sorten und einzelne Gegenstände ist Hölzer mit Umlaut und -er belegt; im Dativ heißt es den Hölzern. Die Kegelmehrzahl lautet dagegen Holz. Die folgenden Tabellen zeigen die Singularverwendungen und die gewöhnliche zählbare Sorten-/Gegenstandsreihe; sie übertragen deren Plural nicht auf die Kegelzählung.

Holz als Stoff, Instrumentengruppe oder eingeschränkte Waldbezeichnung: ohne Plural
FallSingular
Nominativdas Holz
Genitivdes Holzes
Dativdem Holz; seltener dem Holze
Akkusativdas Holz
Holz als Sorte oder Gegenstand: zählbare Formen
FallSingularPlural
Nominativdas Holzdie Hölzer
Genitivdes Holzesder Hölzer
Dativdem Holz; seltener dem Holzeden Hölzern
Akkusativdas Holzdie Hölzer

Schreibweise und Worttrennung

Holz ist einsilbig und wird nicht getrennt. Die Sorten- und Gegenstandsmehrzahl wird Höl·zer getrennt. Der Umlaut gehört zu dieser Mehrzahl, während im Genitiv Singular Holzes das o erhalten bleibt. Die Kegelmehrzahl Holz ist ebenfalls einsilbig.

Redewendungen und feste Verbindungen

Aus dem gleichen oder aus anderem Holz geschnitzt sein

Die Wendung vergleicht die Wesensart oder den Charakter von Menschen: Gleiches Holz betont Ähnlichkeit, anderes Holz einen Unterschied.

„Die Erzählerin nennt die beiden Geschwister aus anderem Holz geschnitzt, weil sie auf denselben Konflikt sehr unterschiedlich reagieren.“

Der unterschiedliche Umgang mit dem Konflikt macht den Vergleich im Beispiel nachvollziehbar. Die Wendung ist ein Sprachbild und keine Aussage über ein tatsächliches Material im Menschen.

Aus hartem oder härterem Holz geschnitzt sein

Die Verbindung kann eine als stark beschriebene körperliche oder geistige Beschaffenheit beziehungsweise Widerstandskraft hervorheben. Entsprechende Holzvergleiche können unterschiedliche Eigenschaften bewerten.

„Nach mehreren Rückschlägen setzt sie ihre Arbeit fort; die andere Figur hält sie deshalb für aus hartem Holz geschnitzt.“

Im Beispiel handelt es sich um die Einschätzung einer Figur. Die konkrete Ausdauer stützt sie in dieser Situation, beweist aber keine Unverletzlichkeit.

Nicht aus Holz sein

Die Wendung kann bedeuten, wie andere Menschen für sinnliche Reize empfänglich zu sein. In einer anderen Lesart heißt sie, nicht so gefühllos oder unverletzlich zu sein, wie andere meinen.

„Die verletzende Bemerkung trifft ihn; später sagt er, er sei schließlich nicht aus Holz.“

Hier ist die zweite Lesart gemeint: Er ist emotional berührbar. Die andere Lesart betrifft sinnliche Empfänglichkeit und darf nicht ohne passenden Kontext in den Satz hineingelesen werden.

Viel Holz

Umgangssprachlich bezeichnet die Verbindung eine große Menge von etwas, auch einen als hoch empfundenen Geldbetrag.

„Die Reparatur kostet doppelt so viel wie erwartet; das ist für Nora viel Holz.“

Der Satz gibt Noras Einschätzung des Betrags wieder. Es wird kein wirklicher Holzvorrat gezählt und kein allgemeiner Maßstab dafür gesetzt, welcher Preis hoch ist.

Holz sägen

Umgangssprachlich kann die Verbindung lautes Schnarchen bedeuten.

„Aus dem Nachbarzimmer ist lautes Schnarchen zu hören; der Erzähler bemerkt scherzhaft, dort werde Holz gesägt.“

Das Geräusch wird bildlich beschrieben. In einer Werkstatt kann dieselbe Wortfolge natürlich eine tatsächliche Sägearbeit nennen; der Zusammenhang entscheidet.

Dastehen wie ein Stück Holz

Die Wendung beschreibt, dass jemand steif und stumm dasteht.

„Vor dem unerwarteten Publikum stand die Figur zunächst wie ein Stück Holz da und brachte kein Wort heraus.“

Die Beschreibung gilt für den dargestellten Moment. Sie erklärt nicht von selbst die Ursache des Verhaltens und ist kein umfassendes Urteil über die Person.

Auf Holz klopfen

Mit dem Klopfen soll nach einer überlieferten abergläubischen Vorstellung verhindert werden, dass etwas Gutes durch seine Erwähnung zunichtegemacht wird.

„Nach der Bemerkung, bisher sei jede Lieferung pünktlich gewesen, klopft der Erzähler auf Holz.“

Die Erklärung beschreibt eine sprachlich-kulturelle Geste. Sie behauptet keine tatsächliche magische Wirkung.

Gut Holz!

Das ist ein Gruß unter Keglern.

„Vor dem Beginn der Kegelrunde wünschen sich die Teilnehmer gut Holz.“

Die Verbindung gehört zum Kegeln und ist kein allgemeiner Gruß an Menschen, die mit dem Werkstoff arbeiten.

Wortfamilie und verwandte Wörter

Brennholz, Bauholz und Kirschholz präzisieren Zweck oder Materialart. Hölzchen ist eine Verkleinerungsform, hölzern ein verwandtes Adjektiv. Familien- und Ortsnamen Holz sind gesonderte Identitäten; ihre Namensformen werden nicht als Materialformen gezeigt.