Humiliation
Form & Grammatik
- Stichwort
- Humiliation
- Worttrennung
- Hu·mi·li·a·ti·on
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Humiliation
- Plural
- die Humiliationen
Veraltet für Demütigung. Der Plural unterscheidet mehrere als herabsetzend beschriebene Erfahrungen oder Handlungen.
Humiliation: Humiliation ist eine veraltete Bezeichnung für eine Demütigung, also eine als herabsetzend erlebte Behandlung oder Situation.
Bedeutung und Zusammenhang
Humiliation begegnet vor allem in älteren oder bewusst altertümlich formulierten Texten. Gemeint ist eine Demütigung: Eine Person wird herabgesetzt, in ihrer Würde verletzt oder in eine erniedrigende Lage gebracht. Das Wort ist im heutigen Deutsch selten und für viele Leser nicht unmittelbar verständlich.
Eine unangenehme Erfahrung ist nicht schon deshalb eine Humiliation. Eine sachliche Korrektur oder eine berechtigte Absage kann enttäuschen, ohne die Person herabzusetzen. Für die stärkere Bezeichnung ist wichtig, wie jemand behandelt oder bloßgestellt wird und aus wessen Sicht diese Behandlung beschrieben ist.
Synonyme im Gebrauch
Demütigung ist die nächstliegende heutige Entsprechung. Erniedrigung betont das Herabsetzen der Person. Bloßstellung rückt die öffentliche Sichtbarkeit einer Schwäche, eines Fehlers oder einer peinlichen Lage in den Mittelpunkt.
Blamage kann auch eine peinliche Niederlage ohne absichtliche Herabsetzung meinen. Kränkung bezeichnet stärker die verletzte Empfindung und muss nicht öffentlich geschehen. Der Zusammenhang entscheidet, ob das Geschehen, die Absicht oder das Erleben im Vordergrund steht.
Wörter im Satz vergleichen
Vergleiche: „Sie empfand das öffentliche Verhör als Humiliation.“
„Sie empfand das öffentliche Verhör als Demütigung.“
Die Grundbedeutung bleibt hier erhalten. Die erste Formulierung klingt älter oder bewusst fremdsprachlich geprägt. Die zweite ist für heutige Leser unmittelbarer verständlich und benötigt meist keine zusätzliche Worterklärung.
Vergleiche: „Die Niederlage wurde für ihn zur Humiliation.“
„Die Niederlage war für ihn eine Enttäuschung.“
Im ersten Satz erlebt er den Ausgang als erniedrigend. Der zweite benennt lediglich eine nicht erfüllte Erwartung. Eine Niederlage kann beides sein, aber das stärkere Urteil ist nicht automatisch enthalten.
Verwendung und Satzbau
Deklination von HumiliationDie vier Fälle
Humiliation ist im Deutschen veraltet.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Humiliation | die Humiliationen |
| Genitiv | der Humiliation | der Humiliationen |
| Dativ | der Humiliation | den Humiliationen |
| Akkusativ | die Humiliation | die Humiliationen |
In einer Analyse eines älteren Textes kann man die originale Wortwahl beibehalten und einmal mit Demütigung erläutern. Anschließend lässt sich untersuchen, wer den Ausdruck verwendet. Eine Figur kann eine sachliche Zurückweisung als Humiliation empfinden, während der Erzähler eine andere Sicht darauf eröffnet.
Für einen heutigen informierenden Text ist Demütigung meist die bessere Wahl. Das seltene Fremdwort erhöht nicht von selbst die Genauigkeit. Anschaulicher wird die Darstellung durch konkrete Angaben: Wurde jemand vor anderen verspottet, zu etwas Erniedrigendem gezwungen oder ohne sachlichen Grund herabgesetzt?
Der Plural Humiliationen bezeichnet mehrere solche Erfahrungen oder Handlungen. Er sollte nur verwendet werden, wenn tatsächlich mehrere Vorgänge unterschieden werden. Ein lang anhaltendes Gefühl ist dadurch nicht automatisch eine Mehrzahl einzelner Demütigungen.
