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Idiom

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Idiom
Worttrennung
Idi·om
Artikel
das
Geschlecht
neutrum
Genitiv
des Idioms / des Idiomes
Plural
Idiome

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.

Formen und Verwendung im Detail

Idiom: Idiom kann eine besondere Sprache oder Sprechweise einer Gruppe bezeichnen; sprachwissenschaftlich meint es auch einen Ausdruck mit nicht wörtlich ableitbarer Gesamtbedeutung.

Bedeutung und Zusammenhang

In einer Verwendung bezeichnet Idiom die eigentümliche Sprache oder Sprechweise einer regional oder sozial abgegrenzten Gruppe. Eine Erzählung kann etwa das Idiom einer bestimmten Umgebung wiedergeben. Dabei geht es um einen zusammenhängenden sprachlichen Gebrauch und nicht nur um einen einzelnen ungewöhnlichen Ausdruck.

In der Sprachwissenschaft kann ein Idiom außerdem eine Wortprägung, Verbindung oder Fügung sein, deren Gesamtbedeutung sich nicht einfach aus den einzelnen Bestandteilen ergibt. Wer einen solchen Ausdruck Wort für Wort versteht, kann die gemeinte Aussage verfehlen. Der Unterschied zwischen Gesamtgebrauch und Einzelbedeutungen ist hier entscheidend.

Synonyme im Gebrauch

Bei der Sprechweise passen je nach Zusammenhang Dialekt, Jargon oder besondere Ausdrucksweise. Dialekt betont meist die regionale Zuordnung, Jargon eine Gruppen- oder Fachsprache. Diese Präzisierungen sollten nur gewählt werden, wenn der entsprechende Bezug tatsächlich besteht.

Für den nichtwörtlichen Ausdruck kommen idiomatische Wendung oder feste Redewendung infrage. Nicht jede feste Verbindung ist jedoch im selben Maß undurchsichtig. Ein Sprichwort formuliert außerdem gewöhnlich einen vollständigen, verallgemeinernden Satz und ist nicht einfach ein anderes Wort für jedes Idiom.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Die Figur spricht im Idiom ihres Heimatortes.“
„Die Figur verwendet ein einzelnes Sprichwort aus ihrem Heimatort.“

Der erste Satz beschreibt eine besondere Sprechweise. Der zweite nennt einen einzelnen Ausdruck. Ein Sprichwort kann dazu gehören, erklärt aber noch nicht die gesamte sprachliche Form.

Vergleiche: „Die Wendung wird als Idiom verstanden.“
„Die Wendung wird Wort für Wort verstanden.“

Der erste Satz legt eine geläufige Gesamtbedeutung zugrunde. Der zweite zerlegt den Ausdruck in Einzelwörter. Gerade bei einem Idiom können diese beiden Verfahren zu unterschiedlichen Vorstellungen führen.

Eigenes Anwendungsbeispiel: „Vor dem ersten Auftritt nennt Ben sich einen Angsthasen.“ Gemeint ist ein sehr ängstlicher Mensch, kein Tier. Die geläufige Gesamtbedeutung erklärt den Ausdruck; eine wörtliche Vorstellung von einem Hasen würde die Äußerung verfehlen.

Verwendung und Satzbau

Das Substantiv ist sächlich: das Idiom, des Idioms, die Idiome. Davon abgeleitet beschreibt idiomatisch einen dem jeweiligen Sprachgebrauch entsprechenden oder als feste Gesamtbedeutung verstandenen Ausdruck. Ein fremd klingender Satz ist nicht allein deshalb ein Idiom.

In einer Worterklärung sollte die gemeinte Gesamtbedeutung zuerst verständlich formuliert werden. Danach hilft ein eigener Beispielsatz, der die Verwendung in einer passenden Situation zeigt. Eine wörtliche Übersetzung der Bestandteile genügt oft nicht.

Für eine Textanalyse ist die Sprecherperspektive wichtig. Eine auffällige regionale oder soziale Sprechweise kann eine Figur verorten; sie sagt aber für sich genommen nichts über deren Intelligenz oder moralischen Wert aus.

Grammatik und Wortformen

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.

Deklination von IdiomDie vier Fälle

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener. In festen Wendungen und je nach Textstil kann sie weiterhin passen.

Idiom: Formen in den vier Fällen
FallSingularPlural
Nominativdas Idiomdie Idiome
Genitivdes Idioms / des Idiomesder Idiome
Dativdem Idiom / dem Idiomeden Idiomen
Akkusativdas Idiomdie Idiome