Idol
Form & Grammatik
- Lemma
- Idol
- Wortart
- Substantiv, Neutrum: das Idol
- Worttrennung
- Idol; nicht trennen
- Genitiv Singular
- des Idols
- Plural
- die Idole; Dativ: den Idolen
- Gebrauch
- Das grammatische Genus bleibt sächlich, auch wenn eine Frau oder ein Mann verehrt wird.
Idol ist eine Person oder Sache, die mit besonderer Begeisterung verehrt wird. In der bildenden Kunst kann das Wort ein Gottes- oder Götzenbild bezeichnen.
Bedeutungen
Gegenstand besonderer Verehrung
Ein Idol wird nicht nur geschätzt, sondern schwärmerisch bewundert. Entscheidend ist die Beziehung der Verehrenden zu ihrem Gegenstand.
„Die Sängerin ist für viele junge Fans ein Idol.“
Das Wort beschreibt die Begeisterung dieser Fans. Es beweist nicht, dass die Sängerin in jeder Hinsicht vorbildlich handelt.
Gottes- oder Götzenbild in der Kunst
Im kunstgeschichtlichen Gebrauch kann Idol ein Bildwerk bezeichnen, das eine Gottheit darstellt oder als Kultbild verstanden wird.
„Im Museum wird ein steinernes Idol in Menschengestalt gezeigt.“
Idol bezeichnet hier einen Gegenstand. Die genaue Funktion des Bildwerks muss im jeweiligen historischen Zusammenhang geklärt werden.
Idol: Synonyme und andere Wörter
Eine Person bewundern
Vorbild · Star
Vorbild betont eine Orientierung an Handlungen oder Eigenschaften. Star hebt Bekanntheit hervor. Beides setzt noch keine schwärmerische Verehrung voraus.
„Die Sportlerin ist ihr Idol.“ – „Die Sportlerin ist ihr Vorbild.“ Die zweite Fassung lenkt den Blick stärker auf das Nacheifern.
Ein Bildwerk benennen
Kultbild · Götterbild
Diese Wörter passen je nach tatsächlicher Funktion des kunstgeschichtlichen Gegenstands. Sie eignen sich nicht als neutrale Bezeichnung einer heutigen bewunderten Person.
„Die Sammlung zeigt ein Idol.“ – „Die Sammlung zeigt ein Kultbild.“ Der Ersatz braucht Wissen über den dargestellten Gegenstand.
Beispiele und Verwendung
Vergleiche: „Die junge Musikerin wurde für viele Fans zum Idol.“
„Die junge Musikerin wurde durch den Auftritt allgemein bekannt.“
Bekanntheit und Verehrung sind verschieden. Der erste Satz beschreibt eine besondere Beziehung der Fans zu ihr. Der zweite behauptet nur größere öffentliche Bekanntheit, noch keine schwärmerische Bewunderung.
Vergleiche: „Im Museum steht ein steinernes Idol.“
„Im Museum wird das Bühnenkostüm eines Popidols gezeigt.“
Im ersten Satz liegt ein Kultbild als Gegenstand nahe. Im zweiten bezeichnet Idol eine verehrte Person. Material und Ergänzung helfen, die unterschiedlichen Bedeutungen auseinanderzuhalten.
Grammatik und Beugung
Idol ist ein sächliches Nomen: das Idol. Der Genitiv Singular lautet des Idols, der Plural die Idole. Im Dativ Plural kommt -n hinzu: den Idolen. Bei einer Personenbezeichnung bleibt das grammatische Genus unverändert: Die Sängerin ist ihr großes Idol.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Idol | die Idole |
| Genitiv | des Idols | der Idole |
| Dativ | dem Idol | den Idolen |
| Akkusativ | das Idol | die Idole |
Herkunft
Das Wort stammt aus lateinisch idolum, das auf griechisch eídōlon für Gestalt oder Bild zurückgeht. Die alte Bedeutung des Götzenbilds steht neben der heutigen übertragenen Verwendung für einen Gegenstand intensiver Verehrung.
Verwendung und Satzbau
Das Wort ist grammatisch sächlich: das Idol. Dieses Genus bleibt erhalten, auch wenn die verehrte Person eine Frau oder ein Mann ist. Man kann deshalb sagen: „Die Sängerin ist ihr großes Idol.“ Das grammatische Geschlecht bestimmt hier nicht das Geschlecht der Person.
In einer Charakterisierung lohnt die Frage, welche Eigenschaften eine Figur ihrem Idol zuschreibt. Kennt sie die Person tatsächlich oder nur deren öffentliche Darstellung? Gerade dieser Abstand kann für Enttäuschung, Nachahmung oder ein idealisiertes Bild wichtig werden.
Wer in einem Bericht von einem Idol spricht, sollte die verehrende Gruppe nennen, sofern sie bekannt ist. „Ein Idol vieler junger Fans“ ist genauer als die Behauptung, jemand sei für alle Menschen ein Vorbild.
