Imitation
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Imitation
- Worttrennung
- Imi·ta·ti·on
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Imitation
- Plural
- Imitationen
Imitation: Imitation bezeichnet das Nachahmen, eine Nachbildung oder in der Musik die Wiederaufnahme eines Themas durch eine andere Stimme.
Bedeutung und Zusammenhang
Imitation kann eine Tätigkeit oder ihr Ergebnis meinen. Bei der Imitation einer Stimme wird der Klang nachgeahmt. Eine Imitation eines Materials ist dagegen eine Nachbildung, die dem anderen Material ähnlich erscheinen soll. Die sprachliche Form allein zeigt noch nicht, ob gerade der Vorgang oder das fertige Produkt gemeint ist.
Das Wort enthält nicht notwendig einen Betrugsvorwurf. Ein als Imitation angebotenes Schmuckstück gibt gerade zu erkennen, dass es nicht aus dem nachgebildeten wertvollen Material besteht. In der Musik hat Imitation einen eigenen Fachsinn: Ein Thema wird von einer anderen Stimme in gleicher oder anderer Tonlage wiederholt.
Synonyme im Gebrauch
Nachahmung passt zur Tätigkeit und häufig auch zum Ergebnis. Imitat bezeichnet stärker den nachgebildeten Gegenstand. Kopie betont die Übereinstimmung mit einer Vorlage, kann aber in anderen Zusammenhängen eine technisch genaue Vervielfältigung meinen.
Fälschung legt einen anderen Anspruch nahe, insbesondere das Ausgeben einer Nachbildung als echt. Das darf nicht bei jeder Imitation unterstellt werden. Im musikalischen Sinn ist Wiederaufnahme eines Themas verständlicher als die Vorstellung eines gefälschten Musikstücks.
Wörter im Satz vergleichen
Vergleiche: „Der Schmuck wurde ausdrücklich als Imitation verkauft.“
„Der Schmuck wurde als echter Edelsteinschmuck ausgegeben.“
Der erste Satz kennzeichnet eine Nachbildung offen. Der zweite behauptet einen Echtheitsanspruch. Ob eine Täuschung vorliegt, hängt gerade an solchen Angaben und nicht allein am nachgeahmten Material.
Vergleiche: „Die zweite Stimme setzt mit einer Imitation des Themas ein.“
„Die zweite Stimme spielt ein völlig neues Thema.“
Im ersten Satz entsteht eine Beziehung zur schon erklungenen musikalischen Gestalt. Der zweite betont einen neuen Gedanken. Der Fachausdruck bezeichnet also eine konkrete Gestaltungsbeziehung, keine allgemeine Kritik an mangelnder Originalität.
Verwendung und Satzbau
Das Substantiv ist feminin: die Imitation, der Imitation, die Imitationen. Eine Genitiv- oder von-Ergänzung kann die Vorlage nennen: „die Imitation einer Vogelstimme“ oder „die Imitation von Leder“. Die genaue Ergänzung klärt den Gegenstand.
Beim Erklären sollte der Zweck der Nachahmung sichtbar werden. Geht es um das Lernen an einer Vorlage, eine unterhaltende Darbietung, ein preiswerteres Material oder eine musikalische Technik? Je nach Zweck ist ein anderes Ersatzwort treffend.
Eine Analyse gewinnt an Genauigkeit, wenn sie beobachtbare Übereinstimmungen nennt. Ähnlicher Klang, gleiches Aussehen oder eine wiederkehrende musikalische Gestalt sind verschiedene Formen von Ähnlichkeit und sollten nicht ohne Erklärung miteinander vermischt werden.
Eine Imitation ist nicht automatisch ein Betrug. Dafür wäre eine täuschende Absicht beziehungsweise ein entsprechender Vorgang zu prüfen; eine offen bezeichnete Nachbildung kann gerade ohne solche Täuschung verwendet werden.
Grammatik und Wortformen
Deklination von ImitationDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Imitation | die Imitationen |
| Genitiv | der Imitation | der Imitationen |
| Dativ | der Imitation | den Imitationen |
| Akkusativ | die Imitation | die Imitationen |
