Impertinenz
Form & Grammatik
- Stichwort
- Impertinenz
- Worttrennung
- Im·per·ti·nenz
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Impertinenz
- Plural
- Impertinenzen selten für einzelne Äußerungen oder Handlungen; als abstrakte Frechheit ohne Plural
Bildungssprachlich und wertend. Die abstrakte Frechheit steht ohne Plural. Impertinenzen kann selten einzelne ungehörige Aussagen oder Handlungen bezeichnen.
Impertinenz: Impertinenz bezeichnet eine als dreist und ungehörig bewertete Frechheit; im Plural können einzelne entsprechende Äußerungen oder Handlungen gemeint sein.
Bedeutung und Zusammenhang
Impertinenz bewertet ein Verhalten als auffallend frech oder ungehörig. Eine Person beansprucht etwas dreist, verletzt eine erwartete Grenze oder redet andere in einer als unangemessen empfundenen Weise an. Das Wort klingt bildungssprachlich und oft empört.
Dabei ist zu beachten, wessen Maßstab gilt. Eine berechtigte Nachfrage kann von einer mächtigen Figur als Impertinenz abgewehrt werden, obwohl der Text diese Bewertung nicht bestätigt. Das Wort liefert also ein Urteil über eine Handlung, keinen unabhängigen Beweis, dass die Handlung tatsächlich unberechtigt war.
Synonyme im Gebrauch
Frechheit ist die nahe, geläufigere Alternative. Dreistigkeit hebt das ungenierte Überschreiten von Grenzen hervor. Ungehörigkeit betont den Verstoß gegen erwartete Umgangsformen.
Anmaßung passt besonders zu einem unberechtigten Anspruch. Direktheit ist dagegen neutraler und kann sogar anerkennend gemeint sein. Eine klare, sachliche Frage ist nicht automatisch eine Impertinenz; Ton, Inhalt und Machtverhältnis müssen mitbetrachtet werden.
Wörter im Satz vergleichen
Vergleiche: „Der Vorgesetzte nannte ihre Nachfrage eine Impertinenz.“
„Die Nachfrage verletzte nachweislich eine sachlich begründete Grenze.“
Der erste Satz berichtet das empörte Urteil einer Person. Der zweite behauptet einen begründeten Grenzverstoß. Diese Feststellung darf nicht allein aus der Wortwahl des Vorgesetzten abgeleitet werden.
Vergleiche: „Sie verbat sich seine Impertinenzen.“
„Sie verbat sich seine offenen Fragen.“
Im ersten Satz werden mehrere Äußerungen oder Handlungen als ungehörig bewertet. Im zweiten steht nur ihre offene Form fest. Offenheit und verletzende Frechheit sind keine bedeutungsgleichen Eigenschaften.
Verwendung und Satzbau
Als abstrakte Haltung oder Frechheit steht Impertinenz ohne Plural. Die seltenere Mehrzahl Impertinenzen kann einzelne ungehörige Bemerkungen oder Handlungen bezeichnen. Das feminine Substantiv hat den Genitiv der Impertinenz.
In einer Charakterisierung sollte die Beobachtung zuerst genannt werden: Unterbricht die Figur andere, setzt sie sie herab oder stellt sie einen unbegründeten Anspruch? Erst dann wird die wertende Zusammenfassung nachvollziehbar. Eine selbstbewusste Gegenposition ist kein ausreichender Beleg.
Für einen heutigen sachlichen Text ist Frechheit oder eine konkrete Umschreibung oft verständlicher. In einer Figurenrede kann Impertinenz dagegen gerade den hochgestochenen, empörten oder standesbewussten Ton sichtbar machen.
Grammatik und Wortformen
Bildungssprachlich und wertend. Die abstrakte Frechheit steht ohne Plural. Impertinenzen kann selten einzelne ungehörige Aussagen oder Handlungen bezeichnen.
Deklination von ImpertinenzDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Impertinenz | die Impertinenzen |
| Genitiv | der Impertinenz | der Impertinenzen |
| Dativ | der Impertinenz | den Impertinenzen |
| Akkusativ | die Impertinenz | die Impertinenzen |
