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Inbegriff

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Inbegriff
Worttrennung
In·be·griff
Artikel
der
Geschlecht
maskulin
Genitiv
des Inbegriffs / des Inbegriffes
Plural
Inbegriffe; selten

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.

Formen und Verwendung im Detail

Inbegriff: Ein Inbegriff ist eine besonders vollständige oder typische Verkörperung einer Eigenschaft, Vorstellung oder Art; im philosophischen Gebrauch kann das Wort deren Wesen meinen.

Bedeutung und Zusammenhang

Wer jemanden den Inbegriff der Geduld nennt, sieht die Eigenschaft in dieser Person besonders deutlich verkörpert. Das Wort bündelt eine Vorstellung in einem anschaulichen Träger: einer Person, einem Gegenstand oder einer Erscheinung.

Die Bewertung kann positiv oder negativ sein. Eine Figur kann als Inbegriff der Freundlichkeit, aber auch als Inbegriff der Rücksichtslosigkeit gelten. Die Vorstellung einer vollkommenen Ausprägung bedeutet hier also nicht automatisch moralische Vollkommenheit.

In einem philosophischen Zusammenhang kann Inbegriff außerdem den höchsten oder reinsten Begriff beziehungsweise das Wesen einer Sache meinen. Dann geht es nicht unbedingt um ein anschauliches Einzelbeispiel, sondern um die zusammengefasste Vorstellung selbst.

Synonyme im Gebrauch

Verkörperung ist die nahe Umschreibung, wenn eine Eigenschaft in jemandem oder etwas besonders sichtbar wird. Idealbild betont eine vorgestellte vollkommene Ausprägung. Musterbeispiel passt zu einem besonders anschaulichen Fall.

Vorbild empfiehlt eher die Nachahmung. Das trifft auf einen Inbegriff des Schreckens gerade nicht zu. Typischer Vertreter ist nüchterner und schwächer: Er muss eine Art nicht in derart zugespitzter Vollständigkeit verkörpern.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Für die Erzählerin ist ihr Großvater der Inbegriff der Geduld.“
„Ihr Großvater verhält sich in einer einzelnen Szene geduldig.“

Der erste Satz fasst eine umfassende Vorstellung zusammen. Der zweite nennt nur eine Beobachtung. Für das stärkere Gesamturteil sind weitere Textbelege oder eine deutliche Perspektivmarkierung nötig.

Vergleiche: „Das Gebäude wurde zum Inbegriff staatlicher Macht.“
„Das Gebäude wurde von allen Menschen als Vorbild empfohlen.“

Der erste Satz beschreibt eine symbolische Verkörperung. Der zweite fügt eine allgemeine Zustimmung und Empfehlung hinzu. Diese Folgen sind in der Bedeutung von Inbegriff nicht enthalten.

Verwendung und Satzbau

Üblich ist der Inbegriff einer Sache, etwa der Inbegriff der Eleganz. Der Genitiv nennt die verkörperte Eigenschaft. Im Genitiv des Substantivs selbst sind des Inbegriffs und des Inbegriffes möglich; der seltene Plural lautet Inbegriffe.

In einer Charakterisierung sollte klar sein, wer die zugespitzte Bewertung vornimmt. „Die Figur gilt für ihren Bruder als Inbegriff der Ordnung“ ist genauer als ein unbegründetes Gesamturteil der Analyse. Anschließend können konkrete Handlungen die Sichtweise bestätigen oder relativieren.

Grammatik und Wortformen

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.

Deklination von InbegriffDie vier Fälle

Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener. In festen Wendungen und je nach Textstil kann sie weiterhin passen.

Die vier Fälle von Inbegriff – Plural selten
FallSingularPlural
Nominativder Inbegriffdie Inbegriffe
Genitivdes Inbegriffs / des Inbegriffesder Inbegriffe
Dativdem Inbegriff / dem Inbegriffeden Inbegriffen
Akkusativden Inbegriffdie Inbegriffe