Jesuskind
Form & Grammatik
- Stichwort
- Jesuskind
- Worttrennung
- Je·sus·kind
- Artikel
- das
- Geschlecht
- neutrum
- Genitiv
- des Jesuskindes / des Jesuskinds
- Plural
- die Jesuskinder; selten
Gebrauch: Plural insbesondere für mehrere Darstellungen. Älterer Dativ: dem Jesuskinde.
Definition · kurz erklärt
Das Jesuskind ist Jesus als Kind, besonders in einer Darstellung der christlichen Kunst oder in einem religiösen Text. Das Wort kann die dargestellte Person und im passenden Zusammenhang auch ihre bildliche oder plastische Darstellung bezeichnen.
Bedeutungen
In einer Bildbeschreibung kann vom Jesuskind auf Marias Arm oder von einer kindlichen Figur in einer Weihnachtskrippe die Rede sein. Die Bezeichnung ordnet das Motiv ein. Wie das Kind dargestellt wird, muss anschließend am konkreten Werk beschrieben werden: etwa seine Haltung, Blickrichtung, Kleidung oder Stellung zwischen anderen Figuren.
Auch in Gedichten, Liedern und Erzählungen kann das Jesuskind vorkommen. Dann bezeichnet das Wort eine religiöse Gestalt innerhalb des Textes. Die Darstellung kann bestimmte Vorstellungen ausdrücken, beispielsweise Schutzbedürftigkeit oder Hoffnung. Solche Deutungen müssen am jeweiligen Werk erklärt werden und stecken nicht in jeder Verwendung des Wortes.
Der seltene Plural Jesuskinder kann verschiedene Darstellungen meinen, etwa mehrere geschnitzte Figuren. Er besagt in diesem Zusammenhang nicht, dass mehrere historische Personen namens Jesus gemeint wären.
Jesuskind: Synonyme und andere Wörter
Die kindliche Gestalt benennen
Jesus als Kind · Christkind · Jesusknabe
Jesus als Kind ist eine klare Umschreibung. Christkind kann ebenfalls die Darstellung des neugeborenen Jesus meinen. Jesusknabe hebt eher die Gestalt als Knabe hervor und passt nicht zu jeder Darstellung eines Säuglings.
„Das Gemälde zeigt Maria mit dem Jesuskind.“ → „Das Gemälde zeigt Maria mit Jesus als Kind.“ Das Motiv bleibt verständlich.
Christkind und Ehrentitel unterscheiden
Christkind · Christus · Heiland
Christkind bezeichnet außerdem eine weihnachtliche Gabenbringerfigur. Diese Verwendung ist nicht einfach mit jeder Erwähnung des Jesuskindes gleichzusetzen. Christus und Heiland sind religiöse Bezeichnungen, enthalten aber für sich genommen keine Aussage über ein Kindesalter.
„Die Figur des Jesuskindes liegt in der Krippe“ lässt sich nicht bedeutungsgleich durch jede beliebige religiöse Anrede ersetzen.
Verwendung und Beispiele
„Die Holzfigur des Jesuskindes ist in der Mitte der Krippe angeordnet.“
Hier ist eine konkrete Darstellung gemeint. Material und Anordnung lassen sich beobachten. Eine weitergehende symbolische Deutung müsste an der Gestaltung erklärt werden.
„Im Gedicht spricht die erzählende Stimme das Jesuskind unmittelbar an.“
Das Beispiel beschreibt eine sprachliche Handlung im Text. Es sagt zunächst nichts darüber aus, ob der Verfasser persönlich die gleiche religiöse Haltung vertritt.
Grammatik
Jesuskind ist neutral. Im Genitiv sind des Jesuskindes und des Jesuskinds möglich. Der seltene Plural lautet Jesuskinder, im Dativ Jesuskindern. Die ältere Form dem Jesuskinde kann in religiösen oder literarischen Texten begegnen; im heutigen unmarkierten Gebrauch steht gewöhnlich dem Jesuskind.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Jesuskind | die Jesuskinder |
| Genitiv | des Jesuskindes / des Jesuskinds | der Jesuskinder |
| Dativ | dem Jesuskind | den Jesuskindern |
| Akkusativ | das Jesuskind | die Jesuskinder |
Beschreibung und Deutung trennen
Bei einer Gedichtinterpretation ist zunächst festzuhalten, wer über das Jesuskind spricht oder es anspricht. Anschließend lässt sich untersuchen, welche Wirkung die Wortwahl im Text entfaltet. Eine religiöse Deutung sollte vom dargestellten Inhalt aus entwickelt werden, nicht allein vom Auftreten eines einzelnen Wortes.
