Jeu
Form & Grammatik
- Stichwort
- Jeu
- Worttrennung
- Jeu
- Artikel
- das
- Geschlecht
- neutrum
- Genitiv
- des Jeus
- Plural
- die Jeus
Gebrauch: Veraltet, besonders für Glücks- oder Kartenspiel; einsilbig, ohne Trennstelle.
Definition · kurz erklärt
Jeu ist eine veraltete Bezeichnung für ein Spiel, besonders für ein Glücks- oder Kartenspiel. Das aus dem Französischen übernommene Wort begegnet vor allem in älteren Texten.
Bedeutungen
In einer älteren Erzählung kann Jeu eine Spielrunde oder das gespielte Glücks- beziehungsweise Kartenspiel bezeichnen. Um den genauen Vorgang zu verstehen, muss man die Szene betrachten: Werden Karten verteilt, Einsätze gesetzt oder Spielzüge beschrieben? Das seltene Wort allein nennt noch keine bestimmte Spielregel.
Im heutigen allgemeinen Deutsch ist Spiel gewöhnlich verständlicher. Bei der Erläuterung eines historischen Textes kann Jeu je nach Zusammenhang genauer als Kartenspiel oder Glücksspiel erklärt werden. Dabei sollte nicht jedes erwähnte Kartenspiel automatisch als Spiel um Geld ausgelegt werden.
Das französische Wort jeu hat einen weiteren Gebrauch als das veraltete deutsche Fremdwort. Eine Übersetzung aus dem Französischen und die Erklärung eines deutschen historischen Belegs sind deshalb unterschiedliche Aufgaben. Der Satzkontext entscheidet, welche deutsche Bezeichnung angemessen ist.
Jeu: Synonyme und andere Wörter
Ein altes Wort erklären
Spiel · Kartenspiel
Spiel ist der weitere Oberbegriff. Kartenspiel passt, wenn in der Szene mit Karten gespielt wird. Die genauere Bezeichnung ist nur dann hilfreich, wenn die Textstelle diese Eingrenzung tatsächlich erlaubt.
„Die Gäste setzten ihr Jeu fort.“ → „Die Gäste setzten ihr Kartenspiel fort.“ Diese Erklärung passt zu einer Szene mit Spielkarten.
Den Glücksspielsinn benennen
Glücksspiel · Hasardspiel
Glücksspiel hebt die wesentliche Rolle des Zufalls und das Spielen um einen Einsatz hervor. Hasardspiel ist eine ältere beziehungsweise gehobene Bezeichnung in diesem Bereich. Ein heutiger Lesetext benötigt meist keine zweite seltene Form, wenn Glücksspiel bereits verständlich ist.
„Er verlor beim Jeu einen großen Betrag.“ kann im passenden Zusammenhang erklärt werden als „Er verlor beim Glücksspiel einen großen Betrag“.
Verwendung und Beispiele
„Im historischen Roman wurde das Jeu erst unterbrochen, als die Dienerin eine Nachricht brachte.“
Das Wort trägt zur älteren Sprachwirkung der Szene bei. Welches Spiel gemeint ist, bleibt in diesem Satz offen. Eine Inhaltsangabe sollte keine ungenannte Spielart ergänzen.
„Die Schülerin erläuterte Jeu in ihrer Randnotiz als das Kartenspiel der versammelten Gäste.“
Die Erklärung ist auf die konkrete Szene zugeschnitten. Sie übersetzt die Leserfrage nach dem Wort in eine verständliche Aussage. Im Zitat selbst kann die ursprüngliche Schreibweise erhalten bleiben.
Grammatik
Jeu ist neutral: das Jeu. Genitiv Singular und Plural erhalten ein -s. Im Dativ Plural lautet die Form den Jeus; ein weiteres -n wird nicht angefügt. Das Wort ist einsilbig und wird am Zeilenende nicht getrennt.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Jeu | die Jeus |
| Genitiv | des Jeus | der Jeus |
| Dativ | dem Jeu | den Jeus |
| Akkusativ | das Jeu | die Jeus |
Wortwahl und Zeitkolorit
Ein seltenes Fremdwort kann zum Zeitkolorit eines Textes beitragen. Für eine Charakterisierung ist darüber hinaus wichtig, wer es verwendet: die erzählende Stimme oder eine Figur im Gespräch? Die Wortwahl allein belegt noch keinen bestimmten sozialen Rang oder Bildungsstand.
