Judenpogrom
Form & Grammatik
- Stichwort
- Judenpogrom
- Worttrennung
- Ju·den·po·grom
- Artikel
- der oder das
- Geschlecht
- maskulin oder Neutrum
- Genitiv
- des Judenpogroms
- Plural
- die Judenpogrome
Historische und politische Bezeichnung für gezielte Gewalt gegen jüdische Menschen. Kein gleichbedeutender Ausdruck für jeden Konflikt.
Definition · kurz erklärt
Ein Judenpogrom ist ein gewaltsamer Angriff auf jüdische Menschen, häufig verbunden mit Angriffen auf ihre Häuser, Geschäfte oder religiösen Einrichtungen. Das Wort benennt eine gegen eine Bevölkerungsgruppe gerichtete Gewalttat; es ist kein Ausdruck für einen gewöhnlichen Streit.
Bedeutungen
Das Grundwort Pogrom bezeichnet kollektive Gewalt gegen eine Bevölkerungsgruppe. Judenpogrom macht ausdrücklich deutlich, dass sich die Gewalt gegen jüdische Menschen richtet. Solche Angriffe können von einer Menschenmenge ausgehen, organisiert werden oder Unterstützung durch staatliche Stellen erfahren. Die Bezeichnung allein erklärt aber noch nicht, wer einen konkreten Angriff geplant, ausgeführt oder ermöglicht hat.
Für eine historische Darstellung sollte deshalb das Ereignis genau benannt werden: mit Ort, Zeit, Tätern, Betroffenen und belegten Handlungen. Ein bekanntes Beispiel sind die nationalsozialistischen Novemberpogrome 1938. Das Wort ist nicht auf dieses Ereignis beschränkt.
Judenpogrom: Synonyme und andere Wörter
Die gezielte Gewalt benennen
antijüdischer Pogrom · Pogrom gegen jüdische Menschen
Diese Umschreibungen erhalten den gezielten Charakter des Angriffs. Pogrom allein kann genügen, wenn aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgeht, gegen wen sich die Gewalt richtet. Ein bloßes „Unruhen“ lässt dagegen offen, wer angegriffen wurde und kann das Geschehen verharmlosen.
„Die Ausstellung behandelt einen Judenpogrom.“ → „Die Ausstellung behandelt einen Pogrom gegen jüdische Menschen.“ Der zweite Satz verändert die Aussage nicht.
Von umfassender Verfolgung unterscheiden
Judenverfolgung · antisemitische Gewalt
Judenverfolgung ist weiter gefasst: Dazu können auch Entrechtung, Ausschluss oder andere Verfolgungsmaßnahmen gehören. Antisemitische Gewalt umfasst ebenfalls mehr als die jeweils als Pogrom bezeichneten Angriffe. Diese Oberbegriffe sind deshalb nicht in jedem Satz genaue Ersatzwörter.
„Der Text beschreibt die Judenverfolgung in einer Epoche“ kann viele unterschiedliche Maßnahmen meinen. „Der Text beschreibt einen Judenpogrom“ grenzt den Gegenstand auf ein konkreteres Gewaltgeschehen ein.
Verwendung und Beispiele
„Die Schülerinnen untersuchten, wie der Bericht Täter und Betroffene des Judenpogroms bezeichnet.“
Der Beispielsatz beschreibt eine Untersuchung von Sprache. Ob der Bericht zuverlässig ist, steht damit noch nicht fest. In einer Sachtextanalyse können passive Formulierungen, fehlende Täterbenennungen oder beschönigende Wörter genauer geprüft werden.
„Der Museumsraum dokumentiert einen Judenpogrom und erläutert die Folgen für die örtliche jüdische Gemeinde.“
Der Satz trennt das Gewaltgeschehen von seinen späteren Folgen. Er erfindet weder Opferzahlen noch einen bestimmten Ort. In einem tatsächlichen Ausstellungstext wären diese Angaben anhand historischer Belege zu ergänzen.
Grammatik
Das Substantiv kann maskulin oder neutral gebraucht werden: der Judenpogrom oder das Judenpogrom. Der Genitiv lautet in beiden Fällen des Judenpogroms, der Plural die Judenpogrome. Im Akkusativ Singular unterscheiden sich die Artikel: den Judenpogrom oder das Judenpogrom.
Die Worttrennung lautet Ju·den·po·grom. Im Grundwort steht nach dem p sofort ein o: Pogrom, nicht „Progrom“. Die Form Judenpogromen wird im Dativ Plural verwendet, etwa „in Darstellungen von Judenpogromen“.
| Fall | Singular maskulin | Singular neutral | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | der Judenpogrom | das Judenpogrom | die Judenpogrome |
| Genitiv | des Judenpogroms | des Judenpogroms | der Judenpogrome |
| Dativ | dem Judenpogrom | dem Judenpogrom | den Judenpogromen |
| Akkusativ | den Judenpogrom | das Judenpogrom | die Judenpogrome |
